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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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ID bay-353
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-353: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-353

Name

Feiwelmann ben Izek Wertheimer (Philipp Pheiselmann ­Wertheimber) [08.08.1810]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏הצדיק מהור״ר פייבלמן ב׳ כ״ה איצק וו״ה‏‎ der Gerechte, unser Lehrer, der Meister, Herr Feiwelmann, Sohn des geehrten Herrn Izek Wertheimer.
‎‏עת תדע מי ישכון פה בקבר‏‎ Wenn du erfährst, wer in diesem Grabe ruht,
‎‏דמוע תדמע עינך על השבר‏‎ dann ›tränt dein Auge und tränt‹ über den Niederbruch,
‎‏גביר הדור פאר משרה ומוסר‏‎ 5 ein prunkvoller Herr (der Mächtige des Zeitalters), Pracht von Herrschaft und Zucht,
‎‏ומגזע יקר נברא ונוצר‏‎ von edlem Stamm erschaffen und gebildet,
‎‏יהושע מל ערלת לב ובשר‏‎ Jehoschua beschnitt, die ›unbeschnitten am Herzen und am Fleische‹ waren,
‎‏כי דרכי יוצרו שמר ונצר‏‎ denn die Wege seines Schöpfers hütete und bewahrte er,
‎‏אור פניו כשמש בלי עבות‏‎ das Licht seines Antlitzes, ›wie eine Sonne ohne Wolken‹
‎‏היה וידיו כגשם נדבות‏‎ 10 war es, und seine Hände, ›ein Regen von Großmut‹.
‎‏נפשך בכס יה וזיו הודו סביב קברך‏‎ Deine Seele ist am ›Throne Jah‹ und der Glanz Seiner Herrlichkeit um dein Grab herum,
‎‏שכנת בדבירו והוא ישכון דבירך‏‎ du ruhst in Seinen Räumen und Er wird weilen in deinen Räumen.
‎‏נפטר יום ד׳ ח׳ אב‏‎ Verschieden Tag 4, 8. Aw
‎‏תק״ע תנצב״ה‏‎ 570. Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 4: Jer 13,17  Zl 7: Ez 44,7  Zl 9: nach 2Sam 23,4  Zl 10: Ps 68,10  Zl 11: Ex 17,16

Kommentar

Datierung Gestorben Mittwoch, 08.08.1810
Die Inschrift wechselt mehrmals die Perspektive, nennt zuerst den Namen des Verstorbenen, spricht dann den Besucher des Grabes an und wechselt nach der Beschreibung der noblen Abstammung, der Pracht und Großmuts Philipp Wertheimbers sowie seines Amtes als Beschneider in die direkte Anrede an den Verstorbenen bei der Beschreibung der ewigen Ruhe.

Stilmittel

Reim auf -ewer in Zln 3,4 auf -awot in Zln 9,10 und auf -recha in Zln 11,12.

Beschreibung

Symbol Krone; Beschneidungsutensilien, darunter das Messer.
Zustand Verwitterung leicht; Beschädigung leicht

Zur Person

Der Bayreuther Handelsmann Feiwelmann Jehoschua, auch Philipp Pheiselmann Wertheim(b)er, Sohn von Isaac Wertheimber, war ein Urenkel des kaiserlichen Hoffaktoren und Oberrabbiners Samson Wertheimer (Worms 1658 - 1724 Wien). Er war in Fürth geboren worden und wurde 1770 in Bayreuth in Schutz genommen. Verheiratet war er mit Ella Seckel, vermutlich einer Nichte des um 1770 gestorbenen Hofbankiers und Münzlieferanten Moses Seckel aus Bruck, dem Begründer der neuen jüdischen Gemeinde und der Synagoge in Bayreuth. 1796 wurden elf Kinder verzeichnet: Isaac (21 Jahre alt), Rehla (20), Isaac Lowe (18), Wolf (16), David (15), Salomon (13), Jonathan (=Jonas) (12), Judit (10), Sara (8) und Esterla (6). Außerdem lebten 1796 in seinem Haushalt noch die beiden Mägde Vröhla (26 Jahre alt) und Vröhla (24) und der 36-jährige Schulmeister Moises. 1796 besaß Wertheimer einen Anteil am "Seckel-Haus" und trieb "zur Zeit noch kein Gewerbe", außerdem ist für ihn keine Vermögenssumme für die Schatzung angegeben, da der "Seckel-Concors, in welchem Wertheimer verwickelt, ... zur Zeit noch nicht beendigt" war. Seine drei ältesten Söhne lernten 1796 auf "der Schule zu Fürth", der dortige Jeschiwa. Philipp Wertheimber, der seiner Gemeinde als Mohel, als Beschneider gedient hatte, starb im Alter von 63 Jahren an einem "Lungengeschwür".
Der Sohn Wolf Wertheimer starb 1817 in Frankfurt und liegt auf dem Friedhof an der Battonstraße begraben, sein Grabmal existiert jedoch nicht mehr. Verheiratet war er mit der 1859 in Bayreuth gestorbenen Hanna Wilmersdörffer. Ihre 1810 in Bayreuth geborene Tochter Rosalie heiratete Gabriel Kitzinger, beide liegen in Ansbach begraben, doch ihre Grabmale existieren nicht mehr.

Zur Familie

Gattin: Ella Wertheimber (Grabstein Nr. bay-0354)
Sohn: Jonas Wertheimber (Grabstein Nr. bay-0336)
Schwiegertochter: Hanna Wertheimber geb. Wilmersdörffer (bay-0455)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 353: Philipp ­Wertheimber (Pheiselmann) · 1810 Markus Horovitz, Die Inschriften des alten Friedhofs der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt a. M., Frankfurt am Main 1901, Inschrift Nr. 4878: Wolf Wertheim.
Shlomo Ettlinger, Ele toldot, Verzeichnis aller Frankfurter Juden mit Personalangaben (Maschinenschriftliches Manuskript mit handschriftlichen Korrekturen), o.O. 1947ff., Eintrag 4.VII.1817: Wolf Wertheim.

Fotografien

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Bert Sommer

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-353
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=bay-353
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

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Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

Steinheim-Institut
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