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Hamburg-Altona, Königstraße 6022 inscriptions (1621-1871)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-1586
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-1586: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-1586
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Name

Jaakow Emden Israel (genannt Jaabez) ben Zwi [19.04.1776]          

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Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏מצבת קבורת‏‎ ›Grabmal‹
‎‏רבהון דיהודאי טוביינא דחכימאי‏‎ ›des Meisters der Juden‹, des besten unter den Weisen.
‎‏ילל וקינה הלא נשמע במחנה העברים כי בערה‏‎ Jammer und Wehklage ward gehört im Lager der Hebräer, denn (es) brannte
‎‏בה אש תבערה‏‎ dort eine Feuerbrunst,
‎‏עדי ותפארת מראשותה השלכו במות גבר חכם‏‎ 5 Schmuck und Pracht wurden vom Haupte geworfen beim Tode des weisen Mannes.
‎‏בעוז משיב מלחמה שערה‏‎ ›Mit Kraft führte er den Krieg zurück bis zum Tore‹ .
‎‏קדוש וטהור מרחם משחר שם לילות כימים‏‎ ›Heilig und rein vom Mutterleibe, von der Morgenröte an‹ machte er Nächte zu Tagen
‎‏בתורת ה׳ ערוכה ושמורה‏‎ in der Tora des Ewigen, geordnet und bewahrt,
‎‏בחבוריו הקדושים ספיר גזרתם הפיץ כנפות אורו‏‎ in seinen heiligen Werken, ›ein Saphir an Gestalt‹ verbreitete er sein Licht in die Weltgegenden,
‎‏בנסתר ובנגלה הלכה ברורה‏‎ 10 im geheimen, wie im offenbaren (Lehrstoff), ›klare Regel‹,
‎‏יראת ה׳ ותוכחת מוסר וכל תעלומות חכמה‏‎ die Ehrfurcht des Ewigen und ›moralische Rüge‹ und alle ›Geheimnisse der Weisheit‹,
‎‏בהם הוציא לאורה‏‎ die brachte er ans Licht.
‎‏שר גדול נפל בישראל הלא תדעו כי לקח ארון‏‎ ›Ein großer Fürst in Israel ist gefallen‹, wisst ihr nicht, daß ›die Lade weggenommen worden ist‹
‎‏מעל ראשנו והוסר מסכת אבן יקרה‏‎ von unserem Kopfe und ein teures (Edel-)Steingewebe (uns) entrissen?
‎‏רובי תורתו וחכמתו כתובים וגנוזים עדיין בבית‏‎ 15 Der Großteil seiner Lehre und seiner Weisheit ist geschrieben und noch verwahrt in seinem
‎‏מדרשו תופע עליו נהרה‏‎ Lehrhaus, ›möge das Frühlicht es bescheinen‹ .
‎‏אביר הרועים ומופלא שבסנהדרין יום הלקחו‏‎ ›Der Edle unter den Hirten‹ und Wundervolle im Gerichtskollegium, am Tage, da er weggenommen wurde,
‎‏בא השמש וכבתה מנורה הטהורה‏‎ ›ging die Sonne unter‹ und ›die reine Leuchte‹ erlosch.
‎‏לו יאות למבכי ולמעבד הספדא על כי הומה‏‎ Würdig ist er, daß man ihn beweint, ihm Totenklage darbringt, denn wallend
‎‏היה לבו ביום זעם ועברה צרה כמבכירה‏‎ 20 war sein Herz ›am Tag des Zorns, und es verging das Angstgeschrei wie von einer Erstgebärenden‹ .
‎‏ה״ה הגאון הגדול המפורסם בקי בכל חדרי תורה‏‎ Es ist der große, überragende Gelehrte, kundig in allen Kammern der Tora,
‎‏בנגלה ובנסתר ובכל החכמות כל רז לא אנס לי׳ כבוד‏‎ im offenbaren wie im geheimen (Lehrstoff) und in allen Wissenschaften, ›dem kein Geheimnis verhüllt (war)‹ , unser geehrter
‎‏מורנו הרב מוהר״ר יעקב ישראל נקרא יעב״ץ זצלה״ה‏‎ Lehrer und Meister, Herr Jaakow Israel, genannt Jaabez, das Andenken des Gerechten zum Segen für das Leben in der künftigen Welt,
‎‏אב״ד דק״ק עמדין יע״א בן לאותו צדיק הגאון‏‎ Vorsitzender der Gerichtsbarkeit der heiligen Gemeinde Emden, der Ewige befestige sie, Amen, Sohn jenes Gerechten, des überragend großen Gelehrten,
‎‏הגדול החסיד המפורסם חכם הכולל אדמ״ו הרב‏‎ 25 des weitbekannten Frommen, des umfassend Weisen, unseres Herrn, unseres Lehrers und Meisters, des Rabbiners,
‎‏מוהר״ר צבי נקרא חכם צבי זצ״ל לה״ה אב״ד דג״ק‏‎ unseres Lehrers und Meisters, Herrn Zwi, genannt Chacham Zwi, das Andenken des Gerechten zum Segen, für das Leben in der künftigen Welt, Vorsitzender der Gerichtsbarkeit der 3 Gemeinden,
‎‏אה״ו יע״א נשמתו יצאה בקדושה ביום ו׳ עש״ק‏‎ Altona, Hamburg, Wandsbek, der Ewige befestige sie, Amen. Seine Seele ging aus in Heiligkeit am Tag 6, Rüsttag des heiligen Schabbat,
‎‏א׳ דר״ח אייר תקל״ו לפ״ק וגופו נקבר בו ביום סמוך‏‎ 1. Neumondstag Ijar 536 der kleinen Zählung, und sein Leib ward begraben am selben Tag kurz vor
‎‏לכניסת ש״ק נצב״ה תחת כנפי השכינה כזהר‏‎ Schabbateintritt. Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens ›unter den Fittichen der Einwohnung‹ , ›wie der Glanz
‎‏הרקיע מזהירה‏‎ 30 des Firmaments glänzend‹

