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Hamburg-Altona, Königstraße 6021 inscriptions (1621-1871)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-4022
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-4022: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-4022
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Name

Aharon Gumpertz Emmerich [10.04.1769]          

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Edition und Übersetzung

‎‏מצבת‏‎ ›Grab-
‎‏קבורת‏‎ stele‹
‎‏[ה]גבר‏‎ des Mannes,
‎‏הוקם על גבר‏‎ errichtet über einem lauteren
‎‏תמים אשר נאספו בו‏‎ 5 Manne, in dem viele
‎‏כמה מעלות וגילה חכמות‏‎ Vorzüge vereinigt waren, und der verborgene
‎‏טמונות וידיעות צפונות ה״ה‏‎ Weisheiten und versteckte Kenntnisse offenbarte, es ist
‎‏[החכם] המרומם מור[ה דרך]‏‎ der hervorragende Weise, Wegweiser
‎‏לנבוכים בדברים ישרים‏‎ den Verirrten mit aufrechten
‎‏ואמ[ת]יים [כ״ה] אהרן [עמ] רי[ך]‏‎ 10 und wahrhaften Reden, der geehrte Herr Aharon Emmerich
‎‏[מברלין נפטר בחצי ימיו]‏‎ aus Berlin, verschieden ›in der Hälfte seiner Tage‹
‎‏[יום ב׳ ג׳ ניסן תקך״ט לפ״ק]‏‎ (am) Tag 2, 3. Nissan 529 der kleinen Zählung.
‎‏[תנצב״ה]‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
‎‏[הן פה נטמן תוך קבר זה]‏‎ Siehe, hier in diesem Grabe wurde geborgen
‎‏[איש בעל דעת ומזימה]‏‎ 15 ein Mann ›von Einsicht und Gedanken‹,
‎‏[קנה בחכמות יד ושם]‏‎ der in Weisheiten ›Denkmal und Name‹ erwarb,
‎‏[גם מעלותיו עלו רומה]‏‎ auch seine Vorzüge hoch erhoben,
‎‏[לא השוה לו חבר עמית]‏‎ kein Gelehrter, kein Mitstreiter war ihm gleich,
‎‏[עד כי עמו מתה חכמה]‏‎ so daß mit ihm die Weisheit starb

 

 Zl 1f: Gen 35,20  Zl 11: Jer 17,11  Zl 15: Spr 1,4  Zl 16: Jes 56,5

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Kommentar

Datierung Gestorben Montag, 10.04.1769
Die histor. Aufnahme zeigt das Grabmal noch vollständig und in situ.
Der Arzt Aharon Emmerich, bekannter als Aron Gumpertz, Freund und Lehrer Moses Mendelssohns war laut Graupe, vielleicht der erste aschkenasischer Jude der voll und ganz im Geiste der Bildung und Aufklärung lebte. Er war am 10.12.1723 als Sproß einer bekannten Rabbiner- und Hofjudenfamilie in Berlin geboren. Neben dem traditionellen Studium erlangte er mit Hilfe seines Lehrers Israel Samosz Wissen in Sprachen, Philosophie und Naturwissenschaften. Vertiefen und erweitern konnte er seine Kenntnisse nachdem er Eingang zur Gelehrtenwelt in Leipzig und Berlin fand. Sein Medizinstudium absolvierte er an der Unviversität zu Frankfurt a.d. Oder. Am 19. März 1751 promovierte er mit der Dissertation "De Temperamentis". Seit 1745, so Kaufmann-Freudenthal, war er mit Hitzel T. Moses Spanier verheiratet. (Eine Angabe die im Widerspruch zu Hitzels Inschrift steht, wonach sie 1761 als 21-Jährige verschied). 1761 übersiedelt er nach Hamburg, wo seine Ehefrau kurz darauf verstarb. Sechs Monate später, am 9. September 1761 heiratete er Friebchen, Tochter von Josef Göttingen. Im selben Jahr erkrankte er an einer Brustkrankheit, die acht Jahre später zu seinem frühen Tod führte. Sein Werk ‎‏מגלה סוד‏‎, "Enthüller des Geheimnisses", wurde zweimal gedruckt: 1765 in Hamburg und 1836 in Wilna. Laut Kaufmann-Freudenthal ein Superkommentar zu Ibn Esras Bibelkommentar, dem eine (laut Breuer-Graetz: autobiographische) Einleitung vorangestellt ist.
Die Eltern des Aharon Emmerich liegen auf dem alten Berliner Friedhof in der Großen Hamburger Straße begraben: Salman S. Kossman Emmerich (gest. 6.12.1761, Landshuth-Nr. 1106) und Schöne T. Aharon Riess SeGaL aus Prag (gest. 29.3.1751, Landshuth-Nr. 0053). Allerdings enthält keine der Inschriften einen Hinweis auf die im shha angegebene Tätigkeit des Vaters als Arzt.
Zln 8b/9a: Anspielung auf eines der berühmten Werke des Maimonides, den 'Führer der Verirrten'.

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Stilmittel

Reim auf -ot in Zln 5-7, auf -im in Zln 8-10, Reim auf -ma in Zln 15,17,19.

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Beschreibung

Lage Planquadrate KC
Schrift erhaben
Zustand 2006 non in situ, liegend; Verwitterung mittel; Beschädigung schwer;

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Zur Familie

Gattin I: Hizel T. Mosche Schiff (Nr. hha-3129)

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Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 1107, W 4386
shha (JG 73), S. 287, Nr. 9; Aharon, Sohn des Arztes, R. Salman Bo.., beigelegt rechts von einer reservierten Grabstelle für (Pessel), die Gattin des R. David Posselburg (W 4385).
David Kaufmann und Max Freudenthal, Die Familie Gomperz, Frankfurt a.M. 1907, S. 164ff, 289, 302, 310, 316, 337
Deutsch-jüdische Geschichte in der Neuzeit, Bd. I, von Mordechai Breuer und Michael Graetz, München 1996, S. 254f., 258, 261, 269, 306f., 316
Heinz Moshe Graupe, Jewish Testaments from Altona and Hamburg (18th Century), in: Michael, On the history of the jews in the diaspora II, Ed. Shlomo Simonsohn and Jacob Toury, Tel Aviv 1973, (Hebr.)
Duckesz, Chachme AHW, S. 48, Nr. 53 (H) und S. 14 (D)
Grunwald, S. 243, Nr. 828

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Fotografien

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Bert Sommer

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2002-07-08
recto

Historische Aufnahmen [Mikrofilme] © Staatsarchiv Hamburg, Bestand 741-4 Fotoarchiv, Signatur P 2333

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Eduard Duckesz Glasplatten © CAHJP Jerusalem, Glasplatten: HMB/2452, Inv 2326 · Digitalisat: CDB/5-7

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-4022
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hha-4022
(last modified - 2013-12-16 12:40)

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