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Frankfurt am Main, Battonnstraße 3875 inscriptions (1272-1828)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID ffb-239
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Frankfurt am Main, Battonnstraße, ffb-239: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?ffb-239
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Name

Schimon ben Meir (Schimon Kassel SeGaL) [03.06.1714]          

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Edition und Übersetzung

‎‏הנעלה כמר שמעון קאסיל סג״ל צום‏‎ Der Erhabene, der geehrte Herr Schimon Kassel SeGaL zum
‎‏א׳ כ׳ סיון תע״ד לפ״ק‏‎ - (Tag) 1, 20. Sivan 474 nach kleiner Zählung -
‎‏אפפיל בוים‏‎ Apfelbaum.
‎‏אשא [ק]ינה ונהי ביגונים‏‎ Ich erhebe Wehklage und Gejammer in Trauer
‎‏על [פטירת א]בינו א[שר]‏‎ 5 über das Hinscheiden unseres Vaers, der
‎‏פ[ה שוכב במט]מוני[ם]‏‎ hier liegt im Verborgenem,
‎‏חד מ[ח]ב[ר]א הקברנים‏‎ einer aus der Bruderschaft der Totengräber,
‎‏נושא ונותן באומן אמ‏‎ er handelte und wandelte im Treu-
‎‏ונים ׃ ה״ה כ׳ שמעון בן ה״ה‏‎ en, der geehrte Schimon, Sohn des
‎‏פרנס ומנהיג כ׳ מאיר ז״ל‏‎ 10 Vorstehers und Leiters, des geehrten Meir, sein Andenken zum Segen,
‎‏נפ׳ ונק׳ א׳ [כ׳] סיון תע״ד ל׳ ׃ תנצב״ה‏‎ verschieden und begraben (am Tag) 1, 20. Sivan 474 der kleinen Zählung. Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens.
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Kommentar

Datierung Gestorben Sonntag, 03.06.1714
Zu Ehefrau und Kinder gibt es leicht abweichende Daten. Im Gegensatz zu ET behauptet Dietz, daß Schimon mit Treinle Wimpfen verheiratet war. Sein Sohn Löb sei außerdem schon 1709 und nicht erst 1764 gestorben. (Dietz, S. 116)
In der Abschrift des sk wird als Todestag anstelle des 20. der 24. Sivan angegeben Dies scheint ein Schreibfehler zu sein, da auch im MF-Eintrag der 20. Sivan notiert ist.
Der Verstorbene gehörte zu den sehr geachteten Mitgliedern seiner Gemeinde. Dies wird auch daran ersichtlich, daß er mehrere Jahre Mitglied einer der beiden Frankfurter Beerdigungsbruderschaften war. Die "Heiligen Bruderschaft der Totengräber" war verantwortlich für die Auswahl und Aushebung des Grabes, während die Mitglieder der "Heiligen Bruderschaft der frommen Werke" (‎‏חברא קדישא דגומלי חסדים‏‎) zuständig waren für die Waschung der Leiche und die Herstellung des Sarges. Krankenbesuche und Totengeleit wurden von den beiden Beerdigungsbruderschaften abwechselnd erledigt.
Zl 4: vgl. u.a. Jer 9,9
Zl 8: ‎‏באומן אמונים‏‎ verdoppelt zur Verstärkung
Zl 9: ‎‏ה״ה‏‎ (der geehrte Herr) wird hier nicht übersetzt, da sich die Bedeutung mit dem ‎‏כ׳‏‎ (geehrte) überschneidet.
Abkürzung Tilden, Punkte Satztrenner: (Violinenschlüssel)

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Stilmittel

Reim auf -nim in Zln 4, 6, 7 und 9.

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Beschreibung

Maße 132 x88 x18 cm
Beschreibung Stele mit eingezogenem rundbogigem Abschluß, darunter im Halbrund ein (Apfel)Baum, Blumen als Eckakroterien. Vertieftes Inschriftenfeld mit dreifach profiliertem umlaufenden Rahmen. Die Buchstaben in den Zeilen 2 und 3 sind kleiner. Der Name des Verstorbenen in Zl 7 ist größer geschrieben als der übrige Text.
Zustand Das Grabmal ist in drei Stücke zerbrochen, der Sockel fehlt gänzlich, allerdings scheint die Inschrift vollständig zu sein. Im mittleren Teil ist die Inschrift schlecht erhalten und teilweise großflächig abgeplatzt.

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Zur Person

Er wohnte in der Wohnung Apfelbaum, die Teil des Vorderhauses Buchsbaum, dann Lilie war (ET). Nach Dietz (S. 442) entstand das Haus Apfelbaum (Vorder- und Hinterhaus) durch Teilung des Buchsbaum.
Der Vater des Schimon gilt als Stammvater der Familie Goldschmidt-Kassel.

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Zur Familie

Vater: Meir Goldschmied aus Kassel z. Buchsbaum S. Bendit SeGaL (Nr. ffb-0272, Ho 954 und ET 17.IX.1667)
Mutter: Bejle T. Amschel (Nr. ffb-0240, Ho 1196 und ET 30.IX.1686)
Gattin: Hindle T. Lejb Sichel (ET 15.VIII.1733)
Kinder: Majer Goldschmied-Kassel z. Apfelbaum (ET 5.VI.1749), Bendit Goldschmied-Kassel z. Lilie (ET 1.XII.1747), Lejb Goldschmied-Kassel z. Apfelbaum (ET 6.XII.1764) und Trajnle G. Wolf Wol z. (? Pflug), dann G. Herschel Krakau (ET 29.XII.1759)

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Quellen / Sekundärliteratur

sk, 16/11, Nr. 78
MF, S. 123, Nr. 2
ET 3.VI.1714
Dietz, S. 116
Ho 1649
HoNam S. 717: Kassel Schimeon z. Apfelbaum
HoEd: Zl 2 und Zl 3 in der Reihenfolge vertauscht. Zl 7 fehlt bei Ho. Zl 9 ‎‏כמ׳‏‎, im Text ‎‏כ׳‏‎; ‎‏ה״ה ‏‎ fehlt bei Ho. Zl 10 ‎‏פרנס‏‎, im Text ‎‏הפרנס‏‎. Zl 11 ‎‏לפ״ק‏‎, im Text ‎‏ל׳‏‎.
HoSt 801

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Fotografien

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Andreas Hemstege

heutiges Foto
1991-1996
recto
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Frankfurt am Main, Battonnstraße, ffb-239
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=ffb-239
(last modified - 2015-07-30 13:29)

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