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Hamburg-Altona, Königstraße 6072 Inschriften (1621-1871)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-3168
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-3168: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-3168

Name


Jizchak Lelub ben Schlomo [11.05.1697]                

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏אבן‏‎ Ein Stein
‎‏יזעק עלי צדיק ראש יניח ׃‏‎ klagt um einen Gerechten, der das Haupt niederlegt.
‎‏צו[ח{ה}] תשובה וצדקה יפריח ׃‏‎ Er rief zur Umkehr und Wohltätigkeit läßt er blühen.
‎‏חריפתו אלהי ואנשים שמח ׃‏‎ Sein Scharfsinn ›erfreute den Ewigen und (die) Menschen‹.
‎‏קוץ וקוץ דרש רזין מפענ[ה{ח}] ׃‏‎ 5 Tüpfelchen für Tüpfelchen legte er aus, Geheimnisse entzifferte er.
‎‏בקי בנגעים אהלות יכיח ׃‏‎ Bewandert im (Traktat) "Aussatz", (Traktat) "Zelte" erörterte er,
‎‏הדרשן הגדול רב ומוכיח ׃‏‎ der große Prediger, Meister und Sittenlehrer.
‎‏ה״ה העניו וחסיד מוהר״ר יצחק‏‎ Das ist der Mann, der Demütige und Fromme, unser Lehrer und Meister, Herr Jizchak
‎‏לעלוב במהו״ר שלמה ז״ל נפטר‏‎ Lelub, Sohn unseres Lehrers und Meisters, Herrn Schlomo, sein Andenken zum Segen, starb
‎‏יום ג׳ ך׳ אייר תנ״ז לפ״ק ונקבר יו׳‏‎ 10 Tag 3, 20. Ijar 457 der kleinen Zählung und ward begraben Tag
‎‏ד׳ ך״א בו תנצב״ה‏‎ 4, 21. desselben. Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 4: Ri 9,13

Kommentar

Datierung Gestorben Samstag, 11.05.1697 ; begraben 1 T. Datum unstimmig: Der 20. Ijar fiel auf einen Samstag, laut Inschrift auf einen Mittwoch. M. Grunwald gibt den 10. Ijar, der ein Mittwoch war, an.
Die Grabschrift des R. Jitzchak Lelub gibt das einzige Altonaer Beispiel für einen beruflichen Prediger, der die Gemeinde zu Frömmigkeit und Armenhilfe anhielt. Als Gelehrter gerühmt, wird er gleichwohl mit rabbinischer Halacha und Gerichtsbarkeit nicht in Verbindung gebracht; vielmehr erscheint er als ein Theoretiker, der die im Alltag kaum berücksichtigte letzte Ordnung der Mischna studierte und diesen Texten einen esoterischen Sinn abgewann. Seine Lehrtätigkeit stand vermutlich im Rahmen des volkstümlichen Mischnastudiums nach dem Gottesdienst, einem Brauch, der aus der Prager Kabbalistenschule des Hohen Rabbi Löw ausging und im 17. Jahrhundert weite Verbreitung erfuhr.
Zl 6: Nega'im (Aussatz) und Ohalot (Zelte) sind zwei Traktate der sechsten Mischnaordnung Toharot, die sich mit der rituellen Unreinheit von Kranken und Leichen beschäftigen und seit der Zerstörung des Tempels ihre praktische Anwendbarkeit verloren haben. In Mystikerzirkeln galt das Studium solcher "toten" Traktate als eine besonders verdienstvolle asketische Übung.

Stilmittel

Reim auf -ach in Zeilen 2-7.
Akrostichon in Zeilen 2-5: ‎‏יצחק‏‎ Jizchak

Beschreibung

Lage Planquadrate GN
Beschreibung Hochrechteckige Stele mit geschweiftem Bogenabschluß und Rahmenleiste. Buchstaben erhaben. Im Bogenfeld das Wort ‎‏אבן‏‎.

Denkmalpflegerische Maßnahmen

2008/2009: 1. Zu tief im Erdreich stehendes Grabmal hochgezogen, standsicher versetzt; 2. Schonende Reinigung mit überhitztem Wasser (ausgeführt durch Schmalstieg GmbH, Burgwedel)

Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 3319, S 943; Datumsangabe: 20. Ijar 457
shha (JG 73): -
Duckesz, Chachme AHW, S. 7, Nr. 9 (H) und S. 3 (D)
Grunwald, S. 271, Nr. 2468; Datumsangabe: 10. Ijar 457

Verborgene Pracht: Der jüdische Friedhof Hamburg-Altona – Aschkenasische Grabmale, Dresden: 2009, S. 267

Fotografien

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Bert Sommer

heutiges Foto
2002-04-23
recto

Historische Aufnahmen [Mikrofilme] © Staatsarchiv Hamburg, Bestand 741-4 Fotoarchiv, Signatur P 2333

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-3168
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hha-3168
(letzte Änderungen - 2015-07-21 22:38)

 

Steinheim-Institut
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