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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-298
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-298: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-298

Name


Jizchak ben David (Isaak Seckel David ­Seebach) [11.01.1825]                

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben -
‎‏ישר לכת מכל זהב אופיר בחר‏‎ ›Den geraden Weg‹ zog er allem Ophirgold vor,
‎‏צדיק השכב פה בחיש קבר‏‎ dieser Gerechte, der hier liegt, der ins Grab eilte,
‎‏חלות פני עליון בקר השכים שחר‏‎ im Morgenrot machte er sich auf, um ›vor dem Angesicht des Höchsten zu flehen‹,
‎‏קלסו נשא ערב באמרי שפר‏‎ 5 abends trug er seinen Lobpreis vor mit ›vorzüglichen Worten‹,
‎‏בר לבב יען הי׳ ואוהב אמונה‏‎ denn sein Herz war rein und er liebte die Treue,
‎‏רם חפץ שמו אשם בעדנו‏‎ der Höchste wünschte, bestimmte, dass er Sühneopfer für uns bringt,
‎‏דנאי? דוה׳ נשא עון כלנה‏‎ ... er trug unser aller Vergehen
‎‏והוא מחולל ומענה מפשעינו‏‎ ›und er ist verwundet und leidet ob unserer Missetaten‹,
‎‏ד... אך כי כבדו מהכילם‏‎ 10 ... nur dass sie zu schwer sind , um sie zu ertragen,
‎‏זעק במר נפשו לעליו הטילם‏‎ (so) schrie er aus bittere Seele zu dem, der diese aufbürdete,
‎‏לחצו ? ראה אל הסיר תוכחה‏‎ Gott sah seine Bedrückung, beendete die Züchtigung,
‎‏סכת שלום הביאהו למנוחה‏‎ brachte ihn zur ›Friedenshütte‹, zur Ruhestatt.
‎‏נפטר יום ג׳ כ״א טבת תקפ״ה‏‎ Verschieden Tag 3, 21. Tewet 585.
‎‏תנצב״ה‏‎ 15 Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 2: nach Spr 15,21  Zl 4: nach Sech 7,2 u.ö.  Zl 5: Gen 49,21  Zl 9: nach Jes 53,5  Zl 13: aus dem Abendgebet am Freitag

Kommentar

Datierung Gestorben Dienstag, 11.01.1825

Stilmittel

Reim auf -char in Zln 2,4, auf -ewer/efer in Zln 3,5, auf -nah in Zln 6,8, auf -enu in Zln 7-9, auf -ilam in Zln 10,11 und auf -echah in Zln 12,13. Reimschema: ababcdcdeeff.
Akrostichon in Zeilen 2-12: ‎‏יצחק בר דוד זעקל‏‎ Jizchak Sohn des David Seckel

Beschreibung

Ornament florale Verzierung; gestalterische Verzierung
Zustand Verwitterung mittel; Beschädigung mittel. Das Grabmal weist in der Oberkante eine Vertiefung auf, vermutlich fehlt ein (metallener?) Aufsatz.

Zur Person

Der Handelsmann Isaak, auch Seckel David Se(e)bach, war 1753 in Bayreuth geboren worden und hatte hier 1792 (1779?) eigenständigen Schutz bekommen. 1814 nahm er den Familiennamen Seebach an. Er war verheiratet mit der Bayreutherin Karoline Köhla Harburger und Vater von mindestens neun Kindern: Die 1784 geborene Emilie heiratete den Bayreuther Lehrer Moritz Mayer. Ihre ältere Schwester Sarla war laut "Juden-Familien-Liste" von 1796 damals 13 Jahre alt, Malka 8, Rehla 5, Joseph Benjamin 4 Jahre und Jentala gerade gestorben (ein Grabstein ist nicht erhalten). Der 1795 geborene Joseph ließ sich in Frankfurt am Main nieder. Die 1796 geborene Ella (E)Leonore heiratete den Bayreuther Abraham Schimmel Greif und die im Jahr 1800 geborene Jette zog zu ihrem Bruder nach Frankfurt, wo sie auch heiratete. Ein weiteres Kind war vermutlich der 1790 gestorbene David ben Seckel. Außerdem lebte 1796 in Isaak Seebachs Haushalt die Magd Rebecca. Er selbst war damals "noch immer in Concurs", führte "einen geringen Spezerey-Handel" und besaß einen Anteil am "Seckl. Haus". Der verwitwete Privatier, der im Kataster als "schwächlich" beschrieben wurde und der von seinem Sohn finanziell unterstützt wurde, starb im Alter von 69 Jahren an einem "Schleimschlag" und wurde neben seiner Gattin beigesetzt.
Wahrscheinlich war Isaak David ein Neffe des um 1770 gestorbenen Hofbankiers und Münzlieferanten Moses Seckel aus Bruck, dem Begründer der neuen jüdischen Gemeinde und der Synagoge in Bayreuth, also ein Sohn von Moses Seckels jüngerem Bruder David, der seinen Bruder beerbte.
In der "Juden-Familien-Liste" von 1796 ist direkt nach Seckel David "Isaac David Seckels Hof-Agenten Wb. Rösla" mit ihren zwei Kindern, dem 15-jährigen David und der 12-jährigen Esther, und ihrer 41-jährigen Magd Sarla verzeichnet, die ebenfalls "noch immer in Concurs" war und ebenfalls einen Anteil am "Seckl. Haus" besaß. Höchstwahrscheinlich handelt es sich bei ihr um Seckel Davids Mutter.

Zur Familie

Brüder: Nathan Seckel (Grabstein Nr. bay-0175); Moses David Naumann (Grabstein Nr. bay-3404)
Schwester?: Ella Wertheimber (Grabstein Nr. bay-0354)
Gattin: Karoline, Gattin des Seckel David (Grabstein Nr. bay-0297)
Töchter: Emilie Maier (Grabstein Nr. bay-0313); Eleonore Greif (Grabstein Nr. bay-0514)
Sohn?: David ben Seckel (Grabstein Nr. bay-0005)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 298: Isaak (Seckel) David ­Seebach · 1825 Stadtarchiv Bayreuth, 2733: Namensveränderung und Immatrikulation der Juden (18.08.1814), Nr. 7: "David Seckel, - nun David Seebach".
Sylvia Habermann: "Brückenschlag zwischen Judentum und Landesherrn", in: Jüdisches Bayreuth, hrsg. von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Bayreuth 2010, S. 35-41, hier S. 37 (zu Moses und David Seckel).

Fotografien

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Bert Sommer

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-298
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=bay-298
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)


Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=bay-298
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