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Hamburg-Altona, Königstraße 6072 Inschriften (1621-1871)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-3091
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-3091: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-3091

Name


Hewi Sara bat Naftali Hirz Schiff Hakohen ⚭ Selig Berlin [28.05.1782]                

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏האשה עליה ויי ויגון‏‎ die Frau, um sie Weh und Kummer,
‎‏שבר רב הוא‏‎ eine große Zerschmetterung ist es,
‎‏אבידה רבה זאת במות׳‏‎ ein großer Verlust ist diese durch ihren Tod,
‎‏בת מאה נאבד הדרה‏‎ 5 hundert Jahre alt ging verloren ihre Pracht,
‎‏שמה מ׳ העווי שרה‏‎ ihr Name Frau Hewi Sara,
‎‏אשת כ״ה זעליג ברלין‏‎ Gattin des geehrten Herrn Selig Berlin,
‎‏בת המנוח מה״ו נפתלי‏‎ Tochter des Seligen, unseres Lehrers und Meisters, Herrn Naftali
‎‏הירץ שיף הכהן נפטר׳‏‎ Hirz Schiff Hakohen, verschieden
‎‏ונקברה ביום שנכפל‏‎ 10 und begraben an dem Tag, an dem verdoppelt war
‎‏בו טוב זה המות טו׳‏‎ "gut", das ist der Tod, 15.
‎‏סיון תקמ״ב לפ״ק תנצב״ה‏‎ Sivan 542 der kleinen Zählung. Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

Kommentar

Datierung Gestorben und begraben Dienstag, 28.05.1782 ;
Schwermütige Trauer ist variationsreich in den Zeilen der Eulogie festgehalten. Nach der Angabe in Zeile 5 hat Frau Hewi Berlin das außergewöhnlich hohe Alter von hundert Jahren erreicht. Nach Av V, 26 wird ein Mensch dieses Alters angesehen, als sei er schon nicht mehr von dieser Welt. Am Schluß der Epitaphinschrift schwingt ein leiser Ton des Trostes mit, da auch der Tod als notwendig und "gut" (s.o. zu Z 10b/11) akzeptiert wird. Die auf -in reimenden Zeilen 2 und 7 bilden quasi den Rahmen des Eulogietextes.
Aufgrund der Genusendungen ist erkennbar, daß der Epitaph für eine Frau gesetzt wurde.
Falk lautete wahrscheinlich der Nachname des Ehemannes.
Aufgrund Namen und Datumsangabe keine entsprechende Eintragung im Verzeichnis Grunwald gefunden.
Zl 2: Vgl. Jer 8,18 und Jer 45,3. Der Klageruf ‎‏ויי‏‎ ist für die talmudische Epoche belegt.
Zl 3: Vgl. den synonymen biblischen Ausdruck ‎‏שבר גדול‏‎ z.B. in Jer 14,17 und Zeph 1,10.
Zl 10b/11: ‎‏שנכפל בו טוב‏‎ ist ein Idiom, mit dem der Dienstag paraphrasiert ist, da bei Schaffung der Welt an ihm zweimal das Wort "gut" gebraucht ist (Gen 1, 9-13). Der in diesem Zusammenhang erscheinende Ausdruck ‎‏זה המות‏‎ (vgl. Sefer Schaarei Tschuva, Schaar 2, 25) entstammt einer Diskussion der Weisen im Sefer haAggada, Maasei Chachamin, Bd. II, über eine Randbemerkung Rabbi Meirs zu Gen 1,31, in der er das Wort ‎‏מאד‏‎ in ‎‏מות‏‎ änderte. Er vertrat aus verschiedenen Gründen die Auffassung, daß der Todesengel, und also der Tod, mit gleicher Berechtigung "gut" geheißen werde wie der Engel des Lebens.

Stilmittel

Reim auf -in in Zln 2 / 7, auf -rah in Zln 5 / 6.
Akrostichon verbunden mit markierten Anfangsbuchstaben der Namen des Vaters und des Ehemannes: ‎‏העווי שרה (א)שת(ר)בי(ז)עליג(ב)רלין(ב)ת(מ)נוח(נ)פתלי(ה)ירץ(ש)יף(ה)כהן‏‎ HEWI SaRaH Gattin (des) Herrn Selig Berlin Tochter (des) seligen Naftali Hirz Schiff Hakohen

Beschreibung

Material Sandstein
Lage Planquadrate GL
Beschreibung Hochrechteckige Stele mit geschweiftem Bogenabschluß und schmaler, scharrierter Rahmenleiste um das vertiefte Schriftfeld mit erhabenen Buchstaben. Am Bogenscheitel ein Stück fehlend. Im Bogenfeld die Abkürzung ‎‏פ״ט‏‎. Der Epitaph ist unterhalb der letzten Zeile zerbrochen. Das untere Epitaphteil fehlt. Das auf dem Foto zu sehende angelegte untere Epitaphteil mit dem Schlußteil einer Inschrift gehört zu einer anderen Grabstele (siehe unten).
Schrift erhaben
Zustand 2006 Beschädigung schwer;

Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 277, O 2287
shha (JG 73), S. 371, Nr. 11; die Gattin von Selig, Sohn von Aharon Berlin, gestorben in Hamburg, beigelegt links einer reservierten Grabstelle für die Witwe des Awraham, Sohn des Bonfit.
Grunwald, S. 233, Nr. 260

Fotografien

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Bert Sommer

heutiges Foto
2002-05-24
recto

Historische Aufnahmen [Mikrofilme] © Staatsarchiv Hamburg, Bestand 741-4 Fotoarchiv, Signatur P 2333

heutiges Foto
1942-1944

Regina Schwarzburg, Denkmalpflegerische Massnahme

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2007
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-3091
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hha-3091
(letzte Änderungen - 2013-03-23 14:28)

 

Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=hha-3091
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