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Hamburg-Altona, Königstraße 6023 Inschriften (1621-1871)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-2434
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-2434: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-2434

Name

Hadassa bat Mosche [21.05.1676]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏מסערות תב[ל אני נעקרת]‏‎ Von den Stürmen der Welt wurde ich entwurzelt,
‎‏להיות שתולה על מ[קום מנוח]‏‎ damit ich eingepflanzt sei an einem Ort des Ruhens,
‎‏כלה הדסה שם אני [נזכרת]‏‎ die Braut Hadassa, so nennt man mich dort,
‎‏אך פה ינהלוני עלי מי נ[ח]‏‎ aber hier ›führt man mich über ruhige Fluten‹.
‎‏מה לי ואל חתן ברוב תפארת‏‎ 5 Was soll mir ein Bräutigam in all seiner Zierde,
‎‏אם אשכחה אמי אבי זנוח‏‎ dass ich die Mutter vergäße, ›auf den Vater verzichte‹?
‎‏אבי ואמי יום כבר נשיתי‏‎ Meinen Vater und meine Mutter habe ich heute schon vergessen,
‎‏יען בגן עדן הלא נסיתי‏‎ denn habe ich nicht vom Garten Eden gekostet?
‎‏היא הכלה הצנועה מרת‏‎ es ist die züchtige Braut, Frau
‎‏הדסה בת האלוף פ״ו כמר‏‎ 10 Hadassa, Tochter des Vornehmen, des Vorstehers und Leiters, des geehrten Herrn
‎‏משה נפטרה ביום ה׳ ט׳ לחדש‏‎ Mosche, verschieden am Tag 5, 9. des Monats
‎‏סיון שנת התל״ו‏‎ Sivan des Jahres 5436
‎‏ליצירה ׃ תנצב״ה‏‎ nach der Schöpfung. Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 4: Ps 23,2  Zl 6: 1Chr 4,18

Kommentar

Datierung Gestorben Donnerstag, 21.05.1676
Die Grabinschrift des Mädchens Hadassa ist eine Besonderheit auf dem aschkenasischen Teil, denn sie wurde anscheinend von einem Hamburger sefardischen Dichter, wohl Moses Abudiente, verfasst. Aus dem maurischen Spanien stammt das Versmaß, während das strophische Schema im Stil der italienischen Renaissancepoesie gehalten ist. Die Metaphorik schließlich ist der Barockzeit verpflichtet: Der Gegensatz zwischen Diesseits und Jenseits wird durch die Gegenüberstellung der Naturbilder von Sturmwind und stillem Wasserstrom, von gestürztem Baum und Paradiesfrucht ausgedrückt.
Die histor. Aufnahme zeigt das Grabmal noch vollständig und in situ.

Stilmittel

Verseulogie: Oktavstrophe (ottava rima) mit Reim abababcc; elfsilbiger Vers im Versmaß "ha-Shalem" -- -- v -- / -- -- v -- / -- -- --
Reim auf -eret in Zln 1,3,5; auf -oach in Zln 2,4,6, auf -nisiti in Zln 7,8.

Beschreibung

Lage Planquadrate FO
Schrift vertieft
Ornament florale Verzierung
Zustand 2006 non in situ, liegend; Verwitterung leicht; Beschädigung schwer in mehrere Teile zerbrochen;

Denkmalpflegerische Maßnahmen

2012: 1. Liegendes Grabmal, einfach gebrochen: verankert, geklebt und standsicher aufgestellt; 2. Schonende Reinigung mit überhitztem Wasser (ausgeführt durch Schmalstieg GmbH, Burgwedel)

Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 4413, S 1149
Grunwald, S. 281, Nr. 3051

Fotografien

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Bert Sommer

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2002-06-02
recto

Historische Aufnahmen [Mikrofilme] © Staatsarchiv Hamburg, Bestand 741-4 Fotoarchiv, Signatur P 2333

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Dan Bondy

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2006ff.

Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-2434
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hha-2434
(letzte Änderungen - 2013-04-23 08:55)

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Inschriften des Jahres 1676

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Steinheim-Institut
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