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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-656
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-656: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-656

Name

Josef ben Meir Engelmann (Josef Engelmann) [06.05.1888]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏איש תבונה ויקר־רוח,‏‎ ›ein Mann von Klugheit und edlem Gemüt‹,
‎‏רופא נאמן ומפואר,‏‎ ein Arzt, getreu und prachtvoll,
‎‏בחכמתו הוקם עָל,‏‎ in seiner Weisheit ›hochhin gestellt‹,
‎‏עטרת אשתו ותפארת בניו‏‎ 5 Krone seiner Gattin und Zierde seiner Söhne,
‎‏ה׳ יוסף בן ה׳ מאיר ענגעלמאַנן‏‎ Herr Josef, Sohn des Herrn Meir Engelmann,
‎‏מת כ״ה אייר תרמ״ח‏‎ gestorben 25. Ijar 648.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
 Postament
Dem Andenken
unseres innigstgeliebten 10
Gatten und Vaters
Herrn Dr. med. Josef Engelmann
kgl. Hofrats und Directors
der kgl. Kreisirrenanstalt Bayreuth,
geb. am 28. September 1820, 15
gest. am 6. Mai 1888.

 

 Zl 2: Spr 17,27  Zl 4: 2Sam 23,1

Kommentar

Datierung Geboren 28.09.1820; gestorben Sonntag, 06.05.1888
Beide Inschriften nennen den Arztberuf des Verstorbenen, die Hebräische eher allgemein, die Deutsche drückt mit ihrer genauen Angabe des Titels und des Amtes den Stolz auf die erreichte Stellung in der bürgerlichen Gesellschaft aus.
Zl 6: Der Familienname wurde entsprechend deutscher Orthographie geschrieben und teilweise vokalisiert.

Beschreibung

Ornament florale Verzierung

Zur Person

Dr. med. Joseph Engelmann war ein Sohn von Marum Engelmann und Adelheidt geb. Steinhardt aus Floß. 1861 heiratete er Pauline Neustädter aus München. 1863 wurde in München ihr Sohn Max geboren, 1864 kam in Bayreuth Theodor zur Welt, 1868 Richard. Der königliche Hofrat und Direktor der Bayreuther Kreisirrenanstalt in St. Georgen starb im Alter von 67 Jahren an "Mastdarmkrebs".
Der Sohn Richard Engelmann absolvierte nach dem Bayreuther Gymnasium zunächst eine Banklehre in Nürnberg. Nach seinem Militärdienst als Freiwilliger beim 7. Infanterieregiment in Bayreuth studierte er an der Münchner Kunstakademie Bildhauerei und übersiedelte nach Studienaufenthalten in Florenz und Paris (wo er sich an den Werken Auguste Rodins orientierte) nach Berlin, wo er von der Berliner Secession beeinflußt wurde. 1913 wurde er als Professor an die Hochschule für Bildende Künste nach Weimar berufen und hatte enge Kontakte zum Bauhaus. Schon 1930 mußte er sein Amt abgeben, 1933 wurde er zwangsweise in den Ruhestand versetzt und 1935 mit Berufsverbot belegt. Er zog sich mit seiner Familie nach Kirchzarten im Schwarzwald zurück und überstand dort - geschützt durch seine "Mischehe" (er war insgesamt dreimal verheiratet) - die NS-Zeit. 1966 starb er in Kirchzarten und wurde in Freiburg beigesetzt.

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 656: Dr. Josef ­Engelmann, Hofrat · 1888 Christine Bartholomäus: "Von Emanuel Osmund bis Hilde Marx. Biografische Skizzen zu ausgewählten jüdischen Persönlichkeiten aus Bayreuth", in: Jüdisches Bayreuth, hrsg. von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Bayreuth 2010, S. 105-118, hier S. 112f. (zu Richard Engelmann).

Fotografien

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Bert Sommer

heutiges Foto
2009-07-05
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-656
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=bay-656
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

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Inschriften des Jahres 1888

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

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http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=bay-656
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