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Hamburg-Altona, Königstraße 6072 Inschriften (1621-1871)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-3087
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-3087: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-3087

Name


Seew Wolf ben Meir Traub [26.04.1779]                

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏בירח זיו מת בחצי ימיו‏‎ Im Monat des Glanzes verstarb in der Hälfte seiner Tage
‎‏איש תם וישר וירא אלקים‏‎ ein Mann, unsträflich und aufrecht und ehrfürchtend den Ewigen,
‎‏פזר נתן לאביוני׳ ולא הגיע‏‎ er streute aus, gab den Armen und erreichte nicht
‎‏לימי בכורי ענבים על זאת‏‎ die Tage der Erstlinge der Trauben, darüber
‎‏ידוו כל הדווים ועליו נאמר‏‎ 5 sind die Betrübten betrübt und über ihn ist gesagt,
‎‏טוב יום המות מיום הולדו‏‎ besser der Tag des Todes als der Tag, da er geboren ward,
‎‏עשה נחת רוח ליוצרו בשמו‏‎ und er bereitete Freude seinem Schöpfer, mit seinem Namen
‎‏יקרא זאב וואלף בן הג״צ כה״ר‏‎ heißt er Seew Wolf, Sohn des Wohlfahrtsverwalters, des geehrten Herrn
‎‏מאיר טרויב נפט׳ בש״ט יוד אייר‏‎ Meir Traub, verschied mit gutem Namen, zehnter Ijar
‎‏תקל״ט לפ״ק תנצב״ה‏‎ 10 539 der kleinen Zählung. Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

Kommentar

Datierung Gestorben Montag, 26.04.1779
In der Eulogie ist primär Verzweiflung und Zweifel angesichts der Tatsache, daß trotz frommen Lebenswandels ein gütiger und wohltätiger Mensch vor Erreichung der Hälfte seiner Tage, traditionell gemäß Ps 90,10 also vor dem 35. Lebensjahr, stirbt, zum Ausdruck gebracht. Denn nach biblischer Ansicht sind vor allem Übeltäter von solchem Schicksal betroffen (Ps 55,23, Jer 17,11). Herr Traub, auf dessen Namen die reliefierte Weintraube anspielt, jedoch war wie Ijow ein außerordentlich untadeliger, frommer und in der Zedaka, der Wohltätigkeit engagierter Mann. Letztendlich scheint in dem auf das fatale Fazit des Isi ben Jehuda (bSchab 13a) folgenden, in der Eulogie (Zl 5) zitierten resignierenden Resümee die Ohnmächtigkeit der Menschen angesichts der Unerklärlichkeit des himmlischen Urteils auf.
Zl 1a: Zu ‎‏בירח זיו‏‎ vgl. Radak, der in seinem Kommentar zu 1Kön 6,1 erklärt, daß aufgrund der erwachenden Natur mit diesem Ausdruck der Monat Ijar bezeichnet ist. Ähnlich jRH I,56d, wo angeführt ist, daß die ganze Welt in diesem Monat in Blüte steht. Vgl. auch bRH 11a.
Zl 1b: Nach bSchab 13a, wo unter Bezugnahme auf Dtn 30,20 zweifelnde Fragen einer Witwe, deren Gatte trotz vorbildlich frommer Lebensführung "in der Hälfte seiner Tage" gestorben ist, erörtert werden.
Zl 2: Ijob 1,8; 2,3.
Zl 3a: Ps 112,9; vgl. dazu auch Metzudat David.
Zl 3b/4a: ist eine Kombination von Zitaten aus BerR Parascha ‎‏צו‏‎ (Ausgabe Albeck): ‎‏ולא הגיע לימי אבותיו ...‏‎ und Num 13,20: ‎‏ימי בכורי ענבים‏‎.
Zl 4b/5a: ist leicht abgewandeltes Zitat aus bQid 81b: Dort wird in Konsequenz diverser Möglichkeiten von Schuldigwerden von Isi ben Jehuda das Fazit gezogen: "Und (obwohl) er es nicht wußte und schuldig wird, trage er (dennoch) seine Sünde."
Zl 6: Koh 7,1.
Zl 9: Zu ‎‏בשם טוב‏‎ vgl. bBer 17a. Die Zahl 10 ist als Wort ausgeschrieben. Das ‎‏ר‏‎ in ‎‏אייר‏‎ ist auf den Rahmen geschrieben.

Beschreibung

Maße 0,980 x 0,590 x 0,110 m
Material Sandstein
Lage Planquadrate GL
Beschreibung Hochrechteckige Stele mit flachem geschweiften Bogen und Rahmenleiste. Vertieftes Inschriftenfeld. Im Bogenscheitel zwischen zwei Blättern entsprossend, hängt eine reliefierte Weintraube ins Schriftfeld bis zur ersten Textzeile. Abkürzungszeichen: Häkchen.
Symbol Namenssymbol: Trauben
Zustand 2006 Beschädigung schwer;
2006 Der Epitaph ist in vier Teile unterschiedlicher Größe zerbrochen;

Denkmalpflegerische Maßnahmen

2005: 1. Verankerung u. Verklebung der Grabmalteile; 2. Aufstellung + standsichere Versetzung; 3. Reinigung mit Wasserdampf. (ausgeführt durch Fa. M. Kulmer)

Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 5503, O 1836
shha (JG 73), S. 353, Nr. 8; Wolf, Sohn von Meir Traub, gestorben in Hamburg, beigelegt links von Bendit Schiff Kohen (Nr. hha-3078, O 1835)
Grunwald, S. 300, Nr. 4141

Fotografien

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Bert Sommer

heutiges Foto
2002-05-15
recto

Historische Aufnahmen [Mikrofilme] © Staatsarchiv Hamburg, Bestand 741-4 Fotoarchiv, Signatur P 2333

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1942-1944

Regina Schwarzburg, Denkmalpflegerische Massnahme

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2007

Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-3087
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hha-3087
(letzte Änderungen - 2013-07-25 12:15)

 

Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=hha-3087
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