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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-390
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-390: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-390

Name

Natan ben Zwi Hakohen (Nathan ­Sänger) [15.03.1858]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏מצבת קבורת‏‎ ›Grabmal‹
‎‏[מו]רנו רב רבי (?) [נ]תן בן כ״ה צ[בי הכה]ן‏‎ unseres Lehrers, des Meisters, Herrn Natan, Sohn des geehrten Herrn Zwi Hakohen,
‎‏שהי׳ ש״ץ ונאמן לעדתו פה ביירויט‏‎ der Vorbeter und Beglaubigter für seine Gemeinschaft war hier in Bayreuth
‎‏שנים? וששים הלך לעולמו ורו[ח]ו‏‎ zweiundsechzig (Jahre lang), ›er ging hin in seine Welt‹ und sein Geist
‎‏למרום שבה בן שמונים ותשע שנה בתשעה‏‎ 5 kehrte zurück zur Höhe neunundachtzigjährig am
‎‏ועשרים יום לירח אדר שנת תרח״י לפ״ק‏‎ neunundzwanzigsten Tag des Monats Adar des Jahres 618 der kleinen Zählung.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 1: Gen 35,20  Zl 4: Koh 12,5

Kommentar

Datierung Gestorben Montag, 15.03.1858
Für diesen langjährigen Vorsänger der Gemeinde wurde eine ganz traditionelle hebräische Grabinschrift verfasst, in einer Zeit, in der die meisten Grabsteine bereits eine kurze deutsche Inschrift oder zumindest den Namen in lateinischen Buchstaben trugen. Nathan Sänger wurde noch auf dem alten Begräbnisfeld, in einer Reihe mit seiner Familie beigesetzt.

Beschreibung

Ornament gestalterische Verzierung
Zustand Verwitterung mittel; Beschädigung mittel

Zur Person

Der 1769 geborene, laut Kataster "arme" Nathan Kohn, Sohn des Hirsch, langjähriger Vorsänger der jüdischen Gemeinde, wählte seinen Familiennamen offensichtlich entsprechend seines Amtes in der Gemeinde, das er von seinem Vater übernommen hatte: 1814 nahm er den Familiennamen Sänger an. 1796 hatte er die 1776 geborene Nanny Nenne Nenna geheiratet, eine geborene Salomon Heidenheimer aus Uhlfeld, und wurde Vater von 14 Kindern: Der 1798 geborene Hirsch, von Beruf "Zehn Gebot Calligraph", gründete in Bayreuth eine Familie und "nährte sich von der Schreiberey". Die 1799 geborene Babette Pessle heiratete den Lehrer Levi in Uhlfeld. Die im Jahr 1800 geborene Henriette Hindel wurde mit dem Kaufmann Wollner in Wannbach vermählt und wanderte mit diesem nach Amerika aus. Der 1801 geborene Götz war zunächst in Württemberg als "Handlungsdiener in Condition" und starb in Straßburg. 1802 kam ein Kind tot zur Welt. Der 1804 geborene Emanuel Mendel lebte zunächst bei seinem Großvater in Uhlfeld, wo er "die Handlunger" erlernte, und wurde dann in Brück als Kaufmann tätig. Der 1806 geborene Abraham studierte in Fürth und ließ sich dann im ungarischen Carolath nieder. Die 1807 geborene Babet Bunle heiratete den Lehrer Bernhard in Dormitz. Die 1809 geborene Madlon Matel ehelichte den Handelsmann Landecker in Uhlfeld. 1811 wurde Karoline Kele geboren. Der 1812 geborene Simon Schimschon, der 1814 geborene Leopold Löw und die 1815 geborene Luise Lea wanderten nach Amerika aus. Die 1817 geborene Rosalie Sara starb schon mit einem Jahr. 1796 lebte bei Nathan Sänger auch der 16-jährige Knecht Marcus, die Familie lebte gemeinsam mit Nathan Sängers verwitweter Mutter "in der sogenannten Druk" zur Miete. Der Witwer Nathan Sänger starb im Alter von 89 Jahren an "Altersschwäche".

Zur Familie

Vater: Zwi Hirsch KaZ (auch Hirsch Sänger) (Grabstein Nr. bay-0384)
Mutter: Lea Treinle, Gattin von Hirsch KaZ/Hirsch Sänger (Grabstein Nr. bay-0383)
Gattin: Nanny Sänger (Grabstein Nr. bay-0387)
Sohn: Hirsch Sänger (Grabstein Nr. bay-0536)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 390: Nathan Sänger · 1858 Stadtarchiv Bayreuth, 2733: Namensveränderung und Immatrikulation der Juden (18.08.1814), Nr. 28: "Kohn, Nathan Hirsch, - nun Nathan Saenger".

Fotografien

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-390
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=bay-390
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

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Inschriften des Jahres 1858

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

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