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Hamburg-Altona, Königstraße 6022 inscriptions (1621-1871)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-1966
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-1966: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-1966

Name

Riwka bat Schlomo ⚭ Jaakow Hannover [01.06.1733]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏רכה וענוגה ׃‏‎ ›Zart und fein‹,
‎‏בשושנים · סוגה ׃ קטניה‏‎ ›umhangen mit Rosen‹, ihre Kleinen
‎‏הוגה ׃ בית יעקב נמוגה.‏‎ ließ sie in Trauer, das Haus Jaakow ist erschüttert,
‎‏בת ר׳ שלמה המופלגה‏‎ Tochter des Herrn Schlomo, die Ausgezeichnete.
‎‏קרב קץ דילוגה ׃ קינים‏‎ 5 ›Genaht ist das Ende‹ eilends, Klagelieder
‎‏ונהי ויללה ותוגה.‏‎ und Trauergesang und Jammergeschrei und Leid.
‎‏העניי׳ בכו מאין הפוג׳‏‎ Ihr Armen, weint ›ohne Unterlaß‹,
‎‏הורידו דמע כנחל זולג׳‏‎ ›laßt wie ein fließender Strom Tränen rinnen‹.
‎‏ה״ה היקר׳ המהוללה‏‎ Es ist die Teure, die Gepriesene,
‎‏לשם ולתהל׳ מ׳ רבקה‏‎ 10 ›zum Ruhm und zum Preis‹, Frau Riwka,
‎‏אשת ר׳ יעקב הנובר‏‎ Gattin des Herrn Jaakow Hannover,
‎‏יצ״ו נפטר׳ ונקבר׳ יו׳ ב׳‏‎ sein Fels und Erlöser behüte ihn, verschieden und begraben Tag 2,
‎‏ח״י סיון תצ״ג לפ״ק‏‎ 18. Sivan 493 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 1: Jes 47,1  Zl 2: nach Hld 7,3  Zl 5: nach Klgl 4,18  Zl 7: Klgl 3,49  Zl 8: nach Klgl 2,18  Zl 10: Zef 3,20; liturg.: Siddur Schacharit

Kommentar

Datierung Gestorben und begraben Montag, 01.06.1733 ;
Die genaue Bedeutung der in Zln 3-4 in gleicher Art wie das Akrostichon markierten Buchstaben ‎‏ב־ה־מ‏‎ ist unklar. Es könnte sich einerseits um ein Chronogramm mit dem Zahlenwert 47 als Angabe des Sterbealters handeln, oder aber (evtl. auch gleichzeitig) um ein weiteres Akrostichon. Gegen die Interpretation allein als Chronogramm spricht, daß man auch ebensogut die entsprechenden Buchstaben bereits in Zl 3 markieren könnte, um genau diesen Zahlenwert zu erhalten - was dann allerdings eine geänderte Reihenfolge zur Folge hätte. Bei einer Interpretation als Akrostichon kämen eventuell die Auflösung mit ‎‏בעדן היא מנוחתה‏‎, "in Eden sei ihre Ruhe" (Hüttenmeister nach Grunwald), oder mit ‎‏בת (שלמה) ה(״)מ‏‎, "Tochter des (Schlomo) H." (vielleicht "Hamm"?), in Frage. Für diese letzte Möglichkeit spricht die Position von ‎‏ה(״)מ‏‎ direkt nach dem Namen Schlomo, dagegen allerdings die Tatsache, daß diese Interpretation das ‎‏ב‏‎ für "Tochter" letztlich überflüssig macht, da dies in der gleichen Zeile explizit gesagt wird ("Tochter des Herrn Schlomo").
Zln 2b/3: Die Bedeutung des auf das Zitat folgenden Satzes ist nicht völlig klar.
Zl 3: Mit "Haus Jaakow" ist allgemein immer das gesamte jüdische Volk gemeint, hier aber auch ganz konkret die Familie der Verstorbenen, deren Mann Jaakow hieß.
Zln 7/8: Das hier verwendete hebräische Wort für "Arme" ist grundsätzlich zu verstehen im Sinn von "materiell Bedürftige" und dient somit als (in der Inschrift einziger) Hinweis darauf, daß die Verstorbene offensichtlich auch für ihre Wohltätigkeit bekannt war. Statt der gewählten Übersetzung als Imperativ ("weint ... laßt") ist ebenso eine Deutung als Imperfekt möglich ("Die Armen weinten ... ließen").
Zln 7/8: Der Reim auf -a kann infolge der Abkürzungszeichen nur vermutet werden. Ginge man von einer wörtlichen Wiedergabe des Zitats nach Klgl 3,49 aus, so müßten die beiden Reimzeilen eigentlich auf -ot lauten, was aber für Zl 8 grammatikalisch ebensowenig korrekt wäre. Aufgrund des in den folgenden Zeilen vorhandenen Reims auf -a sowie der für andere Inschriften belegten Variante ‎‏מאין הפוגה‏‎ scheint diese Lesung hier wahrscheinlicher.

Stilmittel

Reim auf -ga in Zln. 1-6.
auf -a in Zln. 7-10.
Akrostichon in Zeilen 1-3: ‎‏רבקה‏‎ Riwka

Beschreibung

Lage Planquadrate FG
Schrift erhaben
Zustand 2006 in situ; Verwitterung leicht;

Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 1769, CII 551
shha (JG 73), S. 69, Nr. 11;die Gattin von Jaakow, Sohn von Hirsch Joels, beigelegt links der Gattin von Efraim, Sohn von Sanwel Hekscher (Nr. hha-1967, CII 550)
Grunwald, S. 256, Nr. 1567

Fotografien

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Bert Sommer

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2004-08-22
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Historische Aufnahmen [Mikrofilme] © Staatsarchiv Hamburg, Bestand 741-4 Fotoarchiv, Signatur P 2333

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-1966
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hha-1966
(last modified - 2013-03-17 20:15)

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