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Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

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epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-289
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-289: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-289

Name

Rachel bat Josef ⚭ Wolf ­Seckel [11.09.1803]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen
‎‏האשה הצנועה והגבירה‏‎ die züchtige und stattliche Frau,
‎‏רחל מבכים עליה בניה‏‎ ›Rachel, um sie weinen ihre Kinder ‹,
‎‏בת קול ברמה נשמה‏‎ ein Echo, ›eine Stimme ist zu Ramma verklungen,‹,
‎‏הררי אל בצאת נפשה עלתה‏‎ 5 als die Seele sie verließ, als sie die Berge Gottes erklomm,
‎‏יוסיף וינעם נצחו? עליה‏‎ lieblich möge ihr die Ewigkeit währen,
‎‏אשת חיל איך גוש עפר מגורה‏‎ ›der tüchtigen Gattin‹, ach, in Erdens Scholle weilt sie nun,
‎‏כ״ה יקוננו בבכי תמרורים‏‎ so wehklagt mit bitterem Weinen
‎‏וואלף זעקל פועל צדק ומשרים‏‎ Wolf ­Seckel, er, der ›Wohltat und Recht wirkt‹.
‎‏היא קברת רחל עד שיערה‏‎ 10 ›Dies ist Rachels Grabstätte‹, ›bis sich über sie
‎‏עליה ממרום בזמן התחיה‏‎ aus der Höhe (der Geist) ergießet‹ in Zeiten der Auferstehung.
‎‏נפטרת יום א׳ כ״ד אלול‏‎ Verschieden Tag 1, 24. Elul
‎‏תקס״ג תנצב״ה‏‎ 563. Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 3: nach Jer 31,14(15)  Zl 4: Jer 31,14  Zl 7: Spr 31,10  Zl 9: Ps 15,2  Zl 10: Gen 35,20  Zl 10f: Jes 32,15

Kommentar

Datierung Gestorben Sonntag, 11.09.1803
Zum ersten Mal wieder seit 1793 ist hier wieder eine Inschrift kunstvoll komponiert aus dem von oben nach unten zu Beginn der Zeilen zu lesenden Namen, eingewoben in eine fortlaufende, gereimte und aus vielen Zitaten zusammengesetzte Eulogie, die insbesondere die Trauer um den Tod der Gattin und Mutter hervorhebt und ihr Ruhen bis zur erhofften Wiederbelebung am Ende der Tage.
Zl 4: Das letzte Wort wurde in Vergleich zum Bibelvers leicht verändert, indem es mit einem ‎‏ה‏‎ statt mit einem ‎‏ע‏‎ geschrieben wurde. So wurde die weibliche Form aus der Wurzel ‎‏נשמ‏‎, "verödet", "verklungen" gebildet und der optische Reim, der (fast) alle Wörter auf ‎‏ה‏‎ enden läßt, erhalten. Möglich ist auch, dass hier beabsichtigt wurde, auf das gleichgeschriebene Wort ‎‏נשמה‏‎, "Seele", hinzuweisen um damit eine Verbindung zu schaffen zu der nachfolgenden Zeile, in der ‎‏נפש‏‎, ein weiteres Wort für "Seele", verwendet wurde.

Stilmittel

Akrostichon in Zeilen 2-9: ‎‏האשה רחל בת הרר יוסף אשת כה וואלף זעקל ‏‎ die Frau  Rachel Tochter des Meisters, Herrn  Josef Frau des geehrten  Wolf Seckel

Beschreibung

Ornament gestalterische Verzierung
Zustand Verwitterung leicht; Beschädigung leicht

Zur Person

Rachel, Tochter von Josef, war verheiratet mit dem vor 1796 gestorbenen Wolf Seckel, das ist wahrscheinlich der schon in der Gemeindeliste von 1763 genannte Wolff Seckel, vermutlich ein Verwandter des aus Bruck stammenden Hofbankiers und Münzlieferanten Moses Seckel, der 1760 die Bayreuther Synagoge eingerichtet hatte. Rachel war Mutter von mindestens drei Kindern: Der Sohn Löb Sekel, auch Low Wolf, erhielt Schutz in Bayreuth. Die Tochter Fradel heiratete den Bayreuther Schutzjuden Hirsch Gunzenhäuser und die Tochter Bessla/Pessle den Bayreuther Schutzjuden Isaac David Seckel. Die Witwe, deren Vermögen 1796 mit 2.000 Gulden angegeben wurde, "lebte von ihren Interessen" und besaß ein Haus im Spital-Gässlein. Rachel starb im Alter von 75 Jahren an "Wassersucht".

Zur Familie

Sohn: Löb Sekel (Grabstein Nr. bay-0294)
Töchter: Pessle, Gattin des Izek Seckel (Grabstein Nr. bay-0290); Fradel, Gattin von Hirsch Gunzenhäuser (Grabstein Nr. bay-0291)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 289: Rachel, Ehefrau des Wolf ­Seckel · 1803 A. Eckstein: Geschichte der Juden im Markgrafentum Bayreuth, Bayreuth 1907, S. 92 (zu Wolff Seckel).

Fotografien

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Bert Sommer

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2009-05-18
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Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-289
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=bay-289
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

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Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

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