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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-550
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-550: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-550

Name

Baruch Naftali Gruntal (Benedict Fischel Gruntal) [29.05.1873]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏איש ישר ונאמן‏‎ ›ein aufrechter und getreuer Mann‹,
‎‏הלך תמים ופעל צדק‏‎ ›er wandelte in Lauterkeit und wirkte Wohl‹,
‎‏ירא אלהים כל ימיו‏‎ war gottesfürchtig all seine Tage,
‎‏צדיק באמונתו חיה‏‎ 5 ›ein Gerechter, der in seinem Glauben lebte‹,
‎‏ה״ה כ״ה ברוך נפתלי‏‎ es ist der geehrte Herr Baruch Naftali
‎‏גרונטאל‏‎ Gruntal,
‎‏מת בזקנה ושיבה טובה‏‎ gestorben ›betagt und in gutem Greisenalter‹
‎‏ביום ה׳ ג׳ סיון תרל״ג לפ״ק‏‎ am Tag 5, 3. Sivan 633 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ 10 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens
Hier ruht
Herr Benedict Fischel Gruntal
gestorben [...]
Friede [...]

 

 Zl 2: Av 6,1  Zl 3: Ps 15,2  Zl 5: Hab 2,4  Zl 8: Gen 25,8

Kommentar

Datierung Gestorben Donnerstag, 29.05.1873
Die aus beliebten Zitaten zusammengesetzte Eulogie wurde vermutlich einem Musterbuch entnommen, sie findet sich in fast identischer Form zum Beispiel in Schalom ha-Cohens 1820 in Wien erschienenen Briefsteller Ketav joscher und im Sefer Hachajim, dem "Israelitischen Andachtsbuch" von Salomon Ephraim Blogg (erste Auflage Hannover 1848, vierte verbesserte Auflage Hannover 1866/67, S. 311: Grabschrift "für einen tugendhaften Greis").

Beschreibung

Beschreibung Das Grabmal, das in seiner Gestaltung eine alte Form wieder aufgreift, ähnelt dem Grabmal der ersten Gattin (bay-0109).
Zustand Verwitterung mittel; ein (vermutlich metallener) Aufsatz fehlt, worauf mehrere Löcher im oberen Abschluss hinweisen.

Zur Person

Der 1784 geborene Handelsmann bzw. Hausierhändler Benedikt Fischel war ein Sohn des Bayreuther Rabbiners Jakob Fischel und seiner zweiten Gattin Brendel. Er hatte 1809 eigenständigen Schutz in Bayreuth erhalten, wo er ein Wohnhaus besaß und einen "Hausierhandel mit Schnittwaren" betrieb. 1814 nahm er den Familiennamen Grunthal bzw. Grünthal an. 1809 hatte er die (vermutlich geschiedene) Ella Neustädter aus Bayreuth geheiratet, die Ehe scheint kinderlos geblieben zu sein. Nach ihrem frühen Tod im Jahr 1813 heiratete er 1816 die 1797 geborene "ledige Jungfer" Fanny, Tochter von Joseph Heimann aus Sulzbach. 1817 wurde der Sohn Fischel geboren, der zum Christentum konvertierte, Offizier wurde und nach Amerika auswanderte. 1822 kam ein namentlich nicht genanntes Mädchen zur Welt, das sechs Tage nach der Geburt starb, 1823 Dorette Treinle (Toni), 1826 Babette Pessle und 1831 Hermann Chajim, der ebenfalls nach Amerika auswanderte. Der verwitwete Privatier Bendit Grunthal starb im Alter von 88 Jahren an "Altersschwäche".

Zur Familie

Vater: Rabbiner Jakob Fischel (Grabstein Nr. bay-0260)
Mutter: Brendel, Gattin von Fischel (Grabstein Nr. bay-0259)
1. Gattin: Ella Grunthal geb. Neustädter (Grabstein Nr. bay-0109)
2. Gattin: Fanny Gruntal (Grabstein Nr. bay-0471)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 550: Benedikt Fischel ­Gruntel · 1873 Stadtarchiv Bayreuth, 2733: Namensveränderung und Immatrikulation der Juden (18.08.1814), Nr. 13: "Fischel Benedict, - nun Benedict Grunthal".

Fotografien

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Bert Sommer

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-550
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=bay-550
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

Inschriften des Jahres 1873

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

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