 

 Zl 1: Gen 38,20  Zl 2: jSan II 20d  Zl 6: Jes 28,6  Zl 7: nach Ps 110,3  Zl 9: Klgl 4,7  Zl 10: bSan 139a  Zl 11: Spr 6,23 | Zl 11: Ijob 11,6  Zl 13: nach 2Sam 3,38 | Zl 13: nach 1Sam 4,11  Zl 16: Ijob 3,4  Zl 17: 1Sam 21,8  Zl 18: nach Ex 17,12 | Zl 18: Lev 24,4  Zl 20: Ez 22,24, Jer 4,31 und Ps 78,49  Zl 22: nach Dan 4,6  Zl 29: liturg.: Totengebet  Zl 29f: nach Dan 12,3

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Kommentar

Datierung Gestorben und begraben Freitag, 19.04.1776 ;
Der berühmteste Privatgelehrte in der jüdischen Geschichte der Elbstädte war der Kaufmann und Buchdrucker Jakob Emden, genannt "Jaabetz", der mit seinem Ansehen, Ehrgeiz und aufbrausenden Temperament 1751 den "Amulettenstreit" mit dem Oberrabbiner Jonathan Eibeschütz entfesselte. 1696 in Altona geboren, hatte er zwei Oberrabbiner der Dreigemeinde zu seinen Vorfahren: Sein Vater war Zwi Aschkenasi, genannt "Chacham Zwi" und sein Großvater mütterlicherseits Salman Neumark-Mirels. Nach seinem Studium in Mähren und einer kurzen Tätigkeit als Rabbiner in Emden, die ihm den Zunamen gab, kehrte er 1733 nach Altona zurück. Als Autor von Kommentaren und Rechtsentscheiden hoch angesehen, stand Emden gleichwohl außerhalb der offiziellen rabbinischen Führung der Dreigemeinde: Die Inschrift sucht den Widerspruch zwischen Rang und Amt aufzulösen, indem sie Emden die erfundenen Titel "Rabbiner aller Juden" und "Bester der Gelehrten" zulegt und ihn der Reihe nach als Polemiker, Buchautor, Rechtsgutachter, Kabbalisten, Moralisten und Kenner der Wissenschaften präsentiert.

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Stilmittel

Reim auf -rah in Zln 4,6,8,10,12,14,16,18,20,21,30.
Akrostichon in Zeilen 3, 5, 7, 9, 11, 13, 15, 17, 19: ‎‏יעקב ישראל‏‎ Jaakow Israel

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Beschreibung

Maße 1,800 x 0,850 x 0,200 m
Material Sandstein
Lage Planquadrate FD
Schrift erhaben
Zustand 2006 in situ;

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Denkmalpflegerische Maßnahmen

2007: Stein lotrecht ausgerichtet, Endreinigung Einbringen einer Standplatte vor dem Grabmal (ausgeführt durch Carl Schütt + Sohn GmbH)

Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 1096, N 3084
shha (JG 73), S. 338, Nr. 3; der überragende Gelehrte, Vorsitzender der Gerichtsbarkeit, unser Lehrer, der Meister, Herr Jaakow aus Emden, gestorben in Altona, begraben zur Füßen des Fürsprechers Hirz Elb (Nr. hha-1598, N 3135) und von beiden Seiten (rechts und links)eine reservierte Grabstelle.
Duckesz, Chachme AHW, S. 49-74, Nr. 54 (H) und S. 17-26 (D)
Grunwald, S. 243, Nr. 817

Verborgene Pracht: Der jüdische Friedhof Hamburg-Altona – Aschkenasische Grabmale, Dresden: 2009, S. 278

Wittkower, J.S.: Agudat perachim, Altona: 1880, S. 289-290, Nr. 12: (Inschrift abgedruckt)

Fotografien

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Bert Sommer

heutiges Foto
2001-10-16
recto

Historische Aufnahmen [Mikrofilme] © Staatsarchiv Hamburg, Bestand 741-4 Fotoarchiv, Signatur P 2333

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-1586
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hha-1586
(last modified - 2015-07-21 22:38)

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