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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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ID bay-302
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-302: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-302

Name

Izek ben Schmuel H(ar)b(urger) SeGaL (Isaak Samuel ­Harburger) [07.05.1830]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏כ״ה איצק ב׳ כ״ה שמואל ה״ב סג״ל‏‎ der geehrte Herr Izek, Sohn des geehrten Herrn Schmuel H(ar)b(urger) SeGaL,
‎‏נפטר יום וי״ו י״ד אייר תק״צ‏‎ verschieden Tag sechs, 14. Ijar 590.
‎‏ירא חטא ישן פה ב[אד]מה‏‎ Er, der die Sünde fürchtet, er schlafe hier in der Erde,
‎‏צעד כל יום ב[...]אל הרמה‏‎ 5 er schritt jeden Tag ... nach Rama,
‎‏חלות שם בקהל [...]יד במלוכה‏‎ dort mit der Gemeinschaft anzuflehen ... im Königreich?,
‎‏קלס תת ל[...]חה‏‎ er lobpries ...
‎‏בדרך יש[ר ה]לך [כל] הימים‏‎ den aufrechten Weg ging er alle Tage,
‎‏ניניו גדל לתורת ה׳ [ש]למים‏‎ seine Nachkommen erzog er zur vollkommenen Weisung des Ewigen,
‎‏שם ביגיעת כפיו [...]ם טרף‏‎ 10 ›mit der Mühe seiner Hände‹ ... Speise,
‎‏ויצ[א יצחק] לשוח בש[דה] ל[פנ]ות ערב‏‎ ›und Jizchak zog hinaus gegen Abend aufs Feld um zu sinnen‹,
‎‏א[...]ח בק[...]‏‎ ...
‎‏לעת עלות נרדמים מ[קברם(?)] ברננה‏‎ zu der Zeit, da die Schlummernden aus ihrem Grab mit Jubelgesang aufteigen.
‎‏תנצב״ה‏‎ Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 10: Nach Ps 128,2  Zl 11: Gen 24,63

Kommentar

Datierung Gestorben Freitag, 07.05.1830
Die Grabsteine von Isaak und seinem Bruder Löb sind in Inhalt und Form ähnlich gestaltet wie die der Eltern: Beide erhielten jeweils eine schmalhohe, nur hebräisch beschriftete Stele mit geschweiftem Flachbogenabschluß, jeweils mit einer plastischen Levitenkanne im Giebel. Die Eulogien sind gereimt, Isaaks Eulogie ist mit einem Akrostrichon verziert. Beide Steine sind heute stark verwittert, ihre Inschriften teilweise verloren. Doch kann man noch herauslesen, dass Isaaks Inschrift seine Gottesfurcht hervorhebt, sein mühevolles Wirken um das tägliche Brot und die Erziehung seiner Nachkommen zur Tora, der göttlichen Weisung.
Zl 5: Das hebräische ‎‏רמה‏‎, hier mit "Höhe" übersetzt, ist der biblische Ortsname "Rama", eine Anhöhe, der Geburtsort des Propheten Samuel, hier Anspielung auf den Vatersnamen.
Zl 10: Der Genesis-Vers handelt vom Erzvater Jizchak und spielt somit auf den Namen an. Mehrere Buchstaben, darunter die des Namens, sind durch einen Punkt oberhalb gekennzeichnet. Die Bedeutung dieser Markierungen bleibt unklar.

Stilmittel

Reim auf -ama in Zln 4-5, auf -cha in Zln 6-7?, auf -mim in Zln 8-9, auf -eref/w in Zln 10-11.
Akrostichon in Zeilen 4-13: ‎‏יצחק בן שםואל‏‎ Jizchak  Sohn des Schmuel

Beschreibung

Symbol Levitenkanne
Ornament gestalterische Verzierung
Zustand Starke Verwitterung, die Inschrift ist teilweise verloren.

Zur Person

Der 1772 (laut Kataster 1768) geborene Isaac Samuel Harburger war ein Sohn des Gemeindevorstehers Samuel Abraham Harburger und der Rösle. 1804 erhielt er eigenständigen Schutz in Bayreuth und betrieb zunächst einen "Hausierhandel mit Schreibmaterialien im Obermainkreis", bevor er Feder- und Siegellackfabrikant wurde. 1806 heiratete er die 1780 geborene Päsle Besla Babette Bachmann. 1807 kam ihre Tochter Caroline zur Welt. 1809 wurde Juda (Jehuda) geboren, der die Jeschiwa in Fürth und die Polytechnische Schule in München absolvierte, dort auch studierte, und später Rabbiner in Güstrow und Distriktsrabbiner in Reckendorf wurde und in Baiersdorf starb. 1810 kam Samuel zur Welt, 1811 David, 1813 Rosalie und 1814 Moses (= Moritz). 1814 nahm Isaac Harburger den zusätzlichen Familiennamen Bachmann an. Isaac Harburger Bachmann starb im Alter von fast 57 Jahren infolge eines "Lungen- und Leberleidens"; sein Eintrag im deutschen Sterberegister trägt den Zusatz: "Von dieser Zeit an wurde die neue Leichenordnung in folge hohen Regierungs-Rescriptes eingeführt".

Zur Familie

Vater: Samuel Harburger (Grabstein Nr. bay-0227)
Mutter: Rösle Harburger (Grabstein Nr. bay-0228)
Gattin: Besla Harburger (Grabstein Nr. bay-0485)
Söhne: David Harburger (Grabstein Nr. bay-0199), Moritz Harburger (Grabstein Nr. bay-0640); Samuel Harburger (Grabstein Nr. bay-0598)
Tochter: Rosalie Arnstein geb. Harburger (Grabstein Nr. bay-0741)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 302: Isaak Sam. ­Harburger · 1830 Stadtarchiv Bayreuth, 2733: Namensveränderung und Immatrikulation der Juden (18.08.1814), Nr. 21: "Haarburger Isaac, - nun Isaac Haarburger Bachmann".
Nathanja Hüttenmeister, Dan Z. Bondy: "Beispiele jüdischer Grabkultur", in: Jüdisches Bayreuth, hrsg. von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Bayreuth 2010, S. 161-165, hier S. 163.
Zum Sohn Juda: Biographisches Handbuch der Rabbiner, hrsg. von Michael Brocke und Julius Carlebach, Teil 1: Die Rabbiner der Emanipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781-1871, bearbeitet von Carsten Wilke, München 2004, Bd. 1, S. 414 (Nr. 668).

Fotografien

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-302
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=bay-302
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

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Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

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