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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-291
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-291: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-291

Name

Fradel bat Wolf Seckels ⚭ Hirsch Gunzenhäuser (Fradel ­Gunzenhäuser) [25.04.1806]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏האשה צנועה במעשיה‏‎ die Frau, züchtig in ihren Taten,
‎‏הלכה בדרך ישרה‏‎ ›sie ging auf rechtem Weg‹,
‎‏מאלקי׳ היתה יראה‏‎ vor dem Ewigen war sie ehrfürchtig,
‎‏עלתה נשמתה למרומה‏‎ 5 ihre Seele stieg empor zu ihrer Höhe,
‎‏לגמול חסד לא נחדלה‏‎ ›Liebeswerk erwies sie ohne Unterlaß‹,
‎‏א״ח פראדל ב׳ ה׳ וואלף‏‎ ›die tüchtige Gattin‹, Fradel, Tochter des Herrn Wolf
‎‏זעקילס שלם במעשיו‏‎ Seckels, vollkommen in seinen Taten,
‎‏אשת כ״ה הירש ג״ה‏‎ Gattin des geehrten Herrn Hirsch Gunzenhäuser,
‎‏נפטרת יום עש״ק זי״ן‏‎ 10 verschieden am Rüsttag des heiligen Schabbat, siebter
‎‏אייר תקס״ו‏‎ Ijar 566.
‎‏תנצב״ה‏‎ Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 3: Ps 107,7  Zl 6: Nach Pea 1,1  Zl 7: Spr 31,10

Kommentar

Datierung Gestorben Freitag, 25.04.1806
Auffällig sind die Attribute, die dem Vater, Wolf Seckel(s) in den Inschriften seiner Angehörigen nachgestellt sind, ein seltener Brauch. Hier ist es "vollkommen in seinen Taten", bei ihrer Schwester Pessle heißt es: "gerecht sind seine Werke", und bei ihrer Mutter steht geschrieben: "gerecht und aufrecht sein Wirken".

Beschreibung

Zustand Verwitterung leicht; Beschädigung leicht. Das Grabmal weist in der Oberkante eine Vertiefung auf, vermutlich fehlt ein (metallener?) Aufsatz.

Zur Person

Fradel war eine Tochter von Wolf Seckels, das ist wahrscheinlich der schon in der Gemeindeliste von 1763 genannte Wolff Seckel, vermutlich ein Verwandter des aus Bruck stammenden Hofbankiers und Münzlieferanten Moses Seckel, der 1760 die Bayreuther Synagoge eingerichtet hatte. Sie war verheiratet mit dem Handelsmann Hirsch Gunzenhäuser und Mutter von mindestens neun Kindern: Die 1775 geborene Jeanette Schönga heiratete den Bayreuther Schutzjuden Hirsch Michael. Der 1796 24 Jahre alte Sohn Wolf erhielt (vor 1796) ebenfalls Schutz in Bayreuth, gründete in Bayreuth eine Familie und zog später nach Wien. Die Tochter Esther war 1796 20 Jahre alt, der Sohn Loew 18 Jahre. 1777 wurde Simon geboren, um 1779 Karoline Kohla, 1781 Jette Jentala, 1785 Jacob und 1787 Meyer. Fradel starb im Alter von 58 Jahren, laut dem hebräischen Sterberegister "durch einen Wasser Fall", laut deutschem durch "Selbstentleibung", kurz nachdem auch ihre Schwester Pessle Selbstmord begangen hatte. Begraben ist sie in der Nähe anderer Mitglieder der Familie Seckel/Seckels und keinsfalls am Rande des Friedhofs oder in einem gesonderten Bereich, wie es andernorts bei Selbstmördern üblich war.

Zur Familie

Mutter: Rachel, Tochter von Josef (Grabstein Nr. bay-0289)
Gatte: Hirsch Gunzenhäuser (Nr. bay-3299)
Kinder: Simon Blumenfeld (Grabstein Nr. bay-0279); Käule, Gattin des Machol Sulzbacher (Grabstein Nr. bay-0295); Jacob Gunzenhäuser (Grabstein Nr. bay-0296); Meir Gunzenhäuser (Grabstein Nr. bay-0499); Jeanette Reinfeld (Grabstein Nr. bay-0338)
Enkel: Fanny Gunzenhäuser (Grabstein Nr. bay-0300); Isaac Kronberger (Gunzenhäuser) (Grabstein Nr. bay-0652)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 291: Fradel, Ehefrau des Hirsch ­Gunzenhäuser · 1806 A. Eckstein: Geschichte der Juden im Markgrafentum Bayreuth, Bayreuth 1907, S. 92 (zu Wolff Seckel).

Fotografien

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Bert Sommer

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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-291
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=bay-291
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

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Inschriften des Jahres 1806

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

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Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

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