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Frankfurt am Main, Battonnstraße 3798 inscriptions (1272-1828)

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Name

Lemle ben Izek Öttingen KaZ [10.10.1740]          

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Edition und Übersetzung

‎‏היקר והנעלה הו״ה כ׳ לעמלי ב׳ הו״ה‏‎ Der Teure und Erhabene, der geehrte Lemle, Sohn des Teuren und Erhabenen,
‎‏התורני כהר״ר איצק איטינגין כ״ץ ז״ל‏‎ des Toragelehrten, des geehrten Meisters, Herrn Izek Öttingen KaZ, sein Andenken zum Segen,
‎‏נו״נ ביו׳ ב׳ י״ט תשרי תק״א ל׳ ׃‏‎ verschieden und begraben am Tag 2, 19. Tischri 501 der (kleinen) Zählung.
‎‏פ״ט איש ישר היה עוסק‏‎ Hier ist geborgen ein aufrechter Mann, beschäftigt
‎‏במו״מ באמונה ׃ הלך לעולמו‏‎ 5 mit Handel und Wandel in Treue, er ging hin in seine Welt
‎‏תוך שנת ארבעי׳ לבינה ׃ ועזב‏‎ im vierzigsten Jahr, (dem) der Einsicht, und ließ zurück
‎‏יתומי׳ קטני׳ בלי אם ואב לבינה ׃‏‎ unmündige Waisen ohne die Mutter und (ohne) den Vater zur Einsicht.
‎‏קראו למקוננות חבל דאבד‏‎ Rufet die Klagefrauen, wehe, daß verloren ist
‎‏איש אמונה ׃ והי׳ מתפלל כל‏‎ ein Mann der Treue! Er betete zu jeder
‎‏עת לשוכן מעונה ׃ הי׳ מפריש‏‎ 10 Zeit zu dem in der Wohnstatt Weilenden, er sonderte ab
‎‏חד מעשרה כחד מא[נ]שי׳‏‎ den Zehnt wie einer der weisen
‎‏חכמי׳ ונבוני׳ בש״ז תנצב״ה א״[ס]‏‎ und klugen Männer. Zum Lohn dessen sei seine Seele eingebunden in das Bündel des Lebens, Amen Sela
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Kommentar

Datierung Gestorben, Montag, 10.10.1740


Das Grabmal für Lemle ist einer der "ausgesuchten" Steine, die heute entlang der Mauer aufgestellt sind. Aus sk und der Horovitz-Steinnummer des Vaters kennen wir den ursprünglichen Standort des Grabmals, der den ältesten Steinen des Friedhofs (Nr. ffb-0097, Ho 1, HoSt 4335) und (Nr. ffb-0131, Ho 3, 4336) sehr nahe war und der heute aus einer freien Fläche besteht. Der Standort der ältesten Steine war wohl allgemein bekannt, sie wurden auch nicht zufällig "ausgesucht". Lemles Grabmal verdankt vielleicht dieser Nähe seine Rettung.
Die Eulogie enthält einen anderen Text als der MF-Eintrag. Im MF liegt die Betonung auf der Güte von Lemle, die Eulogie spricht mehrere "Themen" an und teilt auch Persönliches mit, so das Alter Lemles, die unmündigen Kinder, die er hinterließ und den vorangegangenen Tod seiner Gattin.
Lemle wurde, so sk, in der Mitte des Friedhofs, nahe der Südmauer begraben, rechts vom Kopf des Toten steht das Grabmal seines Vaters (HoSt 4328).
Zl 1: Das Kürzel ‎‏הו״ה‏‎ wurde nicht übersetzt, da es häufig mit "der Teure und Erhabene" aufgelöst wird.
Zl 2: Öttingen wird hier Ittingen geschrieben.
Zl 3: Der 19. Tischri fällt in die Zwischenfeiertage des Laubhüttenfestes, was hier nicht erwähnt ist.
Zl 5a: vgl. bShab 31a
Zl 5b: vgl. Koh 12,5
Zln 6/7: vgl. Avot 5,21 "mit vierzig Jahren wird Einsicht erlangt". Der frühe Tod von Lemle, eben in dem Alter, da man zur Einsicht gelangt, wird hier zweimal erwähnt, in Zl 6 unter der ausdrücklichen Angabe des Alters und in Zl 7 mittels des Zitats darauf hingewiesen. Seine Frau die vier Monate vor ihm starb, wird hier zuerst genannt, häufiger steht der Vater an erster Stelle, s. z.B. Ex 20,12.
Zl 8a: Jer 9,16
Zl 8b: vgl. bSan 111a, ein Ausdruck der Trauer über diejenigen, die durch Tod verloren gingen mit der Fortsetzung: "da ihresgleichen nicht mehr anzutreffen sind".
Zl 9a: vgl. Spr 28,20
Zl 10a: Dtn 33,27 entnommene liturgische Bezeichnung Gottes.
Zl 10b/11a: vgl. Ter 4,1 und tDem 4,3

Abkürzung drei Punkte?; Satztrenner: halbhoch gesetzter Punkt, einmal Doppelpunkt zur Trennung der Daten von der Eulogie.

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Stilmittel


Reim auf -na in Zln 5-7 und 9/10.

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Beschreibung


Maße 135 x 86 x 11 cm
Beschreibung Hochrechteck mit leicht scharriertem Rahmen und Voluten an den Ecken. Das Schriftfeld schließt mit einem eingezogenem Rundbogen.
Hauszeichen Mohr
Zustand Zln 11/12 teilweise beschädigt.

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Zur Person


Lemle Öttingen KaZ (auch Schuster-Öttingen) heiratete um 1725 und wohnte im Haus Mohr. er starb 40jährig, wenige Monate nach seiner Gattin. Sie hinterließen unmündige Kinder (Zln 6/7).

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Zur Familie


Vater: Izek Öttingen KaZ (Ho 2019, ET 7.VIII.1730).
Mutter: Brendle T. Mosche Oppenheim (Ho 2118, ET 12.XII.1733)
Gattin: Hendle T. Ber Hamburg (Nr. ffb-0155, Ho 2341, ET 28.V.1740)
Kinder: Mosche (Ho 4728, ET 8.XI.1813) und Natan (Ho 2414, ET 19.XII.1741)

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Quellen / Sekundärliteratur

sk, 24/7, Nr. 153


MF, S. 244, Nr. 6 (ebenso ET)

ET 10.X.1740
Dietz S. 273 (zum Vater)
NoHo
Der alte jüdische Friedhof zu Frankfurt am Main. Unbekannte Denkmäler und Inschriften. Hrsg. im Auftrag des Magistrats der Stadt Frankfurt am Main, Dezernat für Kultur und Freizeit, von der Kommission zur Erforschung der Geschichte der Frankfurter Juden. Von Michael Brocke unter Mitwirkung von Dan Bondy, Andreas Hemstege, Heidrun Hermann, Christiane E. Müller, Aubrey Pomerance und Regina Schorzmann, Jan Thorbecke Verlag 1996, S. 261-263 (English translation p. 431).

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Fotografien

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Andreas Hemstege

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition - Jüdischer Friedhof Frankfurt am Main, Battonnstraße, ffb-189
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=ffb-189
(last modified - 2013-12-10 14:18)

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

An dieser Stelle sollen ausgehend von der obigen Inschrift Einstiege/Ausstiege in den epigraphischen Gesamtbestand (27130 Inschriften) angeboten werden.

Inschriften des Jahres 1740

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

 

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letztes update: 2014-07-29
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