logo epidat: epigraphische Datenbank

Bayreuth 957 Inschriften (1787-heute)

Information   Inschriften   Karte   Quellen   Indizes   Lageplan (PDF) Download
Inv.-Nr.:
Jahr:
    «    [236/957]    »     »|
Edition Kommentar Stilmittel Beschreibung Personalia Quellen Foto
Export: TEI P5 plain text

epidat - epigraphische Datenbank

ID bay-176
Lizenz Creative Commons Attribution-BY 4.0 International Licence [CC BY]
Zitation Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-176: http://steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?bay-176

Name

Gittel ⚭ Mosche Secklen (Gustine ­Naumann) [27.07.1832]          

Diplomatische Transkription und Übersetzung

‎‏פ״ט‏‎ Hier ist geborgen,
‎‏גר בית אוצר פה טמון מטמון יוקר‏‎ im Schatzhaus wohnend, hier ist geborgen ein teurer Schatz,
‎‏יקרה מזהב את לוטה בשמלת ליל‏‎ teurer als Gold, ›eingehüllt ins Nachtgewand‹,
‎‏טהור עין יגלך ויעלך כי עשית חיל‏‎ der, dessen Auge rein ist, der findet dich und hebt dich empor, denn du hast dich wacker erwiesen,
‎‏ליני הלילה שכבי עד הבוקר‏‎ 5 bleibe hier diese Nacht, ›bleibe liegen bis zum Morgen‹,
‎‏אור לעת ערב בהיות יום גדול ונורא‏‎ es wird leuchten am Abend, beim Anbruch des großen und ehrfurchtgebietenden Tages,
‎‏שדי כי יעורר הישנים בחיק האדמה‏‎ da der Allmächtige die im Schoße der Erde Schlummernden erweckt,
‎‏תרועת קול שופר אז בהשמיע ברמה‏‎ dann ertönt Posaunenschall auf der Höhe,
‎‏משנתך תיקץ סביב יזרח אורה‏‎ von deinem Schlafe erwachst du, ringsherum erstrahlet Licht,
‎‏שוב תשובי אז חיש מחצר בית נשיה‏‎ 10 dann kehrst du geschwind zurück aus dem Hof des Hauses des Vergessens,
‎‏הוד טהור על פניך והתו תחייה‏‎ reine Pracht ist auf deinem Antlitz ›und das Zeichen (auf deiner Stirn) - du wirst leben‹.
‎‏היקרה א״ח מר גיטל אשת כ״ה משה‏‎ Die Teure, ›die tüchtige Gattin‹, Frau Gittel, Gattin des geehrten Herrn Mosche
‎‏זעקלן נפטרת עש״ק כ״ט תמוז‏‎ Secklen, verschieden am Rüsttag des heiligen Schabbat, 29. Tammus
‎‏תקצ״ב תנצב״ה‏‎ 592. Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens

 

 Zl 3: nach 1Sam 21,10  Zl 5: Rut 3,13  Zl 11: nach bSchab 55a  Zl 12: Spr 31,10

Kommentar

Datierung Gestorben Freitag, 27.07.1832
Die gereimte und mit Akrostichon versehene Eulogie auf Frau Gustine Naumann spricht die Verstorbene direkt an, befasst sich jedoch nicht mit ihren Lebzeiten, sondern beschreibt über zehn Zeilen ihren Todesschlaf und die erhoffte Wiederbelebung am Ende der Tage.

Stilmittel

Reim auf -oker in Zln 2 und 5, auf -ejl in Zln 3-4, auf -ora in Zln 6 und 9, auf -ama in Zln 7-8 und auf -ejha in Zln 10-11 (nach dem Reimschema abbacddcee).
Akrostichon in Zeilen 2-11: ‎‏גיטל אשת משה‏‎ Gittel Frau des Mosche

Beschreibung

Ornament florale Verzierung
Zustand Verwitterung leicht

Zur Person

Die 1768 geborene Gittel, auch Gustine und Gutta, war verheiratet mit dem gleichaltrigen Mosche Secklen, auch Moses Seckel Naumann oder Neumann. 1796 wurde ihre Tochter Ella geboren, die den Bankier Seebach in Frankfurt a.M. heiratete. 1797 kam Adelheid zur Welt, die den Lehrer Flartauer (?) in Burgkundstadt ehelichte, und 1799 wurde der Sohn Seckel geboren, dessen Eintrag im älteren Familienstandsbuch den Zusatz "privatisierend" trägt, im jüngeren Familienstandsbuch wird er als "verschollen" bezeichnet. Weitere Kinder waren die 1796 als Kinder verstorbenen Brüder David und Löb, Söhne von Mosche Seckel. Gustine Naumann starb im Alter von 69 Jahren an "Wassersucht".
Die Belegungsliste identifiziert Gittel, Gattin des Mosche, fälschlicherweise mit der anderthalb Monate früher gestorbenen Jette, Witwe des Moses Sulzbacher (Grabstein Nr. bay-0215).

Zur Familie

Vater: Elias Juda Bayersdörfer/Rosenstein (Grabstein Nr. bay-0177)
Mutter: Eva Bayersdörfer (Grabstein Nr. bay-0179)
Gatte: Moses Seckel Naumann (Nr. bay-3404)
Söhne: David und Löb, Söhne von Mosche Seckel (Grabstein Nr. bay-0003)

Quellen / Sekundärliteratur

Belegungsliste (BayHStA, Jüdisches Standesregister 64 u. CAHJP G5/165) Nr. 176: Jette Wittwe des Moses ­Sulzbacher · 1832

Fotografien

  «    »  

Bert Sommer

heutiges Foto
2009-05-21
recto
heutiges Foto
2009-05-21
Detail
Seitenanfang

Zitation der Inschrift

Digitale Edition ─ Jüdischer Friedhof Bayreuth, bay-176
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=bay-176
(letzte Änderungen - 2016-03-04 23:51)

Recherche im Gesamtbestand - Kontextualisierungen

Inschriften des Jahres 1832

Orte jüdischer Geschichte im Umfeld des Friedhofs

app-jüdische-orte.de.dariah.eu


Auftraggeber

Bearbeitet im Auftrag der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth

Förderer

Festspiel- und Universitätsstadt Bayreuth Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Oberfranken Stiftung


 

Steinheim-Institut
http://www.steinheim-institut.de:80/cgi-bin/epidat?id=bay-176
letztes update: | lizenziert unter einer Creative Commons Lizenzvertrag
Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
Valid XHTML 1.0 Strict | Powered by TUSCRIPT
concept, code and design created by Thomas Kollatz
epidat stable release switch to beta
Datenschutzhinweis