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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-352
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-352: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-352

Name

Jizchak ben Josef Jaakow Schwabacher (Isaac Isaai ­Schwabacher/Ewald) [05.05.1844]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ש‏‎ Hier ruht
‎‏איש תם וישר פעלו ירא אלקים בלבבו‏‎ ›ein Mann, lauter und aufrecht‹ sein Tun, den Ewigen ehrfürchtend in seinem Herzen,
‎‏שומר אמונה ודובר מישרים‏‎ ›Treue wahrt er‹ und ›spricht redlich‹,
‎‏שמו נודע בשערים‏‎ sein Name ist ›bekannt in den Toren‹.
‎‏ה״ה פו״מ הח״ר יצחק בן הח״ר יוסף יעקב‏‎ 5 Es ist der Vorsteher und Leiter, der toragelehrte Herr Jizchak, Sohn des toragelehrten Herrn Josef Jaakow
‎‏שוואבאכער‏‎ Schwabacher,
‎‏אשר הלך בדרך כל הארץ יום א׳‏‎ ›der den Weg alles Irdischen ging‹ (am) Tag 1,
‎‏ט״ז אייר תר״ד‏‎ 16. Ijar 604.
‎‏יזכר לטוב שמך ולברכה זכרך‏‎ Dein Name sei zum Guten gedacht und gesegnet sei dein Andenken,
‎‏צדקה וחסד עשית [...]‏‎ 10 Gerechigkeit und Liebeswerk hast du erwiesen ...,
‎‏חפצת בתורת ה׳ דבריה אזנך הטית‏‎ die Tora des Ewigen begehrtest du, ihren Worten neigtest du dein Ohr,
‎‏קרבת ה׳ לך טוב בו תמיד חסית‏‎ ›die Nähe des Ewigen ist dein Gut,‹ ›bei ihm verbirgst du dich stets‹,
‎‏בן ס״ח שנה רוחך עלתה לשמים‏‎ 68jährig stieg dein Geist gen Himmel empor,
‎‏יוסף ה׳ שם שכרך בארץ החיים‏‎ der Ewige mehre deinen Lohn, dort ›im Lande des Lebens‹,
‎‏יש לך תקוה תנוח ותעמוד לגורלך‏‎ 15 ›es gibt Hoffnung für dich‹, ›du wirst ruhen und zu deinem Lose erstehen‹,
‎‏עקב אשר היטבת פעלך אשריך‏‎ deshalb, weil du Gutes getan hast, ›wohl sei dir‹.
‎‏נתצב״ה‏‎ Es sei seine Seele eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 2: Ijob 1,8  Zl 3: Jes 26,2 | Zl 3: Jes 33,15  Zl 4: Spr 31,23  Zl 7: Jos 23,14  Zl 12: nach Ps 73,23 | Zl 12: nach Ps 7,2  Zl 14: Jes 38,11  Zl 15: Jer 31,16 | Zl 15: Dan 12,13  Zl 16: Ps 128,2

Kommentar

Datierung Gestorben Sonntag, 05.05.1844
Eulogie auf einen frommen und gelehrten Gemeindevorsteher, der die Früchte seines irdischen Tuns im Himmel ernten wird.

Stilmittel

Reim (vermutlich) auf -echa in Zln 9,10, auf -ita in Zln 11,12, auf -ajim in Zln 13,14 und auf -echa in Zln 15,16.
Akrostichon in Zeilen 9-16: ‎‏יצחק בן יוסף יעקב‏‎ Jizchak  Sohn des Josef Jaakow

Beschreibung

Zustand Verwitterung mittel; Beschädigung mittel

Zur Person

Der 1774 in Ansbach geborene Bayreuther Bankier und Negotiant Isaac Isaai Schwabacher, auch Ewald, erhielt im Jahr 1800 Schutz in Bayreuth, wo er ein Wohnhaus und ein geschätztes Vermögen von 50.000 Gulden besaß. Er heiratete in Bayreuth 1801 die 1772 geborene Rösel, Tochter von Levi Neustädter in Bayreuth. 1803 wurde ihr Sohn Salomon Schlomo geboren, der wie sein Vater Bankier wurde. 1806 kam die Tochter Karoline Kele zur Welt, die Josef Wertheimber in Bayreuth heiratete. 1814 sollte Isaac Schwabacher bei der Ablegung des durch das Judenedikt von 1813 nötig gewordenen Untertaneneids gezwungen werden, sich einen neuen festen Familiennamen zuzulegen, wogegen er erfolgreich protestierte, da er aufgrund seiner "Handlungsverhältnisse" seinen Familiennamen nicht ohne weiteres ändern könne. 1817 zog der Dichter Jean Paul in Isaac Schwabachers prächtiges Haus in der Friedrichstraße und starb dort auch im Jahr 1825. Der Bankier Isaac Schwabacher starb im Alter von 69 Jahren an "Herzlähmung", seine Witwe überlebte ihn nur um zwei Monate.

Zur Familie

Gattin: Rösel Schwabacher (Nr. bay-3355)
Sohn: Salomon Schwabacher (Grabstein Nr. bay-0625)
Tochter: Karoline Wertheimber geb. Schwabacher (Grabstein Nr. bay-0424)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 352: Isaak ­Schwabacher · 1844 Stadtarchiv Bayreuth, 2733: Namensveränderung und Immatrikulation der Juden (10.10.1814), Nr. 70: "Isaac Joseph Schwabacher will seinen Namen nicht verändern".
Rosa und Volker Kohlheim: "Baer Meyer heißt jetzt Bernhardt Meyersberg", in: Jüdisches Bayreuth, hrsg. von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Bayreuth 2010, S. 73-82, hier S. 77f., 80.

Fotografien

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Bert Sommer

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2009-05-19
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-352
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=bay-352
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

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Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

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