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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-328
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-328: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-328

Name

Malka bat Mosche ⚭ Wolf (Milka ­Felheim) [29.01.1817]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏מרגניתא שפירתא דלית בה טימא‏‎ ›eine schöne Perle, unschätzbar ihr Wert‹,
‎‏את שאהבה נפשי איה איפה‏‎ ›wo ist die geblieben, die meine Seele liebt‹, wo ist die,
‎‏העומדת בכתב יושר דברי אמת‏‎ die für ›ehrlich Geschriebenes, Worte der Wahrheit‹ steht,
‎‏ארבעה לאחיותיה השקולות‏‎ 5 vier, ihr wie ebenbürtige Schwestern,
‎‏חכמניות דרשניות צדקניות‏‎ ›weise, kundig und fromm‹,
‎‏תתעדן בתליסר נהרא אפרסמונא‏‎ ergötzt sie sich in›dreizehn Strömen von Balsam‹.
‎‏היא האשה נשמה וישרה צדקת‏‎ Es ist die Frau, ihre Seele ist aufrecht, ›die Gerechtigkeit
‎‏ה׳ עשתה מ׳ מלכה בת מהה״ו משה ז״ל‏‎ des Ewigen‹ führte sie aus, Frau Malka, Tochter unseres Lehrers, des Meisters, Herrn Mosche, sein Andenken zum Segen,
‎‏אשת מה״ו וואלף עלתה למרומה‏‎ 10 Gattin unseres Lehrers, des Meisters, Herrn Wolf, sie stieg auf zu ihrer Höhe
‎‏ביו׳ ה׳ שבט י״ב בו תקעזי״ן‏‎ am Tag 5, 12. Schwat 577.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
Milka ­Felheim

 

 Zl 2: jBer IX, 12d  Zl 3: Hld 3,1 u.ö  Zl 4: Koh 12,10  Zl 6: bBB 119b  Zl 7: Sohar chadasch zu Rut S. 28a  Zl 8f: Dtn 33,21

Kommentar

Datierung Gestorben Mittwoch, 29.01.1817 ; der Todestag fiel auf Mittwoch.
Ausgerechnet auf dem Grabstein der Frau eines orthodoxen Rabbiners, dem von den Behörden vorgeworfen wurde, er sei "weder der teutschen Sprache ganz mächtig noch überhaupt gehörig gebildet", findet sich auf diesem Friedhof die erste - wenn auch noch sehr kurze - deutsche Inschrift: In lateinischen Buchstaben wurde der Name Milka Fellheim unter die hebräische Inschrift gesetzt. Erst vier Jahre später trifft man auf die nächste deutsche Inschrift, diesmal auf einem Kindergrabstein, allerdings nicht in lateinischen, sondern in hebräischen Buchstaben (Grabstein Nr. bay-0038).

Beschreibung

Zustand Verwitterung leicht; Beschädigung leicht

Zur Person

Milka, auch Malka, Tochter von Mosche, war verheiratet mit dem 1761 (vermutlich in Fellheim) geborenen Bayreuther Rabbiner Wolf Fellheim, auch Fehlheim und Schwab. 1786 wurde ihr Sohn Nathan geboren, der sich ebenfalls in Bayreuth niederließ. 1794 kam Bertha zur Welt, die "bey ihrem Vater" blieb. 1795 wurde Mariane Mirjam geboren, die den 1792 geborenen, in Bayreuth nicht immatrikulierten Kaufmann Simon Prager heiratete, der "als Fabrikant concessioniert" wurde, doch "verdorben" ist, sich als "Lehrer der Calligraphie" ernährte und später offensichtlich mit seiner Familie Bayreuth verließ. Der 1797 geborene Sohn Moses war "zu Regensburg in Condition als Buchhalter". Milka starb im Alter von 54 Jahren an "Schlagfluß", ihr Gatte heiratete nach ihrem Tod erneut.

Zur Familie

Gatte: R. Wolf Fellheim (Grabstein Nr. bay-0329)
Sohn: Nathan Fellheim (Grabstein Nr. bay-0445)

Quellen / Sekundärliteratur

Fotografien

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Bert Sommer

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2009-05-19
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-328
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=bay-328
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

Inschriften des Jahres 1817

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

app-jüdische-orte.de.dariah.eu


Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=bay-328
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