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Frankfurt am Main, Battonnstraße 3798 inscriptions (1272-1828)

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Name

Jaakow ben Mosche Jaakow KaZ (Jaakow Hannover KaZ zum Wedel) [15.05.1716]          

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Edition und Übersetzung

‎‏היקר כמר יעקב הנובר כ״ץ צום וועדיל‏‎ Der Teure, der geehrte Herr Jaakow Hannover KaZ zum Wedel,
‎‏כ״ג אייר תע״ו ל׳‏‎ 23. Ijar 476 der (kleinen) Zählung.
‎‏אשא קינה ונהי ביגוני‏‎ Wehklage und Wehgesang erhebe ich im Kumm-
‎‏ם ׃ על פטירות האיש !‏‎ er, über das Hinscheiden des Mannes,
‎‏שנפטר רך בשנים ׃ ידו‏‎ 5 der zart an Jahren verschieden ist, seine Hand
‎‏פתוח לעניים ואביונים‏‎ den Armen und Bedürftigen geöffnet,
‎‏׃ מתן בסתר יכפה אף‏‎ Gabe im Verborgenen bezwingt Zorn
‎‏וחרונים ׃ מגזע ישרים‏‎ und Glut, vom Stamme der Aufrechten,
‎‏הנדיבים וקצינים ׃ אשר‏‎ der Wohltäter und Einflußreichen, deren
‎‏נשמתם צר[ור׳ ב״ה ומ]זיו‏‎ 10 Seelen eigebunden seien im Bündel des Lebens und die sich am Glanz
‎‏השכינה נהנים כ׳ יעקב‏‎ der Schechina erfreuen. Der geehrte Jaakow,
‎‏בן האלוף הקצין והנדיב‏‎ Sohn des Vornehmen, des Einflußreichen und des Wohltäters,
‎‏כהר״ר משה יעקב כ״ץ ׃‏‎ des geehrten Meisters, Herrn Mosche Jaakow KaZ,
‎‏ז״ל נפ׳ ונק׳ יום הנ״ל ׃ תנצב״ה‏‎ sein Andenken zum Segen, verschieden und begraben am oben erwähnten Tag. Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
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Kommentar

Datierung Gestorben Freitag, 15.05.1716


Der reichlich verzierte Stein und die längere Inschrift zeugen von der vornehmen Herkunft des jung verstorbenen Jaakow. Der Text hebt seine seine edlen Abstammung hervor. Er stammte mütterlicherseits aus der berühmten Familie Gomperz, die nicht zuletzt wegen ihre Wohltätigkeit bekannt war. Aus der Eulogie erfahren wir, daß sich Jaakow diese Tradition verbunden fühlte, denn auch er war ein Wohltäter. Um die Armen nicht zu beschämen erwies er Wohltat im Verborgenem, genauso wie Bella G. Löb, die Tochter von Feibelmann Kleve aus Amsterdam, die ebenfalls aus der Familie Gomperz stammte und 1765 hier starb (Nr. ffb-0114).
Laut sk wurde Jaakow nahe der Südmauer begraben, 1½ Schuh von seinen Füßen steht das Grabmal von Gumpel Limburg.
Zl 3: vgl. Jer 9,9 und Gen 42,38. Jakob fürchtete um das Leben seines jüngsten Sohnes Benjamin. Eine indirekte Anspielung auf den Namen des Verstorbenen und auf seinen Tod in jungen Jahren.
Zl 3/4: zeilenübergreifendes Wort.
Zl 5a: BerR 90,3.
Zl 5b/6: vgl. Dtn 15,11. Jaakow befolgte dieses Gebot während seines kurzen Lebens. Das MF teilt mit, daß er selbst in der Stunde des Todes freigebig blieb und bedachte in seinem Testament die Armen mit einer großen Summe.
Zl 7: Spr 21,14 und bBB 9b: "wer Wohltat im Verborgenem erweist ist größer als Mose".
Zln 8b/9: Anspielung auf die vornehme Herkunft des jungen Jaakow. Sein Großvater war der bekannte Hannoversche Hofagent Leffmann Behrens und mit David Oppenheim verwandt, seine Mutter Sische stammte aus der berühmten Gomperz Familie. Ihr Vater der Fürsprecher und Gelehrte Elija S. Mordechai Gumpel gelang es den Leibzoll abzuschaffen. Bekannt war auch das von ihm errichtete Lehrhaus in Kleve, in dem u.a. R. Juda Mehler II und Salman Hanau wirkten. Das Grabmal von Elija ist in Emmerich erhalten.
Zl 10b/11a: vgl. bBer 64a.
Zl 12: alef-lamed-Ligatur.

