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Hamburg-Altona, Königstraße 6022 inscriptions (1621-1871)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-1670
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-1670: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-1670

Name

Naftali Hirz ben Baruch Bendit Scheuer SeGaL [18.01.1790]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״[נ]‏‎ Hier ist begraben
‎‏[נפתלי] שבע רצון‏‎ ›Naftali, mit Huld gesättigt
‎‏ומלא ברכת ה׳‏‎ und voll der Segnung des Ewigen‹,
‎‏אילה שלוחה דרחמנא לעבדו בכל לב‏‎ ›entsandte Hindin‹ des Barmherzigen, Ihm zu dienen mit ganzem Herzen
‎‏יום יום ולילה אמר קומי רני לראש‏‎ 5 Tag um Tag und des Nachts sagte er: ›Stehe auf, wehklage beim Beginne
‎‏אשמרות קיץ וחרף לא ישבתו לחזקו‏‎ der Wachen‹, ›Sommer wie Winter nimmer aufhören‹, ihn zu stärken,
‎‏אהל בל יצען ׃ זה עשרים ושתים שנה‏‎ ›ein Zelt, das nicht fortrückt‹; seit nunmehr zweiundzwanzig Jahren
‎‏על מרומי שדה בוכים לגמול חסד של‏‎ ›auf den Höhen des Gefildes‹, dem Felde der Weinenden, ›um wahrhaftiges Liebeswerk
‎‏אמת ללכת בדרכיו עשוים? בישר‏‎ zu erweisen‹, seinen Wege zu folgen die in Geradheit angelegt sind,
‎‏וזאת תורת הבית ׃ זה ארבעים ושמנה‏‎ 10 und ›dies ist die Weisung für das Haus‹; seit achtundvierzig (Jahren)
‎‏אח ורע בין עיני עדת עם קודש לעבד‏‎ ein Bruder und Gefährte inmitten der Gemeinschaft des Heiligen Volkes, zu dienen
‎‏בנקי כפים ובר לבב סר מרע ועשה טוב‏‎ ›mit reinen Händen und lauteren Herzens,‹ ›das Böse meidend und Gutes tuend,‹
‎‏עד בא השמש זה ששים וחמש ידיו אמונ׳‏‎ ›bis die Sonne unterging‹, seit nunmehr fünfundsechzig (Jahren blieben) ›seine Hände verläßlich‹,
‎‏לא כהתה עינו ולא נס לחו זקן ושבע‏‎ ›nicht getrübt sein Auge, seine Frische nicht geschwunden‹, betagt und satt
‎‏ימים הגיע לגבורת ומת בנשיקה פנו‏‎ 15 an Tagen, erreichte er das hohe Alter von 88 Jahren, und starb mit einem Kusse. ›Macht
‎‏מקום לבר לואי פו״מ המפורס׳ גבאי דג״ח‏‎ Platz für den Sohn des Leviten‹, den weitbekannten Vorsteher und Leiter, Vorsteher der (chewra kaddischa) für wohltätige Werke,
‎‏כ״ה נפתלי הירץ בן פו״מ המפורסם כ״ה‏‎ den geehrten Herrn Naftali Hirz, Sohn des Vorstehers und Leiters, des Weitbekannten, des geehrten Herrn
‎‏ברוך בענדיט שייאר סג״ל מפפ״ד הלך‏‎ Baruch Bendit Scheuer SeGaL aus Frankfurt am Main, ›er ging hin
‎‏לעולמו בחצות ליל שני ג׳ שבט ונקבר‏‎ in seine Welt‹ um Mitternacht des Tages 2, 3. Schwat, und wurde begraben
‎‏יום ג׳ ד׳ שבט תק״ן לפ״ק תנצב״ה ‏‎ 20 Tag 3, 4. Schwat 550 der kleinen Zählung. Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 2f: Dtn 33,23  Zl 4: Gen 49,21  Zl 5f: Klgl 2,19 | Zl 6: nach Gen 8,22  Zl 7: Jes 33,20  Zl 8: Ri 5,18  Zl 8f: BerR 96,5  Zl 10: Ez 43,12  Zl 12: Ps 24,4 | Zl 12: Ps 34,15  Zl 13: Ex 17,12 | Zl 13: Ex 17,12  Zl 14: Dt 34,7  Zl 15f: bKet 77b  Zl 18f: Koh 12,5

