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Hamburg-Altona, Königstraße 6022 inscriptions (1621-1871)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-2523
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-2523: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-2523

Name

Schimschon ben Sanwel Hekscher [10.09.1703]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏בחור‏‎ ein Jüngling.
‎‏שנון יפה תאר בעל לשון‏‎ Scharfsinnig, ›von schöner Gestalt‹, ›mit gewandter Zunge‹,
‎‏משכים לב״כ נקרא ראשון‏‎ stand er früh zur Synagoge auf, ward "Erster" genannt.
‎‏שמו כשם אביו של נחשון‏‎ 5 Sein Name lautete wie der Name des Vaters von Nachschon,
‎‏ונחת וטבל בנחל קישון‏‎ er stieg hinab, tauchte unter im Flusse Kischon,
‎‏נוח בג״ע יצרנו כאישון‏‎ ruht im Garten Eden, ›behütet wie ein Apfel‹,
‎‏הוא ניהו בחור שמשון‏‎ er ist der Junggeselle Schimschon,
‎‏בר זנוול העקשר ז״ל נפטר‏‎ Sohn des Sanwel Hekscher, sein Andenken zum Segen, verschieden
‎‏ונקבר יום ב׳ ך״ט אלול‏‎ 10 und begraben Tag 2, 29. Elul
‎‏תס״ג לפ״ק‏‎ 463 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 3: Gen 39,6 | Zl 3: nach Koh 10,11  Zl 7: nach Dtn 32,10

Kommentar

Datierung Gestorben und begraben Montag, 10.09.1703 ;
Der ertrunkene Junge: Der "Fluss Kischon" (Zl. 6), ein Wasserlauf im Norden des Heiligen Landes, wird hier im metaphorischen Gebrauch zum Strom des Jenseits, doch hat die Anspielung wahrscheinlich einen konkreteren Sinn: Sie könnte darauf hinweisen, dass der als übereifrig und vorwitzig beschriebene Schimschon Hekscher beim Schwimmen in der Elbe ertrank. Wie im vorliegenden Band zu lesen, regte der Arzt Salomon Ludwig Steinheim wegen der vielen derartigen Unglücksfälle 1827 schließlich die Einrichtung eines gesicherten Flussbades an.
Die histor. Aufnahme zeigt das Grabmal liegend, heute ist es aufgestellt.
Zl 5: Der Vater von Nachschon hieß Aminadaw. Nachschon, Fürst des Stammes Jehuda, steht auch für Wagemut und Pioniertum.
Zl 8: Aramäische, häufig im Talmud zu findende Wendung.

Stilmittel

Verseulogie: sechszeiliges Namensgedicht mit durchlaufendem Reim und Akrostichon; vierhebige Verse
Reim auf -schon in Zl(n) 3-8 (unter Einbeziehung des Namens Schimschon).
Akrostichon in Zeilen 3-7: ‎‏שמשון‏‎ Schimschon

Beschreibung

Maße 0,800 x 0,385 x 0,115 m
Material Sandstein
Lage Planquadrate FR
Schrift vertieft
Ornament florale Verzierung, insbesondere Palmetten
Zustand 2006 in situ; Verwitterung leicht; Beschädigung leicht;

Denkmalpflegerische Maßnahmen

2005: 1. Grabdenkmal wurde in der Senkrechten ausgerichtet und standsicher versetzt; 2. Reinigung mit Wasserdampf. (ausgeführt durch Fa. M. Kulmer)

Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 2229, S 1181
Grunwald, S. 258, Nr. 1654; (Hekscher, Mos. b. Sam. 29. E. 463)

Verborgene Pracht: Der jüdische Friedhof Hamburg-Altona – Aschkenasische Grabmale, Dresden: 2009, S. 121

Fotografien

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