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Hamburg-Altona, Königstraße 6021 inscriptions (1621-1871)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-3260
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-3260: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-3260
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Name

Freude bat Chajim Fürst ⚭ Reuwen Goldzieher [21.03.1698]          

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Edition und Übersetzung

‎‏אבן‏‎ ›Ein Eckstein‹
‎‏פנה הוקם לאשה מלמדה ׃‏‎ ist aufgestellt für eine gelehrte Frau,
‎‏רוב שבחה שפר להגידה ׃‏‎ vielfältiger Lobpreis ist die Zierde für ihren Verstand,
‎‏יציאתה כביאתה כבדה ׃‏‎ beim Ausgang wie beim Eingang war sie geachtet.
‎‏ידה טוו ציצת ולפידה ׃‏‎ 5 ›Ihre Hände spannen‹ Schaufäden, tatkräftig
‎‏דרשה צמר ובכל מאודה ׃‏‎ ›sie besorgte Wolle‹ und das ›mit all ihrem Vermögen‹,
‎‏הלכה ל״ה ויסגר ה׳ בעדה ׃‏‎ sie ging zum Ewigen und ›der Ewige schloss für sie zu‹.
‎‏ה״ה הצנועה מרת פריידה ׃‏‎ Es ist die Züchtige, Frau Freude,
‎‏בת האלוף כ׳ חיים פערשט‏‎ Tochter des Vornehmen, des geehrten Chajim Fürst,
‎‏ז״ל אשת האלוף הר״ר ראובן‏‎ 10 sein Andenken zum Segen, Gattin des Vornehmen, des Meisters, Herrn Reuwen
‎‏ג״צ יצ״ו נפטרה ונקברה יום‏‎ Goldzieher, sein Fels und Erlöser behüte ihn, verschieden und begraben (am) Tag
‎‏ו׳ עש״ק ט׳ ניסן תנ״ה לפ״ק‏‎ 6, (am) Rüsttag des heiligen Schabbat, 9. Nissan 455 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה ‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 1: Ps 118,22  Zl 5: Ex 35,25  Zl 6: Spr 31,13 | Zl 6: Dtn 6,5; 2 Kön 23,25  Zl 7: Nach Gen 7.16

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Kommentar

Datierung Gestorben und begraben Freitag, 21.03.1698 ;
Zl 5b: Als ‎‏אשת‏‎ ‎‏לפידות‏‎ (Frau aus Lapidot) wird in Ri 4,4 die Richterin, Prophetin und Heerführerin Dewora bezeichnet. Die rabbinische Tradition leitet das unklare Wort aus ‎‏לפיד‏‎ (Fackel) ab und nutzt diese Etymologie, um Dewora (auch) einen Frauenberuf zuzuschreiben: Sie habe nämlich Dochte für das Heiligtum gedreht (bMeg 14a). Der Bibelkommentator Levi ben Gerschom betrachtet ‎‏אשת לפידות‏‎ als Synonym von ‎‏אשת חיל‏‎ (tüchtige Frau); David Altschuler erklärt, Dewora sei in ihrer Handarbeit "eine tüchtige Frau, fleißig in ihren Werken wie eine Fackel" gewesen. Hierher der in Inschriften vom Ende des 17. Jhs. beliebte Ausdruck ‎‏אשת לפידה‏‎; siehe Nr. hha-2415, hha-3227, hha-3314.
Zl 6: Gemeint ist, dass sie aus eigenem Vermögen Wolle kaufte und die Schaufäden herstellte, um den Männern die korrekte Befolgung des Zizit-Gebotes zu ermöglichen.
Abkürzung Zl 7a: Das Wort ‎‏ל׳ה׳‏‎, mit zwei Abkürzungszeichen versehen, könnte zusätzlich als Altersangabe gelesen werden: Freude wäre demnach 35 Jahre alt geworden.

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Stilmittel

Reim auf -dah in Zln 2-8.
Akrostichon in Zeilen 2-7: ‎‏פריידה‏‎ Freude

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Beschreibung

Lage Planquadrate GN
Schrift erhaben
Zustand 2006 in situ; Beschädigung leicht;

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Denkmalpflegerische Maßnahmen

2008/2009: 1. Zu tief im Erdreich stehendes Grabmal hochgezogen, standsicher versetzt; 2. Schonende Reinigung mit überhitztem Wasser (ausgeführt durch Schmalstieg GmbH, Burgwedel)

Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 4926, S 877; Ruben, Frau Freide, gb. Chajim Fürst; 9. Si 455; 23.05.1695
shha (JG 73): -
Grunwald, S. 293, Nr. 3746; Datum: 9. Si 455

Fotografien

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Bert Sommer

heutiges Foto
2002-06-04
recto

Historische Aufnahmen [Mikrofilme] © Staatsarchiv Hamburg, Bestand 741-4 Fotoarchiv, Signatur P 2333

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-3260
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hha-3260
(last modified - 2013-04-29 14:15)

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