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Rüthen 81 inscriptions (1654-1935)

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TEI P5

Projekt

Der jüdische Friedhof in Rüthen wurde im Auftrag der Stadt Rüthen im Jahr 2009 dokumentiert.

Eine Veröffentlichung der Forschungsergebnisse in Buchform, ergänzt durch Dokumentationen und Darstellungen zur Geschichte der Juden in Rüthen, ist in Arbeit.

Lage

Der sogenannte "Judenhagen" (älteste Rüthener Bezeichnung für diese Begräbnisstätte) liegt im historischen Stadtgraben unterhalb des Hachtores. Auf einer Fläche von 1821 qm erstreckt er sich vom Hachtor aus etwa 150 m in Richtung Osten. Er ist von einem Zaun umgeben, mit einer kleinen, verschlossenen Pforte im Osten. Ein guter Einblick in das Areal bietet der parallel verlaufende Gehweg. Weitere Auskünfte erteilt das Stadtarchiv Rüthen.

Das auf beiden Seiten steil ansteigende Friedhofsgelände wird im östlichen, jüngeren Teil von einem vom Eingang aus in der Mitte des Grabens verlaufenden Weg in zwei Hälften geteilt. 79 Grabsteine aus den Jahren 1654 bis 1935 stehen in angedeuteten, in Nord-Süd-Richtung verlaufenden kurzen Reihen auf dem Gelände verteilt, eine Familiengrabstätte (Nr. 0050) ist in den nördlichen Hang gebaut. Die Steine sind nach Osten ausgerichtet und wurden in lockerer chronologischer Abfolge von West nach Ost aufgestellt, wobei Familienangehörige oft nahe beieinander beigesetzt wurden. Von zwei alten Grabsteinen steht nur noch ein Stumpf im Boden (Nr. 0080 und 0081), bei vier weiteren Grabsteinen, darunter auch einem Doppelgrabstein, fehlt heute jede Inschrift (Nrn. 0057, 0070, 0074 und 0075). Ein Grabstein ist fast vollständig von den Wurzeln eines Baumes eingeschlossen (Grabstein Nr. 0008).

Präsentation des jüdischen Friedhofs Rüthen

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Geschichte

Der Friedhof wird erstmals 1625 in den städtischen Ratsprotokollen erwähnt: Als in jenem Jahr eine verheerende Pestwelle die Stadt heimsuchte, verständigten sich die Juden mit dem Bürgermeister darauf, daß sie ihre Toten ohne jedes Hindernis weiter im Stadtgraben bei dem „alten Begräbnis“ beerdigen und dafür den Befestigungsgraben passieren durften. Demnach bestand der Friedhof damals bereits und ist damit der älteste noch bestehende jüdische Friedhof im kurkölnischen Sauerland, vielleicht sogar in Westfalen. Der älteste erhaltene Grabstein stammt vermutlich aus dem Jahr 1654. Aus dem Jahr 1889 hat sich eine Friedhofsordnung erhalten.

Nach der Vernichtung der jüdischen Gemeinde in der NS-Zeit verwahrloste der Friedhof zunehmend und wurde gegen Kriegsende durch Bombeneinschläge mitbeschädigt.

Anfang der 1950er Jahre wurde der Friedhof auf Drängen der jüdischen Gemeinde Lippstadt-Soest von der Stadt Rüthen wieder hergerichtet, 1953 mit einem Zaun umgeben. 1983 wurde er in die Denkmalliste der Stadt eingetragen. 1996 ließ die Stadt oberhalb des Friedhofs an der Stadtmauer eine bronzene Gedenktafel anbringen, die an die Rüthener Opfer der Shoah erinnert.

Literatur

Elfi Pracht: Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil V: Regierungsbezirk Arnsberg (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern von Westfalen, Bd. 1.3), Köln 2005, S. 570f.

Hans-Günther Bracht: Familie Pollack. Ein Beitrag zur Erinnerung an die Vertreibung und Ermordung der Rüthener Juden, in: Lippstädter Heimatblätter 2001 (81. Jg.), S. 161-168

Manfred Schöne: Das Herzogtum Westfalen unter hessen-darmstädtischer Herrschaft 1802-1816, Olpe 1966

Archivalische Quellen

StA Rüthen, Stadt Rüthen, Standesamt, Sterberegister Altenrüthen u. Rüthen, Geburtsregister Rüthen

StA Rüthen, Stadt Rüthen Akte B 774 –Familienregister der Juden 1822 - 1845

StA Rüthen, Stadt Rüthen Akte B 775 –Familienregister der Juden 1828 - 1848

Kreisarchiv Soest, Landratsamt Lippstadt A 633 -Familienregister der Juden 1822 - 1840

Staatsarchiv Düsseldorf, Kurköln Hofkammer IV (I)

Edition

Nathanja Hüttenmeister – Epigrafik

Friedhelm Sommer, Stadtarchiv Rüthen – Biografische Forschungen

Thomas Kollatz – Datenbankprogrammierung, Digitale Edition, webdesign

Fotografie

Hermann J. Krämer

Zitation der digitalen Edition

Digitale Edition - Jüdischer Friedhof Rüthen (1654-1935 / 81 Einträge)
URL: http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?id=rth-0 ()

 

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