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Hamburg-Altona, Königstraße 6022 inscriptions (1621-1871)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-2155
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-2155: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-2155
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Name

Bendit Halevi ben Jehuda [04.01.1721]          

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Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏סובב הרוח והולך איש מבית לוי וילך‏‎ ›Zu seinen Kreisen kehrt der Lebensgeist zurück‹, ›ein Mann aus dem Stamm Levi, der da (weg)ging‹
‎‏ציון הלז מגדול (!) עוז‏‎ ›dieses Denkmal‹ ist ›ein starker Turm,
‎‏בו ירוץ צדיק ונשגב ׃‏‎ dahin läuft der Gerechte‹ und ist geschützt,
‎‏עמל וגמל ח[סד ...] ע? י?שב‏‎ er mühte sich ab und übte Güte ... ließ sich nieder?
‎‏נוחו עדן ע[...] שב‏‎ 5 Seine Ruhe in Eden ...
‎‏דרך הישרה [..] שב‏‎ ›den geraden Weg‹ ...
‎‏טוב ונאה חכ[...]ץ? שב‏‎ Gut und? lieblich? ein [Weiser?] [---]
‎‏ה[...] ב? יא‏‎ [...]
‎‏לפני ש[...] לביא‏‎ Vor [...]
‎‏וח[...] ב? יא‏‎ 10 [...]
‎‏יזכה לחיי עולם הבא‏‎ Er ist würdig ›für das Leben der kommenden Welt?‹,
‎‏האלוף והנגיד פו׳ כהר״ר‏‎ der Vornehme und Fürst, Vorsteher und Leiter, der geehrte Meister, Herr
‎‏בענדיט הלוי בן כהר״ר‏‎ Bendit Halevi, Sohn des geehrten Meisters, Herrn
‎‏יהודא ז״ל נפטר ליל‏‎ Jehuda, sein Andenken zum Segen, verschied (in der) Nacht
‎‏ש״ק ונקבר ביום א׳‏‎ 15 des heiligen Schabbat, und ward begraben am Tag 1,
‎‏ויו טבת תפ״א לפ״ק‏‎ sechster Tewet 481 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 1: Nach Koh 1,6 | Zl 1: Ex 2,1  Zl 2: 2 Kön 23,17  Zl 2f: Spr 18,10  Zl 6: Vgl. Ps 107,7 u. Esra 8,21  Zl 11: Vgl. Dan 12,2

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Kommentar

Datierung Gestorben Samstag, 04.01.1721 ; begraben am nächsten Tag
Die Eulogie setzt ein mit einer Metapher, die die Vergänglichkeit des irdischen Lebens und insbesondere der Menschen zum Ausdruck bringt. Indem das Denkmal als starker Turm dargestellt wird, erweist es sich für den Verstorbenen, der ein rechtschaffenes Leben führte, als Ort der Zuflucht.
Mittels metaphorischer Sprache ist Herr Bendit als Zadik, d.h. Gerechter, der nach bJoma 38b eine Grundfeste der Welt ist, und als Weiser hervorgehoben. Sowohl seine Verdienste im Rahmen seiner verantwortungsvollen, leitenden Ämter in der Gemeinde als auch seine persönliche Wohltätigkeit (Gemilut Chassadim), die untrennbar mit der Persönlichkeit eines Zadik verbunden ist, werden gewürdigt. Gemilut Chassadim wird in Mischna Pea I,1 unter denjenigen Dingen genannt, die ohne Maß sind, und so hoch geschätzt, daß dem sie Ausübenden die kommende Welt verheißen ist. Mit dieser tröstlichen Überzeugung in bezug auf den verstorbenen Leviten schließt die Eulogie.
Zl 1a: In Koh 1,6 meint ‎‏רוח‏‎ Wind, hier allerdings ist der Lebensgeist gemeint.
Zln 2b/3: Zu Spr 18,10: ‎‏מגדל‏‎ ist hier irrtümlich ‎‏מגדול‏‎ geschrieben.
Lang ausgezogenes ‎‏ב‏‎ in ‎‏ונשגב‏‎ zur Zeilenfüllung.
Zl 4a: Zur geprägten Wendung ‎‏גמל חסד‏‎ vgl. bBer 60b; bShab 104a.
Zl 7a: ‎‏טוב חכם‏‎ kommt komparativisch in Koh 4,13; 7,5 vor.

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Stilmittel

Reim Endreim auf -schaw oder -schew in Zln 4-7; Endreim auf -ie in Zln 8-10, an die die Zeilenendung 11 mit einem sog. "Augenreim" angepaßt ist. Die Abkürzungen khr"r stehen epiphorisch in den Zeilen 12 und 13.
Akrostichon in Zeilen 3-11: ‎‏בענדט הלוי‏‎ Bendit Halevi

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Beschreibung

Maße 2,300 x 0,570 x 0,190 m
Material Sandstein
Lage Planquadrate FK
Beschreibung Hochrechteckige Stele mit eingezogenem, geschweiftem, gestuft-vorkragendem Bogen und Eckakroterien. Reliefiert zwischen stilisierten Pilastern mit Kompositkapitellen und Kämpferaufsätzen, ausgespannt ein an den Seiten mehrfach geraffter und oben zu einem Baldachin gebündelter Vorhang als Inschriftenfeld. Rahmen scharriert. Im Bogenfeld als Relief eine von einer Hand, die aus Wolken hervorbricht, in Gießposition gehaltene Levitenkanne über einer Schale. In der Kehlung des Bogens auf einem stilisierten Wimpel die oben angegebene erste Textzeile. Unter dem Baldachin, diesem parallel, symmetrisch die Worte: ‎‏ציון הלז מגדול עוז‏‎.
Abkürzungszeichen Abkürzungszeichen: Haken, Rauten und Krönchen.
Symbol Levitenkanne; Hand aus Wolke
Ornament florale Verzierung; gestalterische Verzierung, insbesondere aufgespannter Mantel
Zustand 2006 Verwitterung stark;

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Denkmalpflegerische Maßnahmen

2005: 1. Hebung der Grabstele; Ausrichtung + standsichere Versetzung; 2. Reinigung mit Wasserdampf. (ausgeführt durch Fa. M. Kulmer)

Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 3284, CII 433; Datum: 04.01.1721 (5. Tewet 481)
shha (JG 73), S. 20, Nr. 14; der Vorsteher Bendit SeGaL, beigelegt rechts von seiner Gattin Juttche (Nr. hha-2169, CII 432)
Grunwald, S. 273, Nr. 2562; Datum: 5. Tewet 481

Fotografien

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Bert Sommer

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2002-04-22
recto

Historische Aufnahmen [Mikrofilme] © Staatsarchiv Hamburg, Bestand 741-4 Fotoarchiv, Signatur P 2333

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-2155
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hha-2155
(last modified - 2013-07-27 09:35)

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