(1272-1828)
| האלוף והנעלה התורני כהר״ר הירץ בן המנוח | Der Vornehme und Erhabene, der Toragelehrte, der geehrte Meister, Herr Hirz, Sohn des Seligen, | ||||
| כ׳ מאיר קולפא ז״ל נפטר בליל ש״ק ח״י שבט | des geehrten Meir Kulp, sein Andenken zum Segen, verschieden in der Nacht des heiligen Schabbat, 18. Schwat | ||||
| ונקבר ביום א׳ י״ט הנ״ל תקל״א לפ״ק | und begraben am Tag 1, 19. des oben erwhänten 531 nach kleiner Zählung. | ||||
| פה טמון וקבר איש ישר ותמים ! | Hier ist geborgen und begraben ein aufrechter und lauterer Mann, | ||||
| קובע עתים לתורה בעידן עדני׳ | 5 | er setzt(e) Fristen zur Tora über Zeit und Zeiten, | |||
| השכם והעריב לבהכ״נ להתפלל | frühmorgens und abends ging er zur Synagoge um zu beten | ||||
| לאל השוכן מעונים ׃ עליו קונן | zu Gott der in den Wohnstätten weilt, über ihn wehklagten | ||||
| המקוננים שהי׳ ירא ה׳ בכל | die Wehklagenden, der den Ewigen ehrfürchtete in all | ||||
| מעשיו והגיונים ׃ בשכר זה | seinen Taten und Gedanken. Zum Lohn dessen | ||||
| תהא נשמתו צרורה בצה״ח א׳ | 10 | sei seine Seele eingebunden in das Bündel des Lebens, Amen | |||
Datierung Gestorben, Samstag, 2.2.1771
Unklar ist die Darstellug einer Meise als Hauszeichen, weil Hirz im Haus goldne Zange wohnte. Die Vebindung zum Haus Meise könnte von der Mutter stammen, die eine Tochter von Nathan Meise war.
Zl 2: die Buchstaben für den Monatstag sind umgestellt, sodaß auch "lebendig" zu lesen ist.
Zl 5: "über Zeit und Zeiten" - vgl. Dan 7,25. Gemeint ist die Beständigkeit über viele Jahre.
Zl 7: "der in der Wohnstätten weilt" ist eine aus Dtn 33,27 abgeleitete liturgische Bezeichnung Gottes, die auch gegen Ende der Pessach-Hagada zu finden ist. meona -Wohnstatt ist der fünfte der sieben Himmel, s. bHag 12b.
Vgl. auch Nr. 0016 v. 1716 und 0088 v. 1776. Alef-lamed-Ligatur.
Zl 7b/8a: vgl. Jer 9,16
Zl 9: hegjonim , Gedanken - vgl. Klgl 3,62
Abkürzung Tilden und Kreise; Satztrenner: halbhoch gesetzte Punkte.
Maße
113 x 71 x 12 cm
Beschreibung
leicht geschwungener flachbogiger Abschluß, Rahmen seitlich scharriert. An den oberen Ecken Voluten aus denen je eine Blume zur Mitte hin hervorgeht, darunter im Rahmen zwei Zeilen. Im Halbrund des Schriftfeldes das Hauszeichen, eine Meise (?) in Seitenansicht. Verzierte lamed
Hauszeichen
Meise?
Zustand
leichte Schäden in Zl 10, ansonsten gut erhalten.
Herz Meyer Juda, genannt Kulp-Wetzlar hatte vier Brüder und mindestens drei Schwestern.
Die Familie Kulp war eine der vermögendsten Frankfurter Familien. über die lange Ausseinandersetzung mit der Familie Kann (Die Kulp-Kannchen Wirren) s. Kracauer Bd. II, S. 188-216.
Vater: Meyer Juda zum Roseneck, gest. in der goldenen Zange (Ho 1879 und ET 26.I.1726)
Mutter: Gutle, Tochter von Nathan Meise starb 1724 (Ho 1831)
Gattin I: Hindche Goldschmied-Hameln SeGaL, während der Geburt gestorben (Ho 2025)
Gattin II: Brendle, die 1799 starb, war Hindches Schwester
sk,
MF, S. 462, Nr. 3
ET 2.II.1771
Dietz S. 175-6
Ho 3403
HoNam S. 719: Kulp, Herz
HoEd: Zl 1 המנו׳ im Text המנוח. Zl 2 נפ׳ ליל, im Text נפטר בליל. Zl 3 ונק׳ יו׳, im Text ונקבר ביום. Zl 4 פ״ט וקבור, im Text פה טמון וקבר. Zl 5 עדנין, im Text עדני׳. Zl 6 והערב לבה״כ, im Text והעריב לבהכ״נ. Zl 7 שוכן מעונה, was auch richtig ist, im Text des Reimes wegen leicht verändert in השוכן מעונים; קוננו, im Text קונן. Zl 8 המקונני׳ und ד׳, im Text המקוננים und ה׳. Zl 10 ב״ז תנצב״ה, im Text בשכר זה תהא נשמתו צרורה בצהחא.
HoSt 5008
An dieser Stelle sollen ausgehend von der obigen Inschrift Einstiege/Ausstiege in den epigraphischen Gesamtbestand (25417 Inschriften) angeboten werden.
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