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Hamburg-Altona, Königstraße 6022 inscriptions (1621-1871)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-3535
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-3535: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-3535

Name

Mirjam Sara bat Awraham Rofe ⚭ Schmuel Warburg [02.04.1811]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏האשה החשובה הצנועה היקרה והישרה מרת מרים שרה בת כ״ה אברהם רופא ז״ל‏‎ Die angesehene, züchtige, teure und aufrechte Frau, Frau Mirjam Sara, Tochter des geehrten Herrn Awraham Rofe, sein Andenken zum Segen,
‎‏אשת כ״ה שמואל ווארבורג יצ״ו נפטרת ונקברת יום ג׳ ח׳ ניסן תקע״א‏‎ Gattin des geehrten Herrn Schmuel Warburg, sein Fels und Erlöser behüte ihn, verschieden und begraben Tag 3, 8. Nissan 571.
‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen -
‎‏מות מות ׃ עד אן תפעל‏‎ Tod, Tod, ›wielange wirst du wirken‹
‎‏כמו אלה‏‎ 5 solchermaßen,
‎‏רש גם עשיר כצעיר‏‎ den Geringen wie den Reichen, den Jungen
‎‏כישיש [ב]חמתך תכלה‏‎ wie den Greisen mit deinem Grimme vernichtest du,
‎‏יפעת ביתה תפארת בעלה‏‎ der Glanz ihres Hauses, die Zierde ihres Gatten,
‎‏אף עליה חרבך ה[רי]קות‏‎ auch über sie ›hast du dein Schwert gezogen‹,
‎‏מבניה הרכים האם לקחת‏‎ 10 von den zarten Kindern die Mutter weggenommen,
‎‏ידך לא השיבות‏‎ ›deine Hand hast du nicht zurückgezogen‹.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
‎‏הן עתה בעדן תתענג נשמתה אלומות תשא מפרי [מ]עשיה בעודה‏‎ Doch nun ergötzt sich ihre Seele in Eden, Garben wird sie tragen von der Frucht ihres Wirkens während ihres Daseins,
‎‏לבעלה ולבניה למליץ יהי צדקתה יען לקחה מרים את הטו״ב בידה‏‎ ihrem Gatten und ihren Kindern, Fürsprecher wird ihre Gerechtigkeit sein, ›denn Mirjam nahm das gute in ihre Hand‹,
‎‏שנת יהי מנוחתה כבוד לפ״ק‏‎ 15 im Jahre ›ihre Ruhe sei Herrlichkeit‹ (571) der kleinen Zählung.
 Rückseite
‎‏מרים שרה אשת כ״ה‏‎ Mirjam Sara, Gattin des geehrten Herrn
‎‏שמואל ווארבורג.‏‎ Schmuel Warburg.

 

 Zl 4: nach Ijob 8,2  Zl 9: nach Ex 15,9  Zl 11: nach Jos 8,26  Zl 14: nach Ex 15,10  Zl 15: Jes 11,10

Kommentar

Datierung Gestorben und begraben Dienstag, 02.04.1811 ;
Eine in seiner Form einmaliger Grabmal, dem das Grabmal des Ehegatten (hha-3536, daneben) rund fünfzehn Jahre später angepaßt wurde. Vielleicht waren es ältere Inschriften auf den portugiesischen Grabplatten die auf die äußere Gestaltung inspirierend wirkten. Denn nur diese haben zuweilen Textzeilen, die sich der (dort quadratischen, hier ovalen) Form anpassen. Im oberen Halboval teilen zwei lange Zeilen Namen und Daten mit. Im unteren Halboval ist der Text der künftigen Welt gewidmet und der Hoffnung, die Verstorbene möge dort den verdienten Lohn empfangen und für die noch auf Erden verweilenden Familienmitgliedern eine gute Fürsprecherin sein. Dieser, in zwei Reihen umlaufender Text bildet gewissermaßen den Rahmen für die Klage (des Gatten) ob dem frühen Todes, die optisch und damit auch inhaltlich in dem Mittelpunkt der Inschrift rückt. Schließlich in einem getrenntem Feld die Wiederholung des Datums, diesmal als Chronogramm in Form eines Segenwunsches.
Zl 14: Ex 15,20 nimmt Moses Schwester die Pauke (‎‏תף‏‎) in ihrer Hand; hier wurde durch die veränderte Schreibweise das Wort (‎‏טוב‏‎), gut, Gutes gebildet; doch läßt die nahezu identische Aussprache beide Worte "tof" und "tov" eine klangliche Assoziation entstehen.

Stilmittel

Reim auf -le in Zln 4-7 und -ta in Zln 8-11.
Chronogramm in Zl 15: Die Addition der Zahlenwerte aller Buchstaben gibt das Jahr 571.
Akrostichon in Zeilen 4, 6, 8, 10: ‎‏מרים‏‎ Mirjam

Beschreibung

Lage Planquadrate HF
Beschreibung Zln 4, 5, 13 und 14: außen umlaufend.
Schrift erhaben (VS); vertieft (RS)
Zustand 2006 in situ; Verwitterung leicht; Beschädigung mittel;

Zur Familie

Gatte: Schmuel, Sohn von Elijahu Warburg (hha-3536)

Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 5668, N 3445
shha (JG 73), S. 534, Nr. 17; Mirjam, Gattin des Schmuel Warburg, gestorben in Hamburg, beigelegt links der Witwe von Izek Kohen (N 3446).
Grunwald, S. 304, Nr. 4338, S. 342f, 14 (druckt Inschrift fast vollständig ab)

Verborgene Pracht: Der jüdische Friedhof Hamburg-Altona – Aschkenasische Grabmale, Dresden: 2009, S. 400

Fotografien

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Bert Sommer

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2002-04-26
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2002-05-10
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Historische Aufnahmen [Mikrofilme] © Staatsarchiv Hamburg, Bestand 741-4 Fotoarchiv, Signatur P 2333

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Eduard Duckesz Glasplatten © CAHJP Jerusalem, Glasplatten: HMB/2452, Inv 2326 · Digitalisat: CDB/5-7

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-3535
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hha-3535
(last modified - 2015-07-21 22:38)

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