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Hamburg-Altona, Königstraße 6023 Inschriften (1621-1871)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-2318
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-2318: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-2318

Name

Jehuda David ben Mosche [01.04.1675]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏מגדל דוד‏‎ ›Davids Turm‹,
‎‏אבן זוחלת · הוקם על‏‎ ›der Stein Sochelet, "Schlangenstein"‹, errichtet auf
‎‏חכם קהלת · פרי קודש‏‎ dem Weisen Kohelet, ›heilige Frucht‹,
‎‏עלהו לתועלת · מעשיו‏‎ ›sein Laub zum Nutzen‹, seine Werke
‎‏אמונה נקי׳ כסלת · ה״ה‏‎ 5 Treue, ›rein wie feinstes Mehl‹: Es ist
‎‏החבר יהודא דוד בר‏‎ der Toragelehrte Jehuda David, Sohn des
‎‏משה ז״ל נפטר ונקבר‏‎ Mosche, sein Andenken zum Segen, verschieden und begraben
‎‏יום ב׳ ה׳ ניסן שנת‏‎ Tag 2, 5. Nissan des Jahres
‎‏תל״ה לפ״ק‏‎ 435 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 1: 2Sam 22,51; Hld 4,4; liturg.: Tischgebet  Zl 2: bSan 110a (zu 1Kön 1,9)  Zl 3: nach Lev 19,24  Zl 4: nach Ez 47,12  Zl 5: nach bKid 69b

Kommentar

Datierung Gestorben und begraben Montag, 01.04.1675 ;
Zl 2: Der Bezug des Steines "Sochelet" zu König David (und damit dem Verstorbenen) ergibt sich aus einer Diskussion im Talmud (bSan 110a). In dieser Argumentation wird der Name des Steins (nach 1Kön 1,9) mit dem lautlich verwandten Wort für "schleichen, kriechen", hebräisch "sachal" (‎‏זחל‏‎), assoziiert und aus diesem Grund mit einer weiteren Bibelstelle (Dtn 32,24) in Verbindung gebracht. Es heißt dort: "Wer gegen das Königtum des Davidischen Hauses Streit führt, verdient, daß eine Schlange ihn beiße, denn [bei diesem] heißt es: und Adonija schlachtete Schafe, Rinder und Mastkälber beim Schlangenstein [1Kön 1,9], und dort heißt es: samt dem Gifte der im Staube schleichenden [Schlangen] [Dtn 32,24]." (nach Goldschmidt)
Zl 5: ‎‏סלת‏‎, fein gemahlenes Mehl, war Bestandteil der täglich im Tempel dargebrachten Opfer (vgl. Lev 2,4, Num 6,15 und bKid 69b).
Zln 3/4: Das Bild der "heiligen Frucht" (Zl 3), bezogen auf den in Tora und Halacha bewanderten Verstorbenen, beinhaltet zweierlei: Zunächst bezeichnet "heilige Frucht" eigentlich die als Dankesgabe dem Tempel geweihten Früchte (vgl. Lev 19,24). Der Verstorbene erscheint vor diesem Hintergrund selbst als eine "heilige Frucht", d.h. eine Person, die aufgrund ihrer Gelehrtheit eine besondere Weihe oder Heiligkeit erlangt hat, die ihn würdig macht, im Tempel zu erscheinen. Darüber hinaus trägt umgekehrt auch sein Wirken oder Lehren Frucht, was sich deutlich beschrieben in Zl 4 findet, wo es heißt, daß "sein Laub zum Nutzen" ist. Die Inschrift ist hier vermutlich inspiriert von dem in Ez 47,12 beschriebenen Baum, der, gespeist von den Wassern des Tempels, durch seine Frucht und sein Laub Segen spendet: "denn sein Wasser strömt aus dem Heiligtum, und seine Frucht wird Nahrung sein und sein Laub Heilung."

Stilmittel

Reim auf -let in Zln. 2-5 (Zln. 2-4 auf -elet).

Beschreibung

Lage Planquadrate FN
Schrift vertieft
Zustand 2006 in situ; Beschädigung leicht;

Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 4116, S 1170
shha (JG 73): -
Grunwald, S. 281, Nr. 3049

Fotografien

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Bert Sommer

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2003-09-14
recto

Historische Aufnahmen [Mikrofilme] © Staatsarchiv Hamburg, Bestand 741-4 Fotoarchiv, Signatur P 2333

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-2318
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hha-2318
(letzte Änderungen - 2013-03-13 09:57)

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