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Hamburg-Altona, Königstraße 6039 Inschriften (1621-1871)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-4572
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-4572: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-4572

Name


Menachem Mendel F(rank)f(urt) [01.03.1823]                

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏מקום מנוחת‏‎ Die Ruhestätte
‎‏הדיין המצוין ראש בית די[(ן צדק)]‏‎ des herausragenden Rabbinatsassessors, Haupt der Gerichtsbarkeit
‎‏בק״ק אלטונא ומיסד בית [(תלמוד)]‏‎ in der heiligen Gemeinde Altona und Gründer des Talmud-
‎‏תורה בק״ק המבורג התורני והר[(בני)]‏‎ Tora-Hauses in der heiligen Gemeinde Hamburg, der weitbekannte
‎‏המפורסם מהור״ר‏‎ 5 Toragelehrte und rabbinisch Gebildete, unser Lehrer, der Meister, Herr
‎‏מנחם מענדל פ״פ‏‎ Menachem Mendel F(rank)f(urt)
‎‏לבית שפירא‏‎ aus dem Hause Schapira.
‎‏ויגוע וימת בן שמונים ואחד‏‎ ›Er schied hin und starb‹ im Alter von einundachtzig
‎‏שנה יו׳ ש״ק ח״י אדר ונקבר‏‎ Jahren am heiligen Schabbat, 18. Adar, und wurde begraben
‎‏יו׳ י״ט אדר תקפ״ג לפ״ק‏‎ 10 am 19. Adar 583 der kleinen Zählung.
‎‏לא [(י)]כיל האבן פרשת [(ג)]דולתו‏‎ Es faßt nicht der Stein ›das Kapitel seiner Größe‹,
‎‏חנם אין כסף יצא מנחם ל[(ע)]בודתו‏‎ ›umsonst, ohne Geld‹ ›ging Menachem hinaus an sein Werk‹
‎‏ועד [(ז)]קנה לא מכר כי אם קנה [(ח)]כמתו ‏‎ und bis ins Alter ›veräußerte‹ er nicht, sondern ›erwarb seine Weisheit‹;
‎‏ויחי נצח ושמו תהלתו‏‎ ›und er lebe ewig‹ und sein Name sei sein Ruhm.
‎‏תנצב״ה‏‎ 15 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 8: Gen 25,8  Zl 11: nach Est 10,2  Zl 12: Ex 21,11 | Zl 12: nach bChag 16b  Zl 13: nach Spr 23,23 | Zl 13: nach bKid 32b  Zl 14: nach Ps 49,10

Kommentar

Datierung Gestorben Samstag, 01.03.1823 ; begraben am nächsten Tag
Zln 2-4, 11-13: Ergänzungen nach Wittkower, 26.
Zl 11: Die Ergänzung der infolge von Verwitterung stark lesbaren Stelle ‎‏[(י)]כיל‏‎ nach Wittkower erscheint am sinnvollsten, wenngleich die maskuline Form von ‎‏הכיל‏‎ hier grammatikalisch inkorrekt ist.
Zl 12: Über die einfache Bedeutung hinaus, daß der Verstorbene sich im allgemeinen Sinn ehrenamtlich um etwas verdient gemacht hat, spielt der Ausdruck ‎‏חנם אין כסף‏‎ ("umsonst, ohne Geld") zugleich auf die Hamburger Talmud-Tora-Schule an. Dies geschieht zunächst rein assoziativ, war es doch das Ziel einer solchen Einrichtung, Kindern aus armen Familien Bildung zu ermöglichen. Desweiteren beschreibt der Satz aber auch Menachem Mendel Frankfurts ganz konkrete Rolle bei der Gründung der Schule: Er war derjenige, der die hierfür benötigten Mittel (‎‏אין כסף‏‎) beschaffte, indem er sich aufmachte, Spenden einzutreiben (‎‏יצא ... לעבודתו‏‎). Die zuletzt zitierte Stelle lautet dabei im Original (bHag 16b) ‎‏יצא מנחם לעבודת המלך‏‎, d.h. er stand im "Dienst des Königs". Assoziiert man dies mit, so schließt sich gewissermaßen der Kreis mit einem besonderen Lob seiner Frömmigkeit: Mendel Frankfurt betätigte sich, wie in der ersten Zeilenhälfte beschrieben, unentgeltlich. Diesen Verzicht auf irdischen Lohn deutet die zweite Zeilenhälfte auf einer höheren, geistigen Ebene: Mendel Frankfurt handelte "‎‏לשם שמים‏‎", im Dienst Gottes als des höchsten aller Könige - sein praktisches Wirken war im wahrsten Sinne des Wortes "Gottesdienst".
Zl 13: Die der Welt des Handels entnommene Metaphorik des Kaufens und Verkaufens, angelehnt an verschiedene Stellen aus den Sprüchen Salomons (Spr 4,5; Spr 4,7; Spr 16,16) sowie bKid 32b, wird dem Verstorbenen, dessen Beruf Kaufmann war, in besonderer Weise gerecht.
Zl 14: Wittkower gibt für das leicht verwitterte erste Wort ‎‏ויהי‏‎ an. Gegen diese Lesung spricht einerseits das in der Inschrift relativ klar erkennbare ‎‏ח‏‎, zum anderen der durch ‎‏ויחי נצח‏‎ gegebene Bezug zu Ps 49,10, der im Rahmen der sich stark auf Schriftzitate stützenden Eulogie nicht unerheblich ist. Deutsch: Mendel Hirsch

Stilmittel

Reim auf -to in Zln 11-14.

Beschreibung

Lage Planquadrate KF
Schrift erhaben
Zustand 2006 non in situ; Verwitterung mittel; Beschädigung mittel;

Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 1275, W 4003; Frankfurther Menachem Mendel aus der Familie Spiro, Dajan und Präses der israelitischen Gemeinde
sha (JG 75), S. 41, Nr. 3; der Toragelehrte, der betagte Rabbinatassessor, R. Mendel, Sohn von Hirsch Frankfurt, gestorben in Hamburg, begraben zwischen dem Vorsteher Mosche Fürst (Nr. hha-9424, W 4004) und seiner Gattin Zippora (Nr. hha-4573, W 4002).
Duckesz, Iwoh Lemoschaw, S. 88-92 (H) und XXVIII (D)
Grunwald: -

Verborgene Pracht: Der jüdische Friedhof Hamburg-Altona – Aschkenasische Grabmale, Dresden: 2009, S. 352

Wittkower, J.S.: Agudat perachim, Altona: 1880, S. 297, Nr. 26: (Inschrift abgedruckt)

Fotografien

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Bert Sommer

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2004-08-24
schriftlos

Historische Aufnahmen [Mikrofilme] © Staatsarchiv Hamburg, Bestand 741-4 Fotoarchiv, Signatur P 2333

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Eduard Duckesz Glasplatten © CAHJP Jerusalem, Glasplatten: HMB/2452, Inv 2326 · Digitalisat: CDB/5-7

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-4572
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hha-4572
(letzte Änderungen - 2015-07-21 22:38)

 

Steinheim-Institut
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