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Hamburg-Altona, Königstraße 6021 inscriptions (1621-1871)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-3161
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-3161: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-3161
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Name

Hizle bat Meir Heilbut ⚭ Mosche ben Jaakow Schmuel Warburg [24.01.1693]          

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Edition und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist geborgen
‎‏האשה היקרה והמעולה ׃‏‎ die teure und hervorragende Frau,
‎‏יומם ולילה הדר פעלה ׃‏‎ Tag und Nacht ›(tat sie) prachtvolle Arbeit‹,
‎‏צלחה להמחיה וכלכלה ׃‏‎ erfolgreich bei Lebensunterhalt und Versorgung.
‎‏לחכמה אחתה והיא צלה ׃‏‎ 5 Die ›Weisheit (nannte sie) ihre Schwester‹, und sie war ihr Schatten;
‎‏היתה כאנית סחר בעלה ׃‏‎ ›sie war wie ein Kauffahrtsschiff‹ ihres Gatten.
‎‏מחבלי ילדה רוחה עלה ׃‏‎ ›Von den Geburtswehen‹ stieg ihr Geist auf:
‎‏ה״ה הצנועה מרת היצלה ׃‏‎ es ist die Züchtige, Frau Hizle,
‎‏בת האלוף כ׳ מאיר היילבוט יצ״ו‏‎ Tochter des Vornehmen, des geehrten Meir Heilbut, sein Fels und Erlöser behüte ihn,
‎‏אשת האלוף כ׳ משה ב׳ הכר׳ יעקב‏‎ 10 Gattin des Vornehmen, des geehrten Mosche, Sohn des geehrten Herrn Jaakow
‎‏שמואל ז״ל וורברג נפטרה יו׳ ש״ק‏‎ Schmuel Warburg, sein Andenken zum Segen, verschieden (am) Tage des heiligen Schabbat,
‎‏י״ז שבט ונקברה יום א׳ ח״י בו ש׳‏‎ 17. Schwat, und begraben Tag 1, 18. desselben, im Jahre
‎‏תנ״ג לפ״ק‏‎ 453 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 3: Ps 111,3  Zl 5: nach Spr 7,4  Zl 6: Spr 31,14  Zl 7: Hos 13,13

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Kommentar

Datierung Gestorben Samstag, 24.01.1693 ; begraben am nächsten Tag
Die Eulogie bringt durch teils zitierende, teils assoziierende Formulierungen das Lob der tüchtigen Gattin zum Ausdruck, der bei oder infolge der Geburt verstorbenen Frau Hizle. Ihr hoher gesellschaftlicher Status zeigt der Titel "Aluf", der Vornehme, der sowohl ihren Vater als auch ihren Ehemann vorangestellt sind. Der Vorname der Verstorbenen ist zweimal im Grabgedicht aufgegriffen und grafisch hervorgehoben: einmal im Akrostichon der Zeilen 2 bis 6, ein zweites Mal in der hebräischen Wendung ‎‏היא צלה‏‎, "Sie ist ihr (der Weisheit) Schatten". Das Schluss-he ist nicht markiert: Entweder ist die Markierung abgefallen oder es soll eine Anspielung auf die Kurz- und Koseform "Hitzel" sein.

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Stilmittel

Verseulogie: siebenzeiliges Namensgedicht mit durchlaufendem Reim und Akrostichon; vierhebige Verse
Reim auf -lah in Zln 2-8 (den Namen einschließend).
Akrostichon Akrosticha in Zeilen 2-6 ‎‏היצלה‏‎ Hizle

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Beschreibung

Lage Planquadrate GM GN
Beschreibung Hochrechteckige Stele mit geschweiftem Bogen und vorkragender, gefaster und scharrierter Rahmenleiste. In den Zwickeln Tetraederblöcke. Angedeuteter Kämpferaufsatz. Im Bogenfeld die Abkürzung ‎‏פ״נ‏‎ im oberen Winkel zweier gekreuzter Palmblätter.
Schrift erhaben
Abkürzungszeichen Satztrenner: Stilisierte Tulpenkelche. Abkürzungszeichen: Krönchen und gerautete Punkte.
Ornament florale Verzierung
Zustand 2006 non in situ;

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Denkmalpflegerische Maßnahmen

2008/2009: 1. Liegendes Grabmal, einfach gebrochen: verankert, geklebt und standsicher aufgestellt; 2. Schonende Reinigung mit überhitztem Wasser (ausgeführt durch Schmalstieg GmbH, Burgwedel)

Zur Person

Hizla bat Meir Heilbut, die erste Frau von Moses Warburg, starb während oder nach der Geburt ihres Kindes. Die Grabinschrift betont ihren gesellschaftlichen Status und hebt die Verdienste ihres Mannes und ihres Vaters hervor. Das Ehepaar hinterließ zwei Kinder, die Tochter Reize (Nr. hha-1515) und den Sohn Schmuel (Samuel) (Nr. hha-0619), der die Tradition der Familie fortführt. Ihre Mutterrolle wird allein aufgrund ihrer Todesumstände erwähnt, da das Lobgedicht sich auf ihre Handelstätigkeit, Weltgewandtheit und Geschäftsklugheit konzentriert.

Zur Familie

Gatte: Mosche ben Jacob Samuel Warburg (Nr. hha-1488)

Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 5574, S 979; Datumsangabe: 17. Schwat 456 (21.01.1696); vermutlich wurde Gimel als Waw gelesen
shha (JG 73): -
Grunwald, S. 303, Nr. 4300, S. 341, 1 (Inschrift); Datumsangabe: 17. Schwat 456

Verborgene Pracht: Der jüdische Friedhof Hamburg-Altona – Aschkenasische Grabmale, Dresden: 2009, S. 385

Fotografien

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Bert Sommer

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2002-04-23
recto
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2002-05-26
recto

Historische Aufnahmen [Mikrofilme] © Staatsarchiv Hamburg, Bestand 741-4 Fotoarchiv, Signatur P 2333

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Schmalstieg, Denkmalpflegerische Massnahme

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2010-2012
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-3161
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hha-3161
(last modified - 2015-07-21 22:38)

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