logo epidat: epigraphische Datenbank

Hamburg-Altona, Königstraße 6022 inscriptions (1621-1871)

information   inscriptions   map   sources   name lists   indices   site plan Download
Inv.-Nr.:
year:
    «    [3027/6022]    »     »|
Edition Kommentar Stilmittel Beschreibung Personalia Quellen Foto
Export: TEI P5 plain text

epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-4855
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-4855: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-4855
top of the page

Name

Josef ben Gerschon [10.03.1801]          

top of the page

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏הנה אין‏‎ ›Siehe, Josef
‎‏יוסף‏‎ ist nicht mehr‹
‎‏יספדו עליו והוי המון גברים ואי ··· שים‏‎ ›"Wehe! klagen über ihn‹ viele Männer und Persönlichkeiten,
‎‏ויבכו לגויעתו מר כל גויות החלו ···שים‏‎ und bitter beweinen seinen Tod alle schwachen Lebenden,
‎‏סם חיים שם וסר מדוה תחלואים אנו ···שים‏‎ 5 er bereitete Lebenselixier und wendete vom Kranken tödliche Krankheiten ab,
‎‏פתח כל עוצר רחם ומקשה במולידת נ ···שים‏‎ er öffnete alles, was den Mutterleib verschloß und den Frauen die Geburt erschwerte,
‎‏הרופא המובהק ומומחה לרבים ׃‏‎ der ausgezeichnete und ›Allen kundige Arzt‹,
‎‏לחבוש עצבות ולהסיר כאבים ׃‏‎ welcher ›Wunden verband‹ und Schmerzen linderte,
‎‏יקר רוח איש תבונות ׃ הנעלה כ״ה‏‎ ein Edelmütiger, ein Mann von Klugheit, der Erhabene, der geehrte Herr
‎‏יוסף בן כ״ה גרשון ׃ נפטר ביום ג׳ כ״ה‏‎ 10 Josef, Sohn des geehrten Herrn Gerschon, verschieden am Tag 3, 25.
‎‏אדר ונקבר ך״ו אדר תקס״א לפ״ק‏‎ Adar, und begraben 26. Adar 561 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 1f: Gen 37,29  Zl 3: nach 1Kön 13,30  Zl 7: nach bSan 5a  Zl 8: nach Ps 147,3

top of the page

Kommentar

Datierung Gestorben Mittwoch, 10.03.1801 ; begraben am nächsten Tag
Zl 3/4: Die in Zln 3 und 4 enthaltene Aufforderung zur allgemeinen Klage faßt die einzelnen Adressaten kunstvoll in zwei Gegensätze: 1. Es stehen sich zum einen gegenüber die Schwachen (Zl 4) und die gesellschaftlich Angesehenen, hebräisch ‎‏אישים‏‎ (Zl 3). Für die gemeinsam mit ‎‏אישים‏‎ genannten ‎‏גברים‏‎ wurde vor diesem Hintergrund die Bedeutung "starke Männer" als Übersetzung gewählt. 2. Zum anderen enthält Zl 4 ein Spiel mit den auch klanglich fast völlig identischen Wörtern ‎‏גויעה‏‎ ("Tod") und ‎‏גויה‏‎ (hier "Körper", auch "Leiche"), die kontrastiv verwendet werden. Die Übersetzung versucht diesem Aspekt durch die Übertragung von ‎‏גויה‏‎ mit "Lebende" gerecht zu werden, zumal hier sicherlich nicht ausschließlich die "körperlich" Schwachen oder Kranken angesprochen sind, sondern vielmehr alle (moralisch nicht vollkommenen) Lebenden, denen ja der Tod eines Menschen, besonders der eines Gerechten, immer als lehrendes Beispiel dienen soll. Versteht man die Stelle hingegen rein wörtlich, so sind es natürlich gerade die Kranken und Geschwächten, die Anlaß zur Trauer haben, da der Verstorbene in seiner Eigenschaft als Arzt ihnen fortan nicht mehr helfen kann. In diesem Sinn erfüllt die Stelle zugleich die Funktion einer ganz konkreten Einleitung zu der folgenden Eulogie, die das Wirken des Verstorbenen als Arzt beschreibt.
Zl 5: Alliteration bestehend aus den drei auf "sa-" anlautenden Einsilbern ‎‏סם (חיים) שם (ו)סר‏‎, "(Lebens-)Elixier bereitete er (und) wendete ab".

top of the page

Stilmittel

Reim auf -(sch)im in Zln 3-8.
Akrostichon Die Buchstaben des Akrostichons in Zeilen 3-6 bilden zusammen mit dem ersten Wort der Folgezeile, dem ebenfalls durch größere Schrift hervorgehobenen ‎‏הרופא‏‎, die Bezeichnung "Josef, der Arzt".

top of the page

Beschreibung

Lage Planquadrate MD
Schrift erhaben
Ornament gestalterische Verzierung
Zustand 2006 non in situ;

top of the page

Denkmalpflegerische Maßnahmen

2011: 1. Liegendes Grabmal, einfach gebrochen: verankert, geklebt und standsicher aufgestellt; 2. Schonende Reinigung mit überhitztem Wasser (ausgeführt durch Schmalstieg GmbH, Burgwedel)

Zur Familie

Vater: Gerschon ben Tewle Gerschon Rofe (Nr. hha-0229)
Mutter: Merle bat Josef Fürst (Nr. hha-0774)
Sohn: Gerschon ben Josef Rofe (Nr. hha-5290)

Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 1503, W 5188
shha (JG 73), S. 477, Nr. 14; der Arzt Josef, Sohn von Gerschon Rofe, gestorben in Hamburg, beigelegt rechts von Juspa, Sohn von Meir Schulenklopper (Nr. hha-4853, W 5189).
Grunwald, S. 249, Nr. 1127 [s. S. 24. 63. 144. Grunw., Aus d. Hamb. St.-Arch.]

Verborgene Pracht: Der jüdische Friedhof Hamburg-Altona – Aschkenasische Grabmale, Dresden: 2009, S. 303

Fotografien

  «    »  

Bert Sommer

heutiges Foto
2003-07-28
recto

Historische Aufnahmen [Mikrofilme] © Staatsarchiv Hamburg, Bestand 741-4 Fotoarchiv, Signatur P 2333

heutiges Foto

Schmalstieg, Denkmalpflegerische Massnahme

heutiges Foto
2010-2012
top of the page

Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-4855
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hha-4855
(last modified - 2015-10-06 20:04)

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

Inschriften des Jahres 1801

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

app-jüdische-orte.de.dariah.eu

 

Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=hha-4855
letztes update: | licensed under a Creative Commons Lizenzvertrag
Creative Commons Attribution 4.0 International License
Valid XHTML 1.0 Strict | Powered by TUSCRIPT
concept, code and design created by Thomas Kollatz
Datenschutzhinweis