logo epidat: epigraphische Datenbank

Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

Information   Inschriften   Karte   Quellen   Indizes   Lageplan (PDF) Download
Inv.-Nr.:
Jahr:
    «    [85/957]    »     »|
Edition Kommentar Stilmittel Beschreibung Personalia Quellen Foto
Export: TEI P5 plain text

epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-231
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-231: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-231

Name


Menachem ben Schmuel (Emanuel ­Manstein = Mänle ­Bayersdörfer) [03.11.1805]                

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״נ‏‎ Hier ist begraben
‎‏מנחם אין לנו בארץ כי הלך‏‎ Menachem - einen Tröster haben wir nicht im Lande, denn er ging
‎‏בר לבב ונקי כפים לעולמו‏‎ ›lauteren Herzens und rein an Händen‹ ›in seine Welt‹,
‎‏שמו אל במרום כמלאך‏‎ es setzte ihn Gott in der Höhe wie einen Engel,
‎‏זכרונו יברכו באץ כלמו‏‎ 5 sein Andenken werden alle eilend segnen,
‎‏נפטר יום א׳ י״א מרחשון‏‎ verschieden Tag 1, 11. Marcheschvan
‎‏תקס״ו תנצב״ה‏‎ 566. Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 3: Ps 24,4 | Zl 3: Koh 12,5

Kommentar

Datierung Gestorben Sonntag, 03.11.1805
Zl 2: Menachem, der jüdische Name des Verstorbenen, hat die Bedeutung "Tröster". Er muss hier mit beiden Bedeutungen gelesen werden und wurde daher doppelt übersetzt.
Zl 4: Die beiden ersten Worte der Zeile, "es setzte ihn Gott", bilden gleichzeitig den Vatersnamen Schmuel in den Zeilenanfängen der Zln 2-4 von oben nach unten zu lesenden Akrostichon.
Zl 5: Möglicherweise fehlt hier im dritten Wort der Zeile ein Buchstabe: ‎‏בארץ‏‎ statt ‎‏באץ‏‎, dann lautet die Übersetzung: "Sein Andenken werden wir alle im Lande segnen", dies würde die zweite Zeile inhaltlich wieder aufnehmen.
Namenskunde Der Familienname Manstein geht vermutlich auf den Namen "Menle/Mänle" (von Emanuel) zurück.

Stilmittel

Reim auf -lach in Zln 2 und 4, auf -lmo in Zln 3 und 5.
Akrostichon in Zeilen 2-4: ‎‏מנחם בר שמואל ‏‎ mNoach^m Sohn des Schmuel

Beschreibung

Ornament gestalterische Verzierung
Zustand Verwitterung leicht

Zur Person

Der Handelsmann Mänle (= Emanuel) Manstein, Sohn von Schmuel aus Bayersdorf, in der Gemeindeliste von 1763 und in der "Juden-Familien-Liste" von 1796 Männlein Samuel, hatte, aus Baiersdorf kommend, 1763 Schutz in Bayreuth erlangt, gehörte also zu den ersten Bayreuther Juden. Er war verheiratet mit Jeanette Rachel Schöndel/Schönel und Vater von mindestens drei Kindern: des 1766 geborenen Moses, der bereits 1795 eigenständig Schutz in Bayreuth bekommen hatte, des Sohnes Bär(lein), der 1796 31 Jahre alt war, und der Tochter Güttel/Gittel, die den Bayreuther Schutzjuden Abraham Salomon aus Erlebach geheiratet hatte. Außerdem lebte in seinem Haushalt 1796 noch die 22-Jährige Magd Freintel. Mänle Manstein, dessen Vermögen für die Schatzung 1796 auf 400 Gulden beziffert wurde, "speiste reisende Juden" und handelte mit alten Kleidern und lebte beim Bäcker Ströber zur Miete. Er starb im Alter von 77 Jahren an "Entkräftung".

Zur Familie

Ein Bruder war vermutlich der Junggeselle Selkel ben Schmuel aus Baiersdorf, das ist Elkan Bayersdörfer (Grabstein Nr. bay-0102).
Gattin: Jeanette Manstein (Grabstein Nr. bay-0230)
Söhne: Moses Manstein (Grabstein Nr. bay-0217); Bär Manstein (Grabstein Nr. bay-0234)
Tochter: Gittel G. Awraham aus Erlebach (Grabstein Nr. bay-0233)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 231: Emanuel ­Mannstein · 1805 A. Eckstein: Geschichte der Juden im Markgrafentum Bayreuth, Bayreuth 1907, S. 93.

Fotografien

  «    »  

Bert Sommer

heutiges Foto
2009-05-14
recto
Seitenanfang

Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-231
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=bay-231
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)


Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=bay-231
letztes update: | lizenziert unter einer Creative Commons Lizenzvertrag
Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
Valid XHTML 1.0 Strict | Powered by TUSCRIPT
concept, code and design created by Thomas Kollatz
epidat stable release switch to beta
Datenschutzhinweis