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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-840
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-840: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-840

Namen

Schimon ben Meir Arje Dachauer (Simon Dachauer) [30.11.1914]
Ludwig Meyer [10.06.1940]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏האיש היקר והזקן‏‎ der teure Mann und der Betagte,
‎‏חביב לבוראו ונאמן‏‎ beliebt bei seinem Schöpfer und getreu
‎‏במלאכתו מלאכת הקדש‏‎ in seinem Werk, dem heiligen Werk,
‎‏כהר״ר‏‎ 5 der geehrte Meister, Herrn
‎‏שמעון בן הח״ר מאיר‏‎ Schimon, Sohn des toragelehrten Herrn Meir
‎‏אריה דאכויער‏‎ Arje Dachauer,
‎‏נפטר בשיבה טובה ביום ב׳‏‎ verschieden ›in gutem Greisenalter‹ am Tag 2,
‎‏י״ב כסלו תרע״ה לפ״ק‏‎ 12. Kislev 675 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
 Untere Schrifttafel
Hier ruht
Ludwig Meyer
geb. 17.4.1905
gest. 10.6.1940
 Postament
Hier ruht 15
[uns]er lieber Vater und Ga[tte]
Simon Dachauer
[...]rer und Cantor [...]
gest. [...]

 

 Zl 8: Gen 25,8

Kommentar

Datierung Simon Dachauer: Gestorben Montag, 30.11.1914
Ludwig Meyer: Geboren 17.04.1905; gestorben 10.06.1940

Beschreibung

Ornament florale Verzierung
Zustand Die deutsche Inschrift auf dem Postament ist stark verwittert und teilweise verloren.

Zur Person

Simon Dachauer wurde am 28. Oktober 1835 als Sohn eines Vorbeters im mittelfränkischen Thalmässing geboren und absolvierte eine Ausbildung bei Kantor Berger in Weißenburg. Nach verschiedenen Stellen als Schulverweser legte er 1859 bei der Regierung von Mittelfranken die Anstellungsprüfung für den Schuldienst ab und erhielt 1862 eine erste Stelle als Lehrer und Vorsänger im oberfränkischen Heiligenstadt. 1863 wurde er Religions- und Elementarlehrer im oberfränkischen Redwitz, 1869 trat er seinen Dienst in Bayreuth an. Verheiratet war er mit Bertha geb. Fleischmann aus Küps, in Bayreuth kam 1869 kam ihr viertes Kind, die Tochter Pauline zur Welt, 1871 wurde Jeanette geboren. Der verwitwete Hauptlehrer und Kantor Simon Dachauer, der zwischenzeitlich auch die vakante Rabbinerstelle in Bayreuth übernommen hatte und dem ein "anspruchsloses und zuvorkommendes Wesen" bescheinigt wurde, starb im Alter von 79 Jahren an einem "Gehirnschlag" und "Herzlähmung".
Der in Würzburg geborene Ludwig Meyer, Sohn von Siegmund Meyer und Jeanette geb. Dachauer, war er ein Enkel von Simon Dachauer. Er hatte zunächst erfolgreich die Schule abgeschlossen und eine Ingenieursausbildung absolviert, bevor er aufgrund psychischer Probleme in verschiedenen Kliniken untergebracht wurde, seit 1933 in der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Untergöltzsch bei Rodewisch im Vogtland. Dort wurde er 1935 zwangssterelisiert. 1937 wurde er in die berüchtigte Landesanstalt Hubertusburg und nach deren Auflösung 1940 in die Heil- und Pflegeanstalt Waldheim überführt. Am 29. Mai 1940 wurde er mit 57 weiteren Gefangenen in die Tötungsanstalt Brandenburg gebracht, wo alle noch am selben Tag in der Gaskammer ermordet wurden.
Sein älterer Bruder Alfred, Zahnarzt in Wuppertal, war im Mai 1933 von der SA ermordet worden. Seine beiden Schwestern Erna und Ruth emigrierten 1936 mit ihren Eltern nach Palästina, der jüngste Bruder Edgar überlebte in Frankreich, wo er im Widerstand tätig war.

Zur Familie

Gattin: Bertha Dachauer geb. Fleischmann (Grabstein Nr. bay-0674)
Töchter: Frieda Dachauer (Grabstein Nr. bay-1840); Pauline Dachauer (Grabstein Nr. bay-2840)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 840r: liegt Herr Hauptlehrer Simon ­Dachauer beim Ableben dessen 2 Töchter ist es deren Wunsch neben ihrem Vater beerdigt zu werden · Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 840: Simon ­Dachauer, Hauptlehrer, Kantor · 1914 Stolpersteine Würzburg zu Ludwig Meyer.
Christine Bartholomäus: "Das jüdische Schulwesen im Bayreuth des 19. und 20. Jahrhunderts", in: Jüdisches Bayreuth, hrsg. von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Redaktion und Gestaltung: Bernd Mayer und Frank Piontek, Bayreuth 2010, S. 97-104, hier S. 102.

Fotografien

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Bert Sommer

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-840
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=bay-840
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

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Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

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http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=bay-840
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