(1272-1828)
| [הגבירה והצנועה מרת טייבכן] | Die Herrin und die Züchtige, Frau Täubchen, | ||||
| [א׳ ה״ה הר״ר חיים בת האלוף הנעלה] | Gattin des geehrten Herrn, des Meisters, Herrn Chajim, Tochter des Vornehmen, des Erhabenen, | ||||
| [כהר״ר ליב אופנהיים האמיל סג״ל] | des geehrten Meisters, Herrn Löb Oppenheim Hammel SeGaL | ||||
| גולדן שוואני | Goldener Schwan | ||||
| [נפט]רת ביום ה׳ [לע]ת ערב י״ב | 5 | verschieden am Tag 5 zur Abendzeit, 12. | |||
| [טב]ת ונקברת ב[עש״]ק י״ג טב[ת] | Tewet, und begraben am Vorabend des heiligen Schabbat, 13. Tewet | ||||
| [תפ״]ה לפ״ק ופ[ה קבר]ה וט[מ] | 485 der kleinen Zählung. Und hier ist begraben und gebor- | ||||
| [ונה] אשה ירא[ת ד׳ בכל עת] | gen eine Frau, gottesfürchtig zu jeder Zeit | ||||
| [ועונה] השכי[מה והעריבה לב״ה] | und Jahreszeit, sie machte sich auf morgens und abends in die Synagoge | ||||
| [והתפללה לאל השוכן מעונה] | 10 | und betete zu dem Gott, der in der Wohnstatt weilt, | |||
| [במצותיה היתה...] | in ihren Geboten war sie ... | ||||
| [ ...לאביונים לכל אשר אליה] | ... den Bedürftigen, jedem, der an sie | ||||
| [פונה ובשכר זה תנצב״ה א״ס] | sich wendet, und zum Lohn dessen sei ihre Seele eingebunden in das Bündel des Lebens, Amen Sela | ||||
Datierung Gestorben, Donnerstag, 28.12.1724
ET gibt als Sterbedatum den 20.XII.1724 an, der 12. Tewet, der auch im sk und im MF belegt ist, ist aber der 28. Dezember 1724.
Zl 1-3: Zeilenaufteilung willkürlich vorgenommen.
Zl 2 und 3: Fehler auf dem Stein - der Name Hammel SeGaL gehört zum Gatten, nicht zum Vater.
Zl 3: סג״ל (SeGaL) ist die Abkürzung für סגן לויה, was etwa stellvertretendes Haupt bedeutet und auf levitische Herkunft hinweist. Zunächst ein ehrender Titel ("Fürst der Levitenschaft"), wurde Segal in der Neuzeit zu einem verbreiteten Familien- bzw. Zusatznamen von levitischen Familien.
Zl 4: Kleinere Buchstaben.
Zl 7/8: Dem Platz nach zu urteilen war das Wort טמונה zeilenübergreifend.
Zl 9: Vgl. 1 Sam 17,16 und die Auslegungen dazu in bSot 42b; vgl. auch bSan 111b.
Zl 9-13: Zeilenaufteilung nach Ho, die, wie so oft von ihm willkürlich vorgenommen wurde.
Zl 10: שוכן מעונה ("der in der Wohnstatt weilt") ist eine aus Dtn 33,27 abgeleitete Bezeichnung für Gott, die z.B. am Ende der Pessach-Haggada vorkommt.
Maße
x x cm
Beschreibung
Hochrechteckige Stele mit eingezogenem rundbogigem Abschluß; in den Ecken je eine Rosette. Im stark eingezogenen Rundbogen des vertieften Schriftfeldes links das Hauszeichen im Hochrelief, rechts der Name des Hauses. Zwei oder drei Kopfzeilen im Rundbogen.
Symbol
nein
Hauszeichen
Schwan
Zustand
Starke Verwitterungen im oberen und rechten Rahmen sowie am rechten Rand und der linken unteren Ecke des Inschriftenfeldes, ein Loch in Zl 9. Ab Zl 11 ist der Stein eingesunken.
Täubchen lebte erst im Haus Reifenberg-Krachbein, dann im goldenen Schwan.
Vater: Lejb Oppenheim z. Krachbein, Sohn von Mordechai (ET 27.I.1692).
Mutter: Made, Tochter von Lejb Flasche (ET 2.II.1727)
Sie heiratete vor 1697 Chajim Goldschmied-Hameln b. Itzek sg"l (ET 4.V.1751), der laut Dietz Silberhändler war und 1691 im Haus zur Wanne, 1700 im Goldenen Schwan lebte.
Kinder: Itsek Hameln z. goldenen Schwan (ET 13.IV.1751); Merdche Hameln z. goldenen Schwan (ET 16.IV.1771); Josef (ET 12.III.1733), starb unverheiratet; Frajdchen, Gattin von Schmaje Sondheim z. goldenen Schwan, dann z. Ampel (ET 7.I.1727). Da der Gatte nach ihrem Tod 1732 Geldche b. Gumpricht Bonn heiratete, ist unklar, von welcher der beiden Gattinnen die beiden erstgenannten Kinder stammen.
Großvater: Löb Flesch (ET 23.IV.1663, Ho 896, Nr. 1160).
sk, 19/2, Nr. 68
MF, S. 160, Nr. 2
ET 20.XII.1724
Dietz, S. 125 (zum Gatten)
Ho 1850 und Ho 5525
HoNam S.727, Oppenheim-Hamel, Täubchen z. g. Schwan
HoEd: Ho 1850: keine Abweichungen; Ho 5525 beinhaltet nur den Text bis ערב in Zl 5.
HoSt 314
An dieser Stelle sollen ausgehend von der obigen Inschrift Einstiege/Ausstiege in den epigraphischen Gesamtbestand (25417 Inschriften) angeboten werden.
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