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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-370
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-370: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-370

Name

R. Elchanan Hone [17.02.1795]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏הדיין מהו״ר אלחנן הונא זצ״ל נפטר יום ג׳ כ״ח שבט‏‎ der Dajjan, unser Lehrer, der Meister, Herr Elchanan Hone, das Andenken des Gerechten zum Segen, verschieden Tag 3, 28. Schwat
‎‏תקנ״ה‏‎ 555.
‎‏אלחנן אותך בהשכל ודעת‏‎ Elchanan, Gott begnadigte dich mit Einsicht und Erkenntnis,
‎‏להגות בתורת ה׳ כמעיין נובעת‏‎ 5 um ›in der Tora des Ewigen zu sinnen‹, die wie ein Quell sprudelt,
‎‏חוק ומשפט שמת לפני עדת אל‏‎ ›Satzung und Recht hast du der Gemeinschaft Gottes gegeben‹,
‎‏נמלצו לחיך כל דורש ושואל‏‎ ›die süß waren dem Gaumen‹ eines jeden, der sucht und fragt,
‎‏נוצצים כספיר הוראותיך מורה הוראה בישראל‏‎ wie Saphir funkeln deine Weisungen, Lehrer und Weisung-Geber in Israel,
‎‏הא לך? זרע קדש בני שמנת ימים‏‎ (du hast eingepflanzt??) einen ›heiligen Samen‹ in die acht Tage alten (Kinder)
‎‏וחתמת בבשרם לעשותם תמימים‏‎ 10 und hast ›in ihrem Fleisch besiegelt‹, um sie zu Lauteren zu machen.
‎‏נשמתך תהא צרורה בצרור החים‏‎ Deine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens,
‎‏אף בשרך ישכון לבטח עד כי יקיצו רדומי כלחים‏‎?‏‎ ›auch dein Leib wird sicher ruhen‹, bis daß die ... Schlafenden erwachen werden

 

 Zl 5: nach Ps 1,2  Zl 6: nach Ex 15,25  Zl 7: nach Ps 119,103  Zl 9: Jes 6,13  Zl 10: aus dem Tischgebet  Zl 12: Ps 16,9

Kommentar

Datierung Gestorben Dienstag, 17.02.1795
Die Eulogie auf den Vicerabbiner R. Elchanan Hone, den Dajjan, den ehrwürdigen Richter und Beisitzer im rabbinischen Gericht, hebt in aus vielen Zitaten zusammengesetzten lobenden Worten seine Gelehrsamkeit, seine Lehrtätigkeit und sein tätiges Wirken für die Gemeinschaft hervor, insbesondere sein Amt als Mohel, als Beschneider, der die acht Tage alten Knaben durch die Beschneidung in den Bund Abrahams einführte. Als Symbol dafür wurde in den Giebel des Grabsteins ein Beschneidungsmesser eingraviert. Der sehr sorgfältig gearbeitete Stein lässt noch die Hilfslinien des Steinmetzen erkennen, hier steht die kalligrafische Gestaltung der Inschrift als einziger Schmuck des Grabsteins im Vordergrund, so dass zum Beispiel der Endreim in den Zeilen 4-5, 6-8, 9-10 und 11-12 auch für den nicht des Hebräischen kundigen Betrachter deutlich zu erkennen ist.

Stilmittel

Reim auf -aat in Zln 4,5, auf -el in Zln 6-8, auf -imim in Zln 9,10 und auf -chajim in Zln 11,12.
Akrostichon in Zeilen 4-12: ‎‏אלחנן הונא‏‎ Elchanan Hona

Beschreibung

Symbol Amtssymbol: Beschneidungsmesser
Zustand Verwitterung leicht; Beschädigung leicht

Zur Person

Der Vorsitzende der Gerichtsbarkeit und Rabbinatsassesor Elchanan Hone, auch "Honna Moises Vice Rabiner", der laut Grabstein auch das Amt des Mohels, des Beschneiders, innehatte, war verheiratet mit Lea Treinle und Vater von mindestens sechs Kindern: Der ledige Josef Juspa starb 1798 und wurde neben seinem Vater beigesetzt. Der um 1767 geborene Selke Jizchak blieb ebenfalls ledig, wurde Händler und starb 1827. Der 1768 geborene Elkan "handelte im Landgericht Wunsiedel", war aber laut Kataster "zum Handel nicht befugt". Der um 1775 geborene Simon Simcha Hahn, auch er ledig, wurde Privatlehrer. Die 1779 geborene Minette Minkel betrieb zunächst Hausierhandel und heiratete dann den Webermeister Joseph Schmidt, die Ehe blieb kinderlos. Die jüngste Tochter Bella wird im Kataster als "kränklich" beschrieben.

Zur Familie

Gattin: Treinle, Gattin von Rabbiner Elchanan Hone (Grabstein Nr. bay-0372)
Söhne: Jizchak ben R. Hone (Grabstein Nr. bay-0396); Simon Hahn (Grabstein Nr. bay-0402); Josef Juspa ben R. Hone (Grabstein Nr. bay-0371)
Tochter: Minette Schmidt (Grabstein Nr. bay-0369)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 370: Rabbiner Hona · 1795

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Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-370
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(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

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Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

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