Kommentar

Datierung Gestorben Montagnacht, 18.01.1790 ; begraben am nächsten Tag
Die Bibelzitate spielen auf das hohe Alter und den Namen des Verstorbenen an.
Bekannte biblische und talmudische Zitate, die vom Erreichen eines hohen Alters und der Gunst des leichten Todes und des Eintritts in den Garten Eden erzählen, beschließen diese an direkten und indirekten Anspielungen auf Naftali, ob Person oder Stamm, reichen Eulogie.
Zl 8a: Die ineinander verflochtenen Bibelvers und Talmud Zitat spielen auf Namen und Amt an. Auf den Namen spielt das Lob der Debora auf dem heldenhaft kämpfenden Stamme Naftali. Auf das Amt des Vorstehers der chewra kaddischa die Nennung des Orts am Friedhofseingang, an den sich die Angehörige versammelten um den Toten zu beweinen.
Zl 15a: Nach Ps 90,10 und Av 5,21 (resp. 25) ist mit ‎‏גבורות‏‎ das hohe Alter von 80 Jahren gemeint. Das markierte Wort, das in der Addition seiner Buchstaben 88 ergibt, gibt an, dass Hirz Scheuer dieses Alter noch übertroffen hatte. Wer dieses hohe Alter erreicht, dessen Tod ist ein sanfter, er stirbt "mit einem Kuss" (bMK 28a).

Stilmittel

Chronogramm in Zl 2, die Addition der drei größeren Buchstaben ergibt das Todesjahr 550.

Beschreibung

Maße 1,270 x 0,700 x 0,110 m
Material Sandstein
Lage Planquadrate FE
Schrift erhaben
Symbol Levitenkanne
Zustand 2006 in situ; Beschädigung mittel (Aufsatz mit 2 Zeilen und einer Levitenkanne fehlt);
2012 Ein Fragment vom Aufsatz gefunden und angebracht;

Denkmalpflegerische Maßnahmen

2007 und 2012: Grabmal lotrecht ausgerichtet, Endreinigung; gefundenes Fragment verankert und geklebt (ausgeführt durch Carl Schütt + Sohn GmbH und Schmalstieg GmbH, Burgwedel)

Zur Person

Dass Hirz Scheuer ein hohes Alter erreichte, läßt sich bereits daran ablesen, dass sein Vater, Baruch Bendit, Sohn von Salman Scheuer SeGaL 1733 in Frankfurt a.M. starb (Ho 5381/undatiert; ET 23.XII.1733). Die Mutter, Zerle, Tochter von Löb Öttingen, überlebte ihren Gatten um fünf Jahre (nicht bei Ho; ET 14.V.1738). Die Gattin Rechle Riwka, Tochter von Joel Schuh (hha-1671, daneben) stammt aus einer von Frankfurt nach Hamburg gewechselten Familie. Hirz heiratete 1724 in Frankfurt und wohnte im Haus Mörsel. 1734 wohnte er bereits mit seiner Gattin in Altona.

Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 5142, N 3035
shha (JG 73), S. 416, Nr. 17; der Betagte, der Vorsteher und Leiter, Vorsteher der Chewra Kaddischa der Totengräber, der geehrte Meister, Herr Hirz Scheuer, plötzlich gestorben in Hamburg, beigelegt links von seiner Gattin Rechle (hha-1671, N 3034).
ET 20.I.1798 (Ettlinger hat bei Grunwald das Jahr falsch abgelesen: 559 statt 550)
ET 23.XII.1733 (beim Vater, erwähnt, dass Hirz nach Hamburg-Altona ging.)
ET 24.X.1775 (seine Gattin Rechle Scheuer)
Grunwald, S. 295, Nr. 3871

Fotografien

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Bert Sommer

heutiges Foto
2001-10-16
recto

Historische Aufnahmen [Mikrofilme] © Staatsarchiv Hamburg, Bestand 741-4 Fotoarchiv, Signatur P 2333

heutiges Foto

Schmalstieg, Denkmalpflegerische Massnahme

heutiges Foto
2010-2012

Dieses Grabmal wurde restauriert.

Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-1670
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hha-1670
(last modified - 2013-07-25 12:15)

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Steinheim-Institut
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