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Hamburg-Altona, Königstraße 6022 inscriptions (1621-1871)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-2744
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-2744: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-2744

Name

Channa Mirjam bat Schimschon Wertheim ⚭ Seligman Kohen [05.02.1738]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פה‏‎ Hier
‎‏[נגנ]ז[ה] קרית חנה עליזה‏‎ ist verwahrt (in ihrer) ›Lagerstätte, Channa‹, eine fröhliche,
‎‏[כלי]לא דוורדא שלא בעונתה‏‎ ›ein Rosenkranz‹, nicht zu der (bestimmten) Zeit (gestorben),
‎‏אשה חכמה וצנועה וחסידה‏‎ eine Frau, weise, züchtig und fromm,
‎‏אשת חיל יראת ה׳ היא תתהלל‏‎ 5 ›eine tüchtige Gattin‹, ›die den Ewigen ehrfürchtet, sie werde gepriesen‹,
‎‏ובצדקתה תמיד ידה מכיסה‏‎ und in ihrer Wohltätigkeit war stets ihre Hand aus ihrem Geldbeutel
‎‏לא זזה‏‎ nicht gewichen,
‎‏מרת חנה מרים בת מזה בן‏‎ Frau Channa Mirjam, ›Tochter eines Fürsten, Sohn
‎‏מזה ׃ הגאון אב״ד הקצין‏‎ eines Fürsten‹, des überragenden Gelehrten, des Vorsitzenden der Gerichtsbarkeit, des weitbekannten
‎‏המפורסם מהור״ר שמשון‏‎ 10 Einflußreichen, unseres Lehrers, des Meisters, Herrn Schimschon
‎‏ווערטהיים מווין אשת‏‎ Wertheim aus Wien, Gattin
‎‏הרבני הקצין המפורסם פ״ו‏‎ des Rabbinischen, des weitbekannten Einflußreichen, des Vorstehers und Leiters,
‎‏מהור״ר זעליגמן כהן נפטר׳‏‎ unsers Lehrers, des Meisters, Herrn Seligman Kohen, verschieden
‎‏ונקברה יום ד׳ ט״ו שבט‏‎ und begraben Tag 4, 15. Schwat
‎‏תצ״ח לפ״ק‏‎ 15 498 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה ‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 2: Jes 29,1  Zl 3: Vgl. bShab 152a  Zl 5: Spr 31,10 | Zl 5: Spr 31,30  Zl 8f: bBer 28a

Kommentar

Datierung Gestorben und begraben Mittwoch, 05.02.1738 ;
Channa Mirjam war die jüngste Tochter des berühmten Wiener Rabbiners und Hoffaktors Samson Wertheimer. Ihr Gatte, Seligmann Kohen war ein Sohn des Berend Kohen, dem Gründer der Klause in Hamburg. Die histor. Aufnahme zeigt das Grabmal vollständig, wenn auch bereits teilweise verwittert.
Zl 2: Der Jesaja-Vers meint, nach Meinung einiger Kommentatoren, Jerusalem, die Stadt, in der König David lagerte bzw. residierte. Das Wort ‎‏חנה‏‎ hat hier eine doppelte Bedeutung. Es meint sowohl das Verb lagern, ruhen, als auch den Namen Channa, auf den hier angespielt wurde. Dies sucht die Übersetzung wiederzugeben.
Zl 3a: In bShab 152a heißt es: "die Jugend ist ein Rosenkranz". Aus dem Vergleich der Verstorbenen mit einem Rosenkranz weiß somit der Talmudkenner, dass Channa in jungen Jahren verstarb.
Zln 8b/9a: Wörtlich heißt es in bBer 28a: "Sprengender, Sohn eines Sprengenden". Es waren Priester, die im Tempel das Wasser sprengten, eine angesehene Tätigkeit, aus der eine Umschreibung, Bezeichnung für einen Hochangesehen, einen Fürsten wurde. Dies trifft natürlich im hohen Maße auf den sehr berühmten Vater, Samson Wertheimer zu.

Stilmittel

Reim auf -asah in Zln 2 (Binnenreim), 7,9.

Beschreibung

Lage Planquadrate GF
Schrift erhaben
Ornament florale Verzierung; gestalterische Verzierung
Zustand 2006 unterer Teil in situ, oberer liegend; Verwitterung leicht; Beschädigung mittel;

Denkmalpflegerische Maßnahmen

2012: 1. Liegendes Grabmal, einfach gebrochen: verankert, geklebt und standsicher aufgestellt; 2. Schonende Reinigung mit überhitztem Wasser (ausgeführt durch Schmalstieg GmbH, Burgwedel)

Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 744, N 3249
shha (JG 73), S. 84, Nr. 6; Channa, Tochter von R. Schimschon Wien, Gattin des Vorstehers R. Seligman KaZ, beigelegt links von Breinche, Tochter des Vorstehers Awraham Levi, Gattin von Juda Löb Kopenhagen (Nr. hha-2746, N 3247), und zwischen den beiden eine reservierte Grabstelle.
Kaufmann, Issachar Bär, gen. Berend Cohen, der Gründer der Klause in Hamburg, und seine Kinder, in MGWJ 1996, Heft 5, S. 220-229, hier: S. 220.
Grunwald, S. 237, Nr. 478; Wachstein, Wien, Bd. II, S. 143,

Fotografien

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Bert Sommer

heutiges Foto
2002-04-25
recto

Historische Aufnahmen [Mikrofilme] © Staatsarchiv Hamburg, Bestand 741-4 Fotoarchiv, Signatur P 2333

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Schmalstieg, Denkmalpflegerische Massnahme

heutiges Foto
2010-2012

Dieses Grabmal wurde restauriert.

Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-2744
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hha-2744
(last modified - 2013-06-27 15:32)

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