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Hamburg-Altona, Königstraße 6022 inscriptions (1621-1871)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-3167
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-3167: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-3167

Name

Ascher Anschel ben Elieser SeGaL Winfe [16.07.1697]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏על[יו נא]מר‏‎ Über ihn heißt es:
‎‏ללוי‏‎ ›Über Levi
‎‏אמר [ת]מיך‏‎ sprach er: deine Tummim,
‎‏אוריך לאיש חסידך אשר ׃‏‎ deine Urim sind für den Mann, deinen Frommen, welchen
‎‏נסיתו במסה ונמצא כשר ׃‏‎ 5 du versucht hast bei Massa,‹ und er wurde für tugendhaft befunden
‎‏שנה הלכות חכם ידע פשר ׃‏‎ Er wiederholte (halachische) Bestimmungen, ›ein Weiser, der die Deutung kannte‹.
‎‏יד פתח במתן ענים ותשר ׃‏‎ (Er hatte eine) offene Hand mit (einem) Geschenk (für die) Armen und einer Gabe.
‎‏לחם עני לליל [...]שר ׃‏‎ ›Brot des Elends‹ für die Nacht...
‎‏עץ חיים על[...]שר ׃‏‎ ›Der Baum des Lebens‹ ...den Weg? der Geradheit?
‎‏צדיק י[...] אבד כנשר ׃‏‎ 10 ›Der gerechte ist ein ewig fester Grund‹ ›(hat) Schwingen?, wie ein Adler‹
‎‏הוא האלוף כמר [...] אשר‏‎ Es ist der Vornehme, der geehrte Herr ... Ascher
‎‏אנשיל בהר״ר אליעזר סג״ל‏‎ Anschel, Sohn des Meisters, Herrn Elieser SeGaL
‎‏ווינפא נפטר ליל ג׳ ונקבר‏‎ Winfe, verschied Nacht 3 und ward begraben
‎‏יום ג׳ ך״ז תמוז ש׳ תנ״ז לכ(פ)״ק‏‎ Tag 3, 27. Tammus, Jahr 457 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 15 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zln 2-5: Dtn 33,8  Zl 6: Koh 8,1  Zl 8: Dtn 16,3  Zl 9: Spr 11,30  Zl 10: Spr 10,25 | Zl 10: Nach Jes 40,31

Kommentar

Datierung Gestorben Nacht zum Dienstag, 16.07.1697 ; begraben 0 T.
Die Eulogie entfaltet eine vom biblischen Mosesegen über den Stamm Levi, der sich als treu gegenüber dem Ewigen erwies und daher mit dem Dienst am Heiligtum betraut wurde, ausgehende Charakterzeichnung des Verstorbenen, der seinerseits ein Nachkomme des Stammes Levi war. Wie seine Altvorderen, die u.a. auch mit der Unterweisung des Volkes beauftragt waren, war er mit Tora und Talmud vertraut und verstand sich auf die - nunmehr rabbinischen - gesetzlichen Bestimmungen und Auslegungen. Zu seinem frommen und gelehrten Lebenswandel gehörte auch sein Engagement in der Wohltätigkeit, die nach mPea I,1 ohne Maß ist, und dem sie Ausübenden ist Lohn in der künftigen Welt verhießen. Auch trägt er auf diese Weise zum Erhalt der Welt bei, denn nach Av I,2 ist das Weiterbestehen der Welt auf drei Dingen gegründet: auf der Tora, dem Gottesdienst und der Liebestätigkeit (Gemilut Chassadim). Der Abschluß der Eulogie stellt insofern eine schlußfolgernde Zusammenfassung und Klimax dar: Herr Ascher, dessen Name schon im eingehenden Segenspruch im Pronomen awr vorweggenommen und nach dem der Reim der gesamten Eulogie ausgerichtet ist, erhält hier leise und indirekt die Prädikationen "Zadik" und "Adler".
Zl 5a ‎‏שנה הלכות‏‎ kommt in ‎‏אליהו זוטא (איש שלום),א׳‏‎ vor. Vgl. auch ‎‏אוצר המדרשים (איזנשטיין),קז׳,כא׳‏‎.
Zl 6: Zu ‎‏יד פתח‏‎ könnte inhaltlich aus Dtn 15,8.11 geschöpft sein.
Zl 10b: ‎‏צדיק יסד עלם‏‎ wird auch in bYom 38b thematisiert. Von daher ist auch eine metaphysisch-kosmologisch ausgerichtete Übersetzung von ‎‏עולם‏‎ berechtigt: Der Gerechte ist eine Grundfeste der Welt.
Zl 10b: Auch wurde ‎‏נשר‏‎ schon früh zuweilen als Ehrentitel für große Gelehrte, wie z. B. für Maimonides, verwendet.
Zl 13: Der Name ‎‏ווינפא‏‎ ist "Wainpa" (Wimpfen) transkribiert. Anstelle des ‎‏ק‏‎ steht versehentlich ‎‏כ‏‎ in der Abkürzung ‎‏לפ״ק‏‎.

Stilmittel

Reim Endreim auf -scher in den Zln 4-11, wobei der Name Ascher Anfang und Ende des Reimblocks bildet.
Akrostichon in Zeilen 4-8: ‎‏אנשיל‏‎ Anschel

Beschreibung

Lage Planquadrate GM
Beschreibung Hochrechteckige Stele mit reliefierten, gesockelten Pilastern, Kompositkapitellen, Kämpferaufsätzen und geschweiftem, gekehlt-vorkragendem Bogen mit Eckakroterien. Rahmen scharriert. Im Bogenfeld als Relief eine von einer Hand, die aus Wolken hervorbricht, in Gießposition gehaltene Levitenkanne, aus der Wasser über einer Schale mit der Inschrift ‎‏ללוי‏‎ strömt. Buchstaben erhaben.
Abkürzungszeichen Trennzeichen: Rauten; Abkürzungszeichen: Krönchen.
Symbol Levitenkanne
Zustand Verwitterung stark

Zur Familie

Gattin: Mate bat Jehuda Löb b. Jizchak Rothschild (Nr. hha-3166)

Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 5832, S 944; Namensangabe: Wimpfen, Anschel Ascher, Sohn des Elieser SeGaL
shha (JG 73): -
Grunwald, S. 306, Nr. 4462

Fotografien

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Bert Sommer

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2002-04-23
recto

Historische Aufnahmen [Mikrofilme] © Staatsarchiv Hamburg, Bestand 741-4 Fotoarchiv, Signatur P 2333

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-3167
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hha-3167
(last modified - 2013-07-25 12:15)

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