Abkürzung Punkte und Tilden; Satztrenner: ''

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Stilmittel


Reim auf -nim in Zln 3-6, 8/9 und 11.

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Beschreibung


Maße 150 x 84 x 14 cm
Hauszeichen Wedel
Zustand Leicht verwittert in Zln 10/11, sonst Stein und Schrift gut erhalten. Der Stein lag am Boden und wurde aufgestellt.

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Zur Familie


Vater: Jakob Behrens, Sohn des Hannoverschen Hofagenten Leffmann Behrens, gest. 19.I.1697 in Leipzig, auf der Durchreise nach Nikolsburg und am Tag darauf in Dessau (nicht Hannover, so ET) begraben.
Mutter: Sische T. Josef Eliajahu Kleve-Gomperz (nicht bei Ho, ET 26.X.1723)
Gattin: Sara T. Mosche Schiff KaZ, heiratete danach Kosmos in Kleve. Im Klever Memorbuch ist ihr Name nicht verzeichnet.
Kind: Hitzel G. Löb Hameln S. Izek
Jaakow, der im Haus Wedel wohnte, starb nur 19 Jahre alt.
Shwester: Hal G. Gumpel Beer S. Mendle (Ho 2656 und ET 19.X.1749)

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Quellen / Sekundärliteratur

sk, 16/22, Nr. 30


MF, S. 129, Nr. 3 (ET: 162-3)

Brocke u.a., Juden in Emmerich, Emmerich 1993, S. 416-17
Freudenthal Max, Zum Jubiläum des ersten Talmuddrucks in Deutschland, in: MGWJ 22 (1898), S. 140, Anm. 3, mit weitere Literatur zum Vater.
Kaufmann, Gomperz S. 244 und 262
Kaufmann, Ahnensaal S. 301 (Stammbaum Simon von Geldern) Jaakow ist tot.
ET 15.V.1716
Dietz S. 147 (Hannover I) und S. 28 (Behrens, zum Vater mit falschem Todesjahr 1677)
Lö, Jüdische Grabsteine, in: Blätter ..., III. Jg., Nr. 10, S. 141
Ho 1672
HoNam S. 712: Hannover Jac. z. Wedel
HoEd: Zl 2 ‎‏לפ״ק‏‎, im Text ‎‏ל׳‏‎. Zl 4 ‎‏פטירת‏‎, im Text ‎‏פטירות‏‎. Zl 7 ‎‏יכה?‏‎, im Text, wie auch Kaufmann korrigiert ‎‏יכפה‏‎. Das Wort ist in einem wörtlichen Zitat aus Spr 21,14 enthalten, daher wundert es, daß die gelehrten Abschreiber den Zusammenhang nicht erkannten. Zl 12 ‎‏והקצין‏‎, im Text ‎‏הקצין‏‎.
HoSt -

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Fotografien

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Andreas Hemstege

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition - Jüdischer Friedhof Frankfurt am Main, Battonnstraße, ffb-1093
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=ffb-1093
(last modified - 2013-12-04 04:58)

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

An dieser Stelle sollen ausgehend von der obigen Inschrift Einstiege/Ausstiege in den epigraphischen Gesamtbestand (28918 Inschriften) angeboten werden.

Inschriften des Jahres 1716

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