logo epidat: epigraphische Datenbank

Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

Information   Inschriften   Karte   Quellen   Indizes   Lageplan (PDF) Download
Inv.-Nr.:
Jahr:
    «    [306/957]    »     »|
Edition Kommentar Stilmittel Beschreibung Personalia Quellen Foto
Export: TEI P5 plain text

epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-306
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-306: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-306

Name

Löb ben Schmuel Harburger (Löb ­Harburger) [24.11.1843]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ש‏‎ Hier ruht
‎‏איש צדיק וישר ירא אלקים‏‎ ein gerechter und aufrechter Mann, den Ewigen ehrfürchtete er
‎‏ושומר מצות מילדותו עד מותו‏‎ ›und wahrte die Gebote‹ von seiner Jugendzeit an bis zu seinem Tode,
‎‏הלך בתורת [...] ליב בר שמואל‏‎ er folgte der Lehre ... Löb, Sohn des Schmuel
‎‏הארבורגר [...] נ[פט]ר בשם‏‎ 5 Harburger ..., verschieden ›mit gutem
‎‏טוב יום ב׳ [דר]״ח [...]‏‎ Namen‹ 2. Neumondstag ...
‎‏יהודה אתה י[ו]דוך [אחי]ך (?)‏‎ ›Jehuda, dich preisen deine Brüder‹,
‎‏[...] א[...] יראך (?)‏‎ ...
‎‏בברית אברהם הכנסת את בני עמנו‏‎ die Kinder unseres Volkes führtest du in den Bund Abrahams ein,
‎‏יום יום הגית בתורת אלקינו‏‎ 10 ›Tag für Tag galt dein Sinnen der Lehre unseres Ewigen‹,
‎‏יגיעת כפיך בכל עת אכלת‏‎ ›von der Mühe deiner Hände ernährtest du dich zu jeder Zeit‹,
‎‏אהבת צדקה וחסד גמלת‏‎ Wohltun liebtest du und Liebeswerk hast du erwiesen,
‎‏עד שוב רוחך אל ארץ החיים‏‎ ›bis dein Geist ins Land des Lebens zurückkehrte‹,
‎‏שם תקבל שכר פעולתך כפליים‏‎ ›dort erhälst du doppelten Lohn für dein Tun‹.
‎‏תנצב״ה‏‎ 15 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 3: Nach Dtn 5,26  Zl 5f: bBer 17a  Zl 7: Gen 49,8, Anspielung auf den Namen  Zl 10: nach Jos 1,8  Zl 11: nach Ps 128,2  Zl 13: Koh 12,7 und Jes 38,11  Zl 14: nach Jer 31,15

Kommentar

Datierung Gestorben Freitag, 24.11.1843
Die Grabsteine von Löb und seinem Bruder Isaak sind in Inhalt und Form ähnlich gestaltet wie die der Eltern: Beide erhielten jeweils eine schmalhohe, nur hebräisch beschriftete Stele mit geschweiftem Flachbogenabschluß, jeweils mit einer plastischen Levitenkanne im Giebel. Die Eulogien sind gereimt. Beide Steine sind heute stark verwittert, ihre Inschriften teilweise verloren. Doch kann man noch herauslesen, dass Löbs Inschrift seine Gottesfurcht hervorhebt, sein mühevolles Wirken um das tägliche Brot und seine Wohltätigkeit. Löb diente seiner Gemeinde auch als Mohel, als Beschneider, wie auch aus der Darstellung der Utensilien für die Beschneidung im Giebel zu ersehen ist.

Stilmittel

Reim auf -echa in Zln 7,8. auf -enu in Zln 9,10, auf -alta in Zln 11,12 und auf -aim in Zln 13,14.

Beschreibung

Symbol Levitenkanne; Beschneidungsutensilien
Zustand Verwitterung stark

Zur Person

Der 1775 geborene Federn- und Siegellackfabrikant Löb Ha(a)rburger, der seiner Gemeinde auch als Beschneider diente, war ein Sohn des Gemeindevorstehers Samuel Abraham Harburger und der Rösle. 1806 hatte er eigenständigen Schutz in Bayreuth bekommen und heiratete im selben Jahr die 1776 geborene Rebecka. 1810 wurde sein Sohn Samuel geboren, der jedoch jung starb. 1811 kamen die Zwillinge Moses Masus (= Moritz) und Adelheid zur Welt. 1814 nahm Löb Harburger den Familiennamen Herzberg an, den er aber offensichtlich nicht verwendete. Löb Harburger starb im Alter von fast 69 Jahren an "Gehirnerweichung".

Zur Familie

Vater: Samuel Abraham Harburger (Grabstein Nr. bay-0227)
Mutter: Rösle Harburger (Grabstein Nr. bay-0228)
Gattin: Rebecka, Gattin des Löb Harburger (Grabstein Nr. bay-0307)
Söhne: Samuel Harburger (Grabstein Nr. bay-0301), Moritz Harburger (Grabstein Nr. bay-0533)
Tochter: Adelheid Skutsch geb. Harburger (Grabstein Nr. bay-0590)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 306: Löb ­Harburger · 1843 Stadtarchiv Bayreuth, 2733: Namensveränderung und Immatrikulation der Juden (18.08.1814), Nr. 20: "Haarburger, Löw, - nun Löw Herzberg".
Nathanja Hüttenmeister, Dan Z. Bondy: "Beispiele jüdischer Grabkultur", in: Jüdisches Bayreuth, hrsg. von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Bayreuth 2010, S. 161-165, hier S. 163.

Fotografien

  «    »  

Bert Sommer

heutiges Foto
2009-05-15
recto
heutiges Foto
2009-05-19
recto
heutiges Foto
2009-05-19
Detail
heutiges Foto
2009-05-15
Fragment
Seitenanfang

Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-306
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=bay-306
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

Inschriften des Jahres 1843

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

app-jüdische-orte.de.dariah.eu


Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=bay-306
letztes update: | lizenziert unter einer Creative Commons Lizenzvertrag
Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
Valid XHTML 1.0 Strict | Powered by TUSCRIPT
concept, code and design created by Thomas Kollatz
epidat stable release switch to beta
Datenschutzhinweis