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Hamburg-Altona, Königstraße 6033 Inschriften (1621-1871)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID hha-1062
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-1062: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?hha-1062

Name

Schlomo Salman Levi ben Jizchak SeGaL (R Salomon Jüdell Sohn des R. Isaac Jüdell) [10.08.1855]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏איש תם וישר מנעוריו עד זקנו,‏‎ ein ›Mann, lauter und aufrecht‹ ›von Jugend an‹ bis ins Alter,
‎‏ירא אלהים ופעל צדק כל ימיו,‏‎ er war gottesfürchtig und ›wirkte Wohltat‹ all seine Tage,
‎‏ותרן היה לתמוך ידים רפות,‏‎ freigebig stütze er ›erschlaffte Hände‹,
‎‏פזר נתן לאביונים עד יום אחרון‏‎ 5 ›großzügig gab er den Bedürftigen‹ bis zum letzten Tag,
‎‏וגם מוהל מומחה ובקי בתנ״ך היה,‏‎ ein versierter Beschneider war er, auch in der Bibel kundig,
‎‏ה״ה מהור״ר שלמה זלמן לוי‏‎ es ist unser Lehrer, der Meister, Herr Schlomo Salman Levi,
‎‏בן ר׳ יצחק סג״ל מפאַהן‏‎ Sohn des Herrn Jizchak SeGaL aus Peine,
‎‏נפטר בשיבה טובה בן תשעים ושלש‏‎ ›verschieden in gutem Greisenalter‹, über dreiundneunzig
‎‏שנים ויותר בעש״ק כ״ו מנחם‏‎ 10 Jahre alt, am Rüsttag des heiligen Schabbat, 26. Menachem,
‎‏ונקבר ביום א׳ כ״ח בו שנת תרט״ו‏‎ und begraben am Tag 1, 28. desselben des Jahres 615.
‎‏תנצב״ה ‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
 Rückseite
Hier ruhet
ein frommer redlicher Mann von
Jugend auf bis zum hohen Alter, gottes- 15
fürchtig und wohlthätig durch sein
ganzes Leben, unterstützte er mit seinem
Vermögen die Schwachen und gab den
Armen bis zu seinem Tode reiche Ge-
schenke, auch als ‎‏מוהל‏‎ war er be- 20
rühmt und führte eine große Anzahl
Kinder in den Bund des Urvaters
Abraham, ein, der in Allen heiligen
Schriften bewanderte
R Salomon Jüdell 25
Sohn des R. Isaac Jüdell
aus Peine
seine Seele ging zu Gott in
einem Alter von über 93 Jahren
am 26t. Menachem und er wurde 30
beerdigt a. 28t. desselben Monats
des Jahres der Welt 5615.
Seine Seele ruhe bei den Heiligen.

 

 Zl 2: Ijob 1,1 | Zl 2: 1Kön 18,12  Zl 3: Ps 15,2  Zl 4: Jes 35,3  Zl 5: Ps 112,9  Zl 9: Gen 25,8

Kommentar

Datierung Gestorben Freitag, 10.08.1855 ; begraben am übernächsten Tag
Eine der wenigen Inschriften hier, deren deutscher Text eine genaue Übersetzung des hebräischen ist. Dieser interessante Versuch, die Sprachen textlich gleichberechtigt und inhaltsgleich zu behandeln, wenn auch räumlich voneinander getrennt war nur von kurzer Dauer und hat nicht überall seine Spuren hinterlassen. Gewöhnlich wird der Verzicht auf die Zweisprachigkeit um die Mitte des 19. Jahrhundert eher als ein Zeichen der Frömmigkeit verstanden, zumindest ist keineswegs jede Inschrift hier um jene Zeit zweisprachig. Um so bemerkenswerter erscheint hier diese lange Inschrift zu sein, denn sie schildert zweisprachig eine tiefe wie praktizierte Frömmigkeit.

Beschreibung

Lage Planquadrate EH
Schrift vertieft (VS; RS: Deutsch)
Symbol Levitenkanne
Zustand 2006 non in situ; Beschädigung mittel;

Quellen / Sekundärliteratur

Grabbuch 3042, CI 237 (Jüdell Salomon S. Isaac)
JG 230b, 866 (30); der betagte Salman, Sohn des Jüdell SeGaL, 94 jahre alt, wohnhaft Konradstrasse 18, gestorben morgens 7 Uhr, beigelegt rechts von Izek, Sohn von Seligmann SeGaL (CI 238).
Grunwald: -

Fotografien

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Bert Sommer

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Historische Aufnahmen [Mikrofilme] © Staatsarchiv Hamburg, Bestand 741-4 Fotoarchiv, Signatur P 2333

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Eduard Duckesz Glasplatten © CAHJP Jerusalem, Glasplatten: HMB/2452, Inv 2326 · Digitalisat: CDB/5-7

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Hamburg-Altona, Königstraße, hha-1062
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=hha-1062
(letzte Änderungen - 2013-07-25 12:15)

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