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Hamburg-Altona, Königstraße 6023 inscriptions (1621-1871)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-2524
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-2524: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-2524

Name

Krönche Sara bat Awraham Kassel ⚭ Feiwelmann SeGaL [28.09.1760]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏[בקריא]ת ארב[ע תמות שרה]‏‎ ›In Kirjat Arba starb Sara‹,
‎‏[החג] נהפך לאבל וצ[רה]‏‎ ›das Fest verkehrte sich zur Trauer‹ und Not,
‎‏[קינה] ויללה בבי[ת ובחדרה]‏‎ Wehklage und Geschrei im Hause und ihrem Gemache,
‎‏[פנה] זיוה הוד[ה והדרה]‏‎ ›es wandte sich ab ihre Pracht, ihr Glanz und ihre Schönheit‹,
‎‏[רבות ב]נות עשו ח[יל בתורה]‏‎ 5 ›viele Töchter haben sich wacker erwiesen‹ in der Tora,
‎‏[והיא עלה לראש נזר תפארה]‏‎ doch sie überragt sie (wie) ein zierendes Diadem,
‎‏[ידיה שלחה לאביון תדירה]‏‎ beständig ›reichte sie ihre Hände dem Bedürftigen‹,
‎‏[אשת חיל לבעלה עטרה]‏‎ ›die tüchtige Gattin‹, ihres Gatten Krone,
‎‏[נפשה בצרור החיים יהי׳ צרורה]‏‎ ihre Seele sei in das Bündel des Lebens eingebunden,
‎‏[נר תמיד לא יכבה המנורה]‏‎ 10 ewiges Licht - es erlösche nicht die Leuchte,
‎‏[כשרון מעשיה לא ישבת מהרה]‏‎ ihre tüchtigen Taten - sie mögen nicht bald enden,
‎‏[כמעט לא הניחה כמותה בדורה]‏‎ sie ließ kaum eine ihresgleichen in ihrer Generation zurück,
‎‏היא [האשה החסודה המפוארה]‏‎ es ist die anmutsvolle und prächtige Frau,
‎‏הצנועה [המהוללה קרינכה שרה]‏‎ die Züchtige, die Gepriesene Krönche Sara,
‎‏בת פ״ו כהר״ר [אברהם קאסיל זצ״ל]‏‎ 15 Tochter, des Vorstehers und Leiters, des geehrten Meisters, Herrn Awraham Kassel, das Andenken des Gerechten zum Segen,
‎‏אשת ר׳ פייבל[מן סג״ל מברונשוויג]‏‎ Gattin des Herrn Feiwelmann SeGaL aus Braunschweig,
‎‏שי׳ נפטרת ונק[בר׳ בשם טו׳ ושבקת]‏‎ er möge leben, verschieden und begraben ›mit gutem Namen‹ ›das Leben lassend‹ am
‎‏[ח״י] תשרי לפרט [קטן היא שרה]‏‎ 18. Tischri, der kleinen Zählung "Dies ist Sara" (521).
‎‏[נשמתה בגן עדן יאירה ולעת]‏‎ Ihre Seele leuchte im Garten Eden und bei
‎‏[התחי׳ יחזור ליושנה העטרה ׃ אמן]‏‎ 20 der Auferstehung ›möge die Krone im alten Glanze erstrahlen‹, Amen

 

 Zl 1: nach Gen 23,2  Zl 2: nach Amos 8,10  Zl 4: BerR 68  Zl 5: Spr 31,29  Zl 7: Spr 31,20  Zl 8: Spr 31,10  Zl 17: bBer 17a | Zl 17: nach bBer 61b  Zl 20: bJom 69b

Kommentar

Datierung Gestorben Sonntag, 28.09.1760
Die Inschrift enthält mehrere Anspielungen auf die beiden Namen Sara und Krinche. Sie setzt ein mit einem Zitat, das sich auf den Tod der biblischen Erzmutter Sara bezieht und endet vor dem Schlußsegen mit dem Chronogramm "Dies ist Sara", sozusagen als Abschluß und Zusammenfassung der Inschrift. Der Name Krönche wird in der Darstellung einer prachtvollen Krone über der Inschrift versinnbildlicht, er erscheint im Akrostichon und wird dreimal inhaltlich in der Inschrift aufgenommen: In der Beschreibung Saras als "zierendes Diadem", als das sie die Töchter Israels überragt, in ihrer Preisung als "Krone ihres Gatten" und im abschließenden Segenswunsch, "bei der Auferstehung möge die Krone in altem Glanze erstrahlen".
Dem ersten Wort wurde ein Buchstabe hinzugefügt, der dem Ortsnamen "Kirjat Arba", der "Stadt der Vier", dem alten Namen des biblischen Hebrons und Sterbeort der Erzmutter Sara, eine neue Bedeutung verleiht, etwa "Beim Ruf der Vier"; die Bedeutung bleibt jedoch unklar. Möglicherweise bezieht sich dies auf Saras Todesstunde: "Als die vierte (Stunde) ausgerufen wurde".

Stilmittel

Reim auf -rah in Zln 1-14.
Chronogramm in Zeile 18: ‎‏היא שרה‏‎ Dies ist Sara mit dem Zahlenwert 521.
Akrostichon in Zeilen 3, 5, 7, 9, 11, 13: ‎‏קרינכה‏‎ Krönche

Beschreibung

Lage Planquadrate FR
Schrift erhaben
Symbol Krone
Ornament florale Verzierung; gestalterische Verzierung
Zustand 2006 non in situ; Verwitterung leicht; Beschädigung schwer;

Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 480, O 2041
shha (JG 73), S. 230, Nr. 8; Krönche, Gattin des Feiwel Braunschweig, beigelegt links der Gattin des Löb
Grunwald, S. 235, Nr. 342

Verborgene Pracht: Der jüdische Friedhof Hamburg-Altona – Aschkenasische Grabmale, Dresden: 2009, S. 327

Fotografien

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Bert Sommer

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2002-06-04
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Historische Aufnahmen [Mikrofilme] © Staatsarchiv Hamburg, Bestand 741-4 Fotoarchiv, Signatur P 2333

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-2524
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hha-2524
(last modified - 2015-07-21 22:38